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Sylvit, Sylvin

  Klasse (Dana) 3 Halide
3/A1 Einfache Halide
3/A1.01 Anhydrogene Halide
Klasse (Strunz)  
Chemische Formel KCl
Varietät  
Kristallsystem isometrisch, 4/m bar 3 2/m
Farbe farblos oder weiß, manchmal auch rot, blau oder gelb getönt
Strichfarbe weiß
Glanz Glasglanz
Transparenz durchsichtig bis transparent
Erkennung bitterer Geschmack, Gesellschaften, Kristallverhalten

Sylvit oder Sylvin ist der Hauptrohstoff für Kalium oder Pottasche, das in Fertilizern verwendet wird. Da der Bedarf an Kalium sehr groß ist, sind die Lagerstätten für Sylvit wirtschaftlich sehr wertvoll. Als Mineralprobe bekommt Sylvit nicht sehr viel Aufmerksamkeit. Die Kristalle können gut geformt sein und sind durch Einschlüsse von Hematit oft rötlich. Jedoch ist Sylvit sehr leicht in Wasser löslich und Mineralproben müssen in geschlossenen Behältern gelagert werden, da sonst die Luftfeuchtigkeit das Aussehen verschlechtert. Man darf niemals Sylvit-Proben mit Wasser reinigen!

Sylvit ist nahe mit dem häufigeren Halit, NaCl, verwandt und sie teilen auch viele Eigenschaften, so dass die Unterscheidung manchmal schwierig ist. Sylvit hat üblicherweise oktaederförmige Flächen, die die Ecken des kubischen Kristalls abschneiden. Halit hat ein ähnliches Kristallverhalten, doch ist es bei Sylvit häufiger wie bei Halit. Ein besserer Test umfasst den Geschmackstest zusammen mit Halit. Halit hat einen salzigen Geschmack, während Sylvit bitterer schmeckt. Dieser Test ist für die Unterscheidung von ein, zwei Mineralproben gut, bei größeren Mengen ist der Geschmackstest nicht geeignet. Ein guter Test ist auch der Test mit einem Messer, wenn man mit der Messerklinke über die Oberfläche kratzt, entsteht bei Halit ein Pulver, bei Sylvit nicht.

Der Name Sylvit wird leicht mit dem viel wertvolleren Sylvanit verwechselt. Sylvanit ist ein Silber-Gold-Tellurid, AuAgTe4, und sollte eigenlicht nie mit Sylvit verwechselt werden.

Kristallverhalten Würfel, häufig mit oktaederartigen Flächen, die die Ecken des Würfels abschneiden. Kristalle haben ein höhlenartiges Aussehen durch die Auflösung. Häufiger massiv und körnig
Spaltbarkeit gut in drei Richtungen, Würfel bildend
Spaltrichtungen 3
Bruch uneben
Zähigkeit  
Härte 2 ... 2,5
Dichte 3,9 ... 4,1
Geschmack bitterer Geschmack und nicht salzig wie Halit
Geruch  
Gefühl  
Lumineszenz  
Brechungsindex  
Doppelbrechung  
Dispersion  
Pleochroismus  
Interferenz  
Magnetismus  
Anlauf  
Flammenfärbung  
Lösbarkeit Löst sich leicht in Wasser
Lösverhalten  
Weitere Eigenschaften Es entsteht kein Pulver, wenn mit einer Messerklinge über die Oberfläche geritzt wird.
Verwendung Hauptrohstoff für Kalium und Pottasche und als Mineralprobe
Bearbeitung  
Vorkommen Deutschland, Straßfurt
Frankreich
Italien, Vesuv
Kanada, Saskatchewan
Russland, Kalush
Spanien
USA, Kalifornien, Kern County
USA, New Mexiko
USA, Texas
Gesellschaften Anhydrit, Carnallit, Gips, Halit, Kieserit und weitere Verdunstungsmineralien
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