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Thorit

  Klasse (Dana) 8 Silikate
8/A1 Nesosilikate
8/A1.3 Kationen in kubischer oder oktaederförmiger Anordnung
8/A1.3.1 Gruppe Granat
Klasse (Strunz)  
Chemische Formel (Th,U)SiO4
Varietät  
Kristallsystem tetragonal, 4/m 2/m 2/m
Farbe normalerweise schwarz, aber auch bräunlich schwarz, orange, gelblich orange und dunkelgrün
Strichfarbe orange bis braun
Glanz Harzglanz
Transparenz undurchsichtig
Erkennung Farbe, Glanz, Kristallverhalten, Bruch, Radioaktivität

Thorit ist das am weitesten verbreitete Thoriummineral. Thorium ist ein stark radioaktives Element und kann als Ersatz für Uran in Kernkraftanlagen verwendet werden. Es wird geschätzt, dass es dreimal häufiger vorkommt wie Uran. Das gesamte Thoriumvorkommen auf der Erde hat mehr potentielle Energie wie Uran und fossile Brennstoffe zusammengenommen. Es wird angenommen, dass Uran und Thorium für die innere Wärme der Erde durch ihren radioaktiven Zerfall verantwortlich sind.

Obwohl Thorit das am weitesten verbreitete Thoriummineral ist, ist es nicht das Primärerz für Thorium. Das Phosphatmineral Monazit hat einen Durchschnittsgehalt von 6% Thorium in seiner Zusammensetzung aus verschiedenen Elementen der Seltenen Erden. Es wird genügend Monazit abgebaut, um den aktuellen Bedarf von Thorium zu decken. Wenn die Monazit-Lagerstätten erschöpft sind oder der Bedarf an Thorium steigen sollte, gibt es noch genügend andere Thorium-haltige Mineralien, wie Thorianit, Thorogummit, Huttonit und Thorutit, um den Bedarf zu decken.

Thorit ist ein wichtiges Erz für Uran. Eine Varietät von Thorit wird oft als "Uranothorit" bezeichnet und ist reich an Uran und ist in Bancroft, Ontario, Kanada, ein abbauwürdiges Uranerz. Andere Varietäten von Thorit sind Orangit, eine orange Varietät, Calkiothorit, eine verunreinigte Varietät mit Spuren von Kalzium und Freyalit, das Cer beinhaltet.

Es gibt ein nahe verwandtes Mineral mit der Bezeichnung Thorogummit. Es wurde früher als Varietät von Thorit geführt, aber es ist ein Alterungsprodukt von Thorit und damit ein eigenständiges Mineral. Thorogummit hat unterschiedliche Anteile von SiO4-Tetraedern, die durch vier Hydrooxide ersetzt werden können. Dies wird durch verschiedene Formeln dargestellt. Die hier verwendete Formel lautet:

(Th,U)2(SiO4)(2-X)(OH)4X

Das X stellt den Austausch eines Silikat-Tetraeders mit einer vierfach negativen Ladung zu vier Hydrooxiden mit jeweils einer einfach negativen Ladung dar, so dass die Formel, wenn die Hälfte der Silizium-Tetraeder ausgetauscht werden, die Form

(Th,U)2SiO4(OH)4

annimmt. Thorit ist auch verwandt mit dem Mineral Huttonit. Thorit und Huttonit sind Dimorphe. Beide Mineralien haben die gleiche Chemie, aber unterschiedliche Kristallstrukturen. Eine ähnliche Situation haben die Dimorphe Diamant und Graphit, beide bestehen aus Kohlenstoff, haben aber sehr unterschiedliche Kristallstrukturen. Huttonit ist ironischerweise Mitglied der Monazit-Gruppe, zu deren Struktur es verwandt ist.

Da Thorit sehr stark radioaktiv ist, sind die Mineralproben oft metamikt. Dies ist ein Zustand bei radioaktiven Mineralien und Ergebnis der zerstörerischen Effekte seiner eigenen Strahlung in der Kristallstruktur. Dieser Effekt kann das Kristallgitter komplett zerstören, während das äußere Erscheinungsbild unverändert bleibt. Während dieses Prozesses kann Hydration der Struktur auftreten, es entsteht ein neues Mineral, Thorogummit.

Mineralproben von Thorit, und damit auch Thorogummit, kommen aus Pegmatiten und vulkanischen Eruptivgestein, hydrothermischen Flözen und kontaktmetamorphosen Gesteinen. Kristalle sind selten, aber wenn sie gefunden werden bilden sie schön geformte, kurze prismatische Kristalle mit pyramidenförmigen Abschlüssen.

Bitte beachten Sie, dass dieses Mineral stark radioaktiv ist und getrennt von anderen Mineralien gelagert werden sollte. Auch der Kontakt mit Menschen muss unbedingt eingeschränkt werden.

Kristallverhalten Kurze prismatische Kristalle mit einem quadratischen Querschnitt und einfachen pyramidenförmigen Abschlüssen. Auch massiv, eingebettete unregelmäßige Körnchen und in Nierenform.
Spaltbarkeit unvollkommen in zwei Längsrichtungen, aber selten sichtbar
Spaltrichtungen 2
Bruch muschelförmig
Zähigkeit  
Härte 4,5 ... 5
Dichte 4,1 ... 7
Geschmack  
Geruch  
Gefühl  
Lumineszenz  
Brechungsindex  
Doppelbrechung  
Dispersion  
Pleochroismus  
Interferenz  
Magnetismus  
Anlauf  
Flammenfärbung  
Lösbarkeit  
Lösverhalten  
Weitere Eigenschaften nahezu immer metamikt und immer stark radioaktiv
Verwendung Mineralprobe
Bearbeitung  
Vorkommen Deutschland, Eifel
Kanada, Ontario, Bancroft
Norwegen, Langesundfjord
USA, Arizona
Gesellschaften Biotit, Betafit, Feldspäte, Quarz
© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
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