Mineralien

www.wissen-im-Netz.info

Mineralien-Lexikon

Homepage
   Mineralien
     
Lexikon
         alphabetisch
            A
            B
            C
            D
            E
            F
            G
            H
            I
            J
            K
            L
            M
            N
            O
            P
            Q
            R
            S
            T
            U
            V
            W
            X
            Y
            Z

Lazurit

  Klasse (Dana) 8 Silikate
8/J1 Tektosilikate
8/J1.2 Tektosilikate mit zusätzlichen Anionen im Tetraeder
8/J1.2.2 Gruppe Sodalit (komplexe Feldspatoide)
Klasse (Strunz)  
Chemische Formel (Na,Ca)8Al6Si6O2(S,SO4)
Varietät  
Kristallsystem isometrisch, bar 4 3/m
Farbe strahlend blau mit violetten oder grünlichen Farbtönen
Strichfarbe blau
Glanz matt bis Fettglanz
Transparenz durchsichtig bis undurchsichtig
Erkennung violett-blaue Farbe, Gesellschaft mit Pyrit (nicht so wie Sodalit), Fundort, Dichte

Lazurit ist beliebt, aber im allgemeinen ein teures Mineral. Gut geformte, tief blaue Kristalle sind selten und wertvoll. Es wir häufiger massiv gefunden in Verbindung mit anderen Mineralien in einem Gestein mit dem Namen Lapislazuli.

Lapislazuli oder kurz Lapis besteht zum überwiegenden Teil aus Lazurit, aber üblicherweise enthält es noch Pyrit, Calcit und einige andere Mineralien. Der Name bedeutet "blauer Stein" und ist immer brillant blau mit violetten oder grünlichen Farbtönen. Die blaue Farbe wird durch den Schwefel in der Kristallstruktur des Lazurits verursacht. Kleine Kristalle von Pyrit sind im Lapis immer vorhanden und ihre messinggelbe Farbe ist attraktiv und hilfreich bei der Unterscheidung von Lapis von seinem blauen Cousin, dem Gestein Sodalit, das kein Pyrit aufweist. Das Calcit erzeugt weiße Streifen im Lapis und zu viel Calcit macht den Stein nicht so wertvoll.

Lapislazuli wird bereits seit Jahrhunderten von einem Fundort gefördert, der noch heute verwendet wird, ein entferntes Bergtal namens Kokcha in Afghanistan. Bereits vor 6000 Jahren wurde der Stein nach Ägypten transportiert und wurde auch in Europa für Schmuck und Ornamentsteine verwendet. Die Europäer mahlten das Gestein und stellten daraus ein pulverförmiges Pigment für Farben her, die Farbe "ultramarin". Heute wird ultramarin künstlich hergestellt. Auch ist dieser Fundort nicht mehr die einzigste Quelle für Lapis, obwohl von dort die feinste Qualität kommt.

Lazurit ist Mitglied der Feldspatoid-Gruppe. Mineralien, deren chemische Struktur sie nahe verwandt mit den Alkali-Feldspäten macht, aber arm an Silikat SiO2 sind, werden Feldspatoide genannt. Deswegen werden sie in Gestein gefunden, das arm an Silikat ist und kein Quarz enthält. Wenn Quarz während der Kristallisation in der Schmelze vorhanden gewesen wäre, hätte es mit den Feldspatoiden reagiert und ein Feldspat gebildet. Es gibt nur wenige Fundorte mit Feldspatoiden.

Der Name Lazurit wird oft mit dem strahlend blauen Phosphatmineral Lazulit verwechselt. Jedoch können diese beiden Mineralien leicht unterschieden werden, da Lazulit einen typischen Glasglanz und ein gutes Kristallverhalten hat. Das Carbonatmineral Azurit ist dem Lazurit sehr ähnlich, aber es ist mit dem grünen Carbonatmineral Malachit vergesellschaftet und es reagiert mit Säure.

Kristallverhalten Dodekaederförmige Kristalle wurden gefunden, gewöhnlich massiv als gesteinsbildendes Mineral (Lapislazuli)
Spaltbarkeit unvollkommen in sechs Richtungen, aber selten sichtbar
Spaltrichtungen 6
Bruch uneben
Zähigkeit  
Härte 5 ... 5,5
Dichte 2,3 ... 2,4
Geschmack  
Geruch  
Gefühl  
Lumineszenz  
Brechungsindex 1,5
Doppelbrechung  
Dispersion  
Pleochroismus  
Interferenz  
Magnetismus  
Anlauf  
Flammenfärbung  
Lösbarkeit  
Lösverhalten  
Weitere Eigenschaften  
Verwendung Mineralprobe und als Ornamentstein
Bearbeitung  
Vorkommen Afghanistan, Flusstal des Kokcha
Chile, Cordillera, Ovalle
Italien, Vesuv
Russland, Baikalsee
USA, Colorado, Sawatch Moutains
USA, Kalifornien, Ontario Peak
USA, Kalifornien, San Bernardino Mountains, Cascade Canyon
Gesellschaften Calcit, Pyroxen, Pyrit (wichtig für Erkennung)
© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.