|
Coesit ist ein Polymorph von Quarz, d.h. beide
Mineralien haben die gleiche chemische Struktur, aber unterschiedliche Kristallstrukturen.
Zusätzlich sind sowohl Quarz als auch Coesit polymorph zu allen anderen Mitglieder der
Quarz-Gruppe, die Cristobalit, Tridymit und Stishovit zusätzlich noch umfasst.
Gut geformte Kristalle sind sehr selten, da Coesit
normalerweise nicht ausreichend Zeit hat, um Kristallflächen auszubilden. Es wird schnell
bei hohen Drücken (über 20.000 bar) gebildet. Diese Drücke kommen nur an
Einschlagstellen von Meteoriten vor. Beim Einschlag eines Meteors sind die Drücke sehr
hoch, aber die Temperatur nicht. Tatsächlich hat man die ersten winzigen Kristalle von
Coesit und seinem Cousin Stishovit in einem Einschlagkrater eines Meteors gefunden (Meteor
Crater in Arizona). Coesit wurde 1953 zum ersten mal synthetisiert, bevor es in einem
Meteoritenkrater gefunden wurde. Jetzt sind Coesit und Stishovit eindeutige Beweise eines
Meteoriteneinschlags, wenn ein Krater unbekannten Ursprungs untersucht wird. Coesit tritt
aber auch in Kimberlit auf, wo andere Hochdruckmineralien, wie der Diamant gefunden wird.
Die Struktur von Coesit besteht aus SiO4-Tetraeder, die
zu Ringen mit vier Tetraedern verknüpft sind. Diese Ringe wiederum sind in einer
kettenähnlichen Struktur verknüpft. Diese Struktur ist viel kompakter als bei den
anderen Mitgliedern der Quarz-Gruppe, ausgenommen Stishovit, und spiegelt sich in der
höheren Dichte und höheren Brechungsindex wieder.
Coesit ist bei normalen
Oberflächentemperaturen nur metastabil, d.h. wenn es kann, wandelt es sich
langsam wieder in die Quarz-Struktur zurück. Dies ist aber ein langsamer und
komplizierter Prozess, der über tausende von Jahren andauert, wenn es überhaupt
erfolgt. Es ist ein langsamer Prozess, da Bindungen aufgebrochen werden müssen
und Atome eine andere Anordnung erhalten.
|