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Orthoklas

  Klasse (Dana) 8 Silikate
8/J1 Tektosilikate: Rahmen
8/J1.1 Tektosilikate ohne zusätzliches Anion im Tetraeder
8/J1.1.1 Gruppe Feldspäte
Klasse (Strunz)  
Chemische Formel KAlSi3O8
Varietät  
Kristallsystem monoklin, 2/m
Farbe cremeweiß, gelb oder rote, orangene bis braune Schattierungen
Strichfarbe weiß
Glanz Glasglanz bis matt, wenn verwittert
Transparenz undurchsichtig, kann auch transparent bis selten durchsichtig sein
Erkennung Farbe, keine Streifenbildung, Spaltbarkeit, Zwilling, wenn vorhanden, Vorkommen

Orthoklas ist ein Polymorph von anderen Mineralien, die die gleiche chemische Struktur teilen, aber unterschiedliche Kristallstrukturen aufweisen. Wenn es mit normalen Methoden eine Unterscheidung nicht möglich ist, werden diese einfach als Kalium-Feldpäte oder K-Feldspäte bezeichnet. Plagioklas-Feldspäte haben kein Kalium, sind nur leicht gefärbt und sind für gewöhnlich gestreift. Die anderen K-Feldspäte sind Sanidin, Mikroklin und Anorthoklas. Orthoklas ist das häufigste der K-Feldspäte.

Die Unterschiede zwischen diesen Mineralien sind in Handproben sehr gering. Mikroklin tendiert zu einer dunkleren Farbe und ist das einzigste, aber nicht immer, das eine blau-grüne Farbe (Amazonit) haben kann. Orthoklas zeigt nicht die laminare Zwillingsbildung, die bei Mikroklin üblich ist und ist gelegentlich auf Spaltflächen als Streifenbildung vorhanden.

Sanidin und Anorthoklas haben ein abgeflachtes Kristallverhalten. Die Bildungsumgebung ist für Handproben der einzigste Anhaltspunkt für die Unterscheidung von Orthoklas von Sanidin oder Anorthoklas. Orthoklas ist das Haupt-K-Feldspat von Graniten und Syeniten, die mittelmäßig schnell abgekühlt wurden. Sanidin und Anorthoklas sind übliche Bestandteile in extrusiven magmatischen Gesteinen, wie Rhyolit, wo das Gestein schnell abkühlt. Optische Eigenschaften und Röntgen-Untersuchungen sind die einzigste Möglichkeit Orthoklas von Sanidin, Mikroklin und Anorthoklas zu unterscheiden.

Orthoklas bildet sich bei Zwischentemperaturen zwischen den stabilen Feldern von Sanidin und Mikroklin. Bei 400°C oder weniger ist Mikroklin die stabile Struktur für KAlSi3O8. Zwischen ca. 500°C und 900°C ist Orthoklas die stabile Struktur. Über 900°C ist Sanidin die stabile Struktur. Der Unterschied zwischen diesen Strukturen ist nur die Wahllosigkeit von Aluminium- und Silizium-Atomen. In Mikroklin sind die Ionen geordnet und ergibt eine niedrige Symmetrie von triklin. Bei höheren Temperaturen werden die Positionen von Aluminium und Silizium durcheinander gebracht und erzeugen die monokline Symmetrie von Orthoklas und endlich, Sanidin.

Alle Plagioklas-Feldspäte zeigen einen Zwillingstyp, der nach Albit benannt wurde. Der Albit-Zwilling erzeugt Stapel aus Zwillingsschichten, die typisch nur Bruchteile von einem Millimeter bis mehrere Millimeter dick sein können. Diese Zwillingsschichten können als Gräben, die wie Streifen aussehen, auf der Kristalloberfläche sichtbar sein. Diese Gräben sind auch anders wie wahre Streifen auch auf den Spaltflächen sichtbar. Der Carlsbad-Zwilling erzeugt verwachsene Kristalle, die in die gegengesetzten Richtungen wachsen. Zwei weitere Zwillingsgesetze, Manebach und Baveno, erzeugen Kristalle mit einer dominanten Spiegelfläche und Durchdringungswinkel oder Kerben im Kristall. Obwohl Zwillingskristalle üblich sind, sind Kristalle mit einem perfekten Zwilling selten und sehr gefragt.

Kristallverhalten Blockige oder buchartige Kristalle. Kristalle haben einen rechteckigen bis quadratischen Querschnitt mit leicht geneigten Dom und pinakoiden Abschlüssen. Zwillinge sind üblich. Eine pseudo-orthorhombische oder pseudo-trigonale Varietät, wie sie in alpinen Flözen gefunden wird, wird Adularia genannt. Sie bildet mehr abgeflachte, buchartige Kristalle.
Spaltbarkeit gut in zwei Richtungen, beinahe rechtwinklige Prismen bildend
Spaltrichtungen 2
Bruch muschelförmig oder uneben
Zähigkeit  
Härte 6
Dichte 2,53 ... 2,56
Geschmack  
Geruch  
Gefühl  
Lumineszenz  
Brechungsindex  
Doppelbrechung  
Dispersion  
Pleochroismus  
Interferenz  
Magnetismus  
Anlauf  
Flammenfärbung  
Lösbarkeit  
Lösverhalten  
Weitere Eigenschaften Einige Kristalle zeigen Opaleszenz und werden Mondstein genannt
Verwendung Mineralprobe und in der Porzellanindustrie
Bearbeitung  
Vorkommen England, Cornwall
Österreich, Salzburg
USA, Maine, Vermont
USA, New Hampshire
USA, New York
Gesellschaften Quarz, Plagioklas-Feldspäte, Glimmer, Granate, Turmalin, Topas
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