Mineralien

www.wissen-im-Netz.info

Mineralien-Lexikon

Homepage
   Mineralien
     
Lexikon
         alphabetisch
            A
            B
            C
            D
            E
            F
            G
            H
            I
            J
            K
            L
            M
            N
            O
            P
            Q
            R
            S
            T
            U
            V
            W
            X
            Y
            Z

Coesit

  Klasse (Dana) 4 Oxide und Hydroxide
4/D1 Oxide
4/D1.01 Quarz Reihe
Klasse (Strunz)  
Chemische Formel SiO2
Varietät  
Kristallsystem monoklin, 2/m
Farbe farblos bis weiß
Strichfarbe weiß
Glanz Glasglanz
Transparenz transparent bis durchsichtig
Erkennung Umgebung, Dichte, Brechungsindex, normalerweise zu kleine Kristalle um sie mit normalen Methoden zu erkennen

Coesit ist ein Polymorph von Quarz, d.h. beide Mineralien haben die gleiche chemische Struktur, aber unterschiedliche Kristallstrukturen. Zusätzlich sind sowohl Quarz als auch Coesit polymorph zu allen anderen Mitglieder der Quarz-Gruppe, die Cristobalit, Tridymit und Stishovit zusätzlich noch umfasst.

Gut geformte Kristalle sind sehr selten, da Coesit normalerweise nicht ausreichend Zeit hat, um Kristallflächen auszubilden. Es wird schnell bei hohen Drücken (über 20.000 bar) gebildet. Diese Drücke kommen nur an Einschlagstellen von Meteoriten vor. Beim Einschlag eines Meteors sind die Drücke sehr hoch, aber die Temperatur nicht. Tatsächlich hat man die ersten winzigen Kristalle von Coesit und seinem Cousin Stishovit in einem Einschlagkrater eines Meteors gefunden (Meteor Crater in Arizona). Coesit wurde 1953 zum ersten mal synthetisiert, bevor es in einem Meteoritenkrater gefunden wurde. Jetzt sind Coesit und Stishovit eindeutige Beweise eines Meteoriteneinschlags, wenn ein Krater unbekannten Ursprungs untersucht wird. Coesit tritt aber auch in Kimberlit auf, wo andere Hochdruckmineralien, wie der Diamant gefunden wird.

Die Struktur von Coesit besteht aus SiO4-Tetraeder, die zu Ringen mit vier Tetraedern verknüpft sind. Diese Ringe wiederum sind in einer kettenähnlichen Struktur verknüpft. Diese Struktur ist viel kompakter als bei den anderen Mitgliedern der Quarz-Gruppe, ausgenommen Stishovit, und spiegelt sich in der höheren Dichte und höheren Brechungsindex wieder.

Coesit ist bei normalen Oberflächentemperaturen nur metastabil, d.h. wenn es kann, wandelt es sich langsam wieder in die Quarz-Struktur zurück. Dies ist aber ein langsamer und komplizierter Prozess, der über tausende von Jahren andauert, wenn es überhaupt erfolgt. Es ist ein langsamer Prozess, da Bindungen aufgebrochen werden müssen und Atome eine andere Anordnung erhalten.

Kristallverhalten immer kleine (gewöhnlich mikroskopische) und sehr selten gut ausgeprägte, prismatische Kristalle
Spaltbarkeit Information nicht verfügbar
Spaltrichtungen  
Bruch wahrscheinlich muschelförmig
Zähigkeit  
Härte 8
Dichte 3,00
Geschmack  
Geruch  
Gefühl  
Lumineszenz  
Brechungsindex 1,59
Doppelbrechung  
Dispersion  
Pleochroismus  
Interferenz  
Magnetismus  
Anlauf  
Flammenfärbung  
Lösbarkeit  
Lösverhalten  
Weitere Eigenschaften  
Verwendung Zeigt einen Kristallisation unter hohen Drücken an (möglicherweise ein Einschlag eines Meteors) und als Mineralprobe
Bearbeitung  
Vorkommen Südafrika, Kimberly
USA, Arizona, Meteor Crater, Canyon Diablo und andere Meteoritenkrater
Gesellschaften Sanadin, Diamant, Granate, Pyroxen, Eisenmeteorite, Stishovit
© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.