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Chalcanthit ist eine der wenigen wasserlöslichen
Sulfat-Mineralien. Das ist auch das interessante an diesem Mineral. Es bildet sich in
sekundären Oxidationszonen von Kupferlagerstätten, die sich nahe der Oberfläche
befinden. Da es lösbar ist, kristallisiert es sich, löst sich auf, kristallisiert wieder
und wieder, bis die ganze Lagerstätte bedeckt ist.
In Regionen mit viel Regen, wird Chalcanthit nicht in
großen Mengen gefunden, aber in trockenen Regionen, wie z.B. Chile, ist Chalcanthit ein
Haupterz. Jedes sulfatreiche Grundwasser, das Kupfer aus anderen Kupfermineralien
auslösen kann, kristallisiert Chalcanthit, wenn das Wasser verdunsten kann. In
vielen Kupferminen bildet Chalcanthit blaue Verkrustungen, Kristallaggregate und Stalaktiten an
den Wänden von den Minenschächten.
Die leichte Kristallisation ist der Ruin der
natürlichen Chalcanthit-Kristalle, zumindest in Bezug auf Mineraliensammler. Meistens
sind hervorragende Kristalle für den Verkauf von irgend jemand künstlich gezüchtete
Kristalle aus einer Lösung von Kupfersulfat. Wenn die Kristalle natürlich gewachsen
sind, haben diese eine so wunderschöne Farbe, beeindruckende Form und wunderschöne
Klarheit, dass oft davon ausgegangen wird, dass sie zu perfekt für natürliche Kristalle
sind. Was soll ein Händler machen?
Die Wasserlöslichkeit von Chalcanthit ist jedoch auch
sein Feind. Viele schöne Mineralproben in Museen oder privaten Sammlungen werden
zerstört, wenn sie langsam Wasser aus der Luft absorbieren. Nach und nach führt das
dazu, dass die schönsten Mineralproben nur noch ein Häufchen blauer Staub sind.
Kuratoren und besorgte Sammler verwahren deswegen ihre Proben in luftdicht versiegelten
Behältern mit Trocknungsmitteln, um diese zerstörerischen Effekte zu vermeiden. Einige
Chalcanthit-Proben scheinen wasserunlöslich zu sein. Dies wird auf die Reinheit der
Proben zurückgeführt, da sie keine Verunreinigungen durch Eisen aufweisen.
Chalcanthit und Kupfersulfatlösungen sind ein
wundervolles Werkzeug, um Kindern die Entstehung von Kristallen zu zeigen. In einem
Klassenzimmer oder zuhause unter Aufsicht von Erwachsenen, bilden sich nach einigen Tagen
aus einer warmen Lösung Kupfersulfat schöne Kristalle, wenn die Lösung verdampft. Die
schöne blaue Farbe und die funkelnden Kristalle, halten das Interesse bei Kindern wach.
Eine Aufsicht durch Erwachsene ist unbedingt notwendig, da Chalcanthit und
Kupfersulfatlösungen giftig sind.
Es gibt viele Anwendungen für Kupfersulfatlösungen.
Kupfersulfatlösungen und Kristalle sind ein Rohstoff in chemischen Labors. Metallisches
Kupfer kann aus Kupfersulfatlösungen gewonnen werden, indem man metallisches Eisen
zusetzt. Ein Vorgang, den man bei der Gewinnung und Verarbeitung von Chalcanthit
einsetzt.
Als Gift werden Kupfersulfatlösungen oder -kristalle dazu verwendet, Seen und Wasserwege
vom Pflanzenwuchs zu befreien. Diese Praxis wurde durch das immer stärker
werdende Umweltbewusstsein jedoch eingestellt.
Die Erkennung des Minerals Chalcanthit ist im
allgemeinen sehr einfach. Seine blaue Farbe kann bei natürlichen Mineralproben matt
werden, aber bleibt trotzdem immer einzigartig. Seine Lösbarkeit ist der Schlüssel für
die Erkennung. Der Text mit einem unbedeutenden Fragment der Probe führt zu einer blauen
Lösung. Ein anderes relativ häufiges wasserlösliches Sulfat ist Melanterit, FeSO4
- 7H2O, ist aber grünlicher.
Es kann auch ein Geschmacktest wie bei Halit
durchgeführt werden. Davon wird aber abgeraten, da Chalcanthit giftig ist! Chalcanthit
hat einen süßlichen metallischen Geschmack. Falls dieser Test notwendig ist, bitte mit
einem nur leicht angefeuchteten Finger durchführen.
Der Name Chalcanthit bedeutet frei übersetzt aus dem
Griechischen "Kupferblume", ein passender Name.
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