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Fluorrichterit

  Klasse (Dana) 8 Silikate
8/F1 Inosilikate
8/F1.2 Unendliche Doppelbänder
8/F1.2.1 Gruppe Amphibole
8/F1.2.1.3 Na, Ca-Amphibole
Klasse (Strunz)  
Chemische Formel Na2Ca(Mg,Fe)5Si8O22(OH,F)2
Varietät  
Kristallsystem monoklin, 2/m
Farbe dunkelgrün bis blaugrün oder weniger üblich braun, grau und schwarz
Strichfarbe weiß
Glanz Glasglanz bis Perlenglanz bis matt
Transparenz durchsichtig bis undurchsichtig
Erkennung Fundort, Kristallverhalten (besonders Querschnitt), Farbe, Perlenglanz und Spaltbarkeit

Fluorrichterit ist ein seltenes Mineral, das nur von einem Fundort bekannt ist. Es wird nahe Wilberforce, Ontario in einer Skarn-Formation gefunden. Der Skarn ist ein Begriff für ein Gestein, das ein Produkt eines magmatischen Körpers mit einer chemisch ungewöhnlichen Zusammensetzung und "schmutzigen" Kalkstein kristallisiert hat. Der "schmutzige" Kalkstein besteht nicht nur aus Calcit, CaCO3, wie "sauberer" Kalkstein, sondern ist gemischt mit Silikaten und/oder Phosphaten, usw. Diese Mischung der heißen Flüssigkeiten und Gase des Magmas mit den unterschiedlichen Mineralien des "schmutzigen" Kalksteins erzeugt einige interessante und seltene Mineralien nach der Rekristallisierung. Eines dieser Mineralien ist Fluorrichterit.

Fluorrichterit bildet gut geformte Kristalle, die einen schönen perligen Glanz haben können. Sein Glanz ist stärker wie die der anderen Mitglieder der Amphibol-Gruppe, wahrscheinlich aufgrund des Fluors, das von der ungewöhnlichen Zusammensetzung des Magmas kommt. Gemischt mit Fluorrichterit in dem weiß rekristallisierten Calcit des Skarns und gut geformten Kristallen des Biotits bilden besondere Mineralproben.

Fluorrichterit ist ein neues Mineral, das erst 1996 offiziell registriert wurde. Da es aber bereits seit Jahren gesammelt wurde, hat es zahlreiche, z.T. auch falsche Namen erhalten, wie Fluor-Silicic-Edenit, Richterit, Augit.

Kristallverhalten prismatische Kristalle mit einem diamantförmigen Querschnitt mit vier Punkten, geschnitten durch Prismenflächen. Der typische Abschluss erscheint als zwei leicht geneigte Flächen zweier der vier Prismenflächen. Einige Abschlüsse können ein ziemlich komplexe Erscheinungsform haben und den Kristall pseudoorthorhombisch erscheinen lassen. Durch Auflösungsvorgänge nach dem Beginn der Kristallisation können die Kristallflächen zernarbt und die Abschlüsse können gerundet sein. Zwillingsbildung ist üblich und kann eine Narbe oder Graben entlang der "Wirbelsäule" eines prismatischen Kristalls verursachen.
Spaltbarkeit unvollkommen in zwei Richtungen unter ca. 60° und 120°
Spaltrichtungen 2
Bruch uneben
Zähigkeit  
Härte 6
Dichte 3
Geschmack  
Geruch  
Gefühl  
Lumineszenz manchmal iridiszierend
Brechungsindex  
Doppelbrechung  
Dispersion  
Pleochroismus  
Interferenz  
Magnetismus  
Anlauf  
Flammenfärbung  
Lösbarkeit  
Lösverhalten  
Weitere Eigenschaften vergesellschaftete Mineralien können in Löchern und Hohlräumen durchwachsen sein.
Verwendung Mineralprobe
Bearbeitung  
Vorkommen Kanada, Ontario, Wilberforce
Gesellschaften Biotit, Molybdänit, Cancrinit, Calcit
© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
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