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Chalkosin, Kupferglanz

  Klasse (Dana) 2 Sulfide
Klasse (Strunz)  
Chemische Formel Cu2S
Varietät  
Kristallsystem orthorhombisch, 2/m 2/m 2/m unter 105°C und hexagonal, 6/m 2/m 2/m über 105°C
Farbe dunkelgrau bis schwarz
Strichfarbe schwarz bis bleigrau
Glanz metallisch
Transparenz undurchsichtig
Erkennung Kristallverhalten, Strich, Streifenbildung, Farbe und Gesellschaften

Chalkosin ist ein wichtiges Kupfererz. Es wird seit Jahrhunderten abgebaut und ist das profitabelste Kupfererz. Der Grund ist der hohe Kupfergehalt (67% Atomverhältnis und nahezu 80% des Gewichts) und das einfache Separieren des Kupfers vom Schwefel. Wegen seiner Knappheit ist es aber nicht das primäre Erz für Kupfer. Die reichsten Chalkosin-Lagerstätten wurden bereits abgebaut, einige kleinere Vorkommen werden jedoch noch ausgebeutet.

Chalkosin entsteht durch die Umwandlung von primären Kupfermineralien, die durch Sauerstoff oberhalb der Grundwasserlinie angegriffen werden. Das oxidierte Kupfer fließt abwärts unter den Grundwasserspiegel, wo es mit den primären Erzen reagiert und das Kupfer wird wieder ein Sulfid, meistens Chalkosin. Erzkörper mit einer Schicht aus Chalkosin, die den aktuellen oder früheren Grundwasserspiegel darstellt, wird als "Chalkosin Decke" bezeichnet. Diese Decke ist reicher an Kupfer als die darüber liegende Oxidationsschicht und für gewöhnlich auch reicher an Kupfer als die darunter liegende primäre Erzschicht. Die Chalkosin Decke stellt eine wahre Goldgrube dar.

Schöne Kristalle von Chalkosin sind sehr ungewöhnlich und sehr gefragt. Die jetzt ausgebeuteten Minen in Cornwall, England, und Bristol, Connecticut, USA, brachten die berühmtesten Stufen wunderschön geformter Chalkosin-Kristalle hervor. Die Kristalle aus diesen alten Minen sind auch die besten Kristalle, die z.Z. auf dem Markt verfügbar sind.

Da Chalkosin ein sekundäres Mineral ist und aus der Umwandlung anderer Mineralien entsteht, so bildet es Pseudomorphe vieler anderer Mineralien. Ein Pseudomorph ist ein Mineral, das ein anderes Atom für Atom ersetzt hat und die ursprüngliche Form annimmt. Chalkosin ist bekannt dafür, das es von dem Mineralien Bronit, Covellit, Chalkopyrit, Pyrit, Enargit, Millerit, Galena und Sphalerit Pseudomorphe bildet.

Kristallverhalten pseudohexagonale scheibenartige bis prismatische Kristalle, oft mit einem flachen pyramidenförmigem Abschluss. Auch massiv und kompakt. Zwillingsbildung ist üblich und ergibt manchmal einen sechsstrahligen Stern oder Zwillinge in Ellbogenform.
Spaltbarkeit unvollkommen in zwei Richtungen, prismatisch
Spaltrichtungen 2
Bruch muschelförmig
Zähigkeit  
Härte 2,5 ... 3
Dichte 5,5 ... 5,8
Geschmack  
Geruch  
Gefühl  
Lumineszenz  
Brechungsindex  
Doppelbrechung  
Dispersion  
Pleochroismus  
Interferenz  
Magnetismus  
Anlauf Bezug führt mit der Zeit zu einem matten Glanz
Flammenfärbung  
Lösbarkeit  
Lösverhalten  
Weitere Eigenschaften tiefe seitliche Gräben im Kristall
Verwendung Als ein unbedeutendes Kupfererz und als Mineralprobe
Bearbeitung  
Vorkommen England, Cornwall
Italien, Toskana
Namibia, Tsumeb
Spanien, Rio Tinto
USA, Arizona, Morenci und Bisbee
USA, Connecticut, Bristol
USA, Montana, Butte
USA, Tennessee, Ducktown
USA, Utah, Bingham Canyon
Gesellschaften Quarz, Enargit, Malachit, Azurit, Kupfer, Cuprit, Tetrahedrit, Bornit, Tennantit, Chalcopyrit, Covellit, Pyrit und andere Sulfide
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