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Chalcanthit

  Klasse (Dana) 6 Sulfate
6/C1 Hydrogene Sulfate
6/C1.1 Mittelgroße Kationen
6/C1.1.3 Gruppe Chalcanthit
Klasse (Strunz)  
Chemische Formel CuSO4 - 5H2O
Varietät  
Kristallsystem triklin, bar 1
Farbe blau
Strichfarbe blass blau bis farblos
Glanz Glasglanz
Transparenz transparent bis durchsichtig
Erkennung Kristallverhalten, niedrige Dichte, Gesellschaften, Lösbarkeit in Wasser, Geschmack und Farbe

Chalcanthit ist eine der wenigen wasserlöslichen Sulfat-Mineralien. Das ist auch das interessante an diesem Mineral. Es bildet sich in sekundären Oxidationszonen von Kupferlagerstätten, die sich nahe der Oberfläche befinden. Da es lösbar ist, kristallisiert es sich, löst sich auf, kristallisiert wieder und wieder, bis die ganze Lagerstätte bedeckt ist.

In Regionen mit viel Regen, wird Chalcanthit nicht in großen Mengen gefunden, aber in trockenen Regionen, wie z.B. Chile, ist Chalcanthit ein Haupterz. Jedes sulfatreiche Grundwasser, das Kupfer aus anderen Kupfermineralien auslösen kann, kristallisiert Chalcanthit, wenn das Wasser verdunsten kann. In vielen Kupferminen bildet Chalcanthit blaue Verkrustungen, Kristallaggregate und Stalaktiten an den Wänden von den Minenschächten.

Die leichte Kristallisation ist der Ruin der natürlichen Chalcanthit-Kristalle, zumindest in Bezug auf Mineraliensammler. Meistens sind hervorragende Kristalle für den Verkauf von irgend jemand künstlich gezüchtete Kristalle aus einer Lösung von Kupfersulfat. Wenn die Kristalle natürlich gewachsen sind, haben diese eine so wunderschöne Farbe, beeindruckende Form und wunderschöne Klarheit, dass oft davon ausgegangen wird, dass sie zu perfekt für natürliche Kristalle sind. Was soll ein Händler machen?

Die Wasserlöslichkeit von Chalcanthit ist jedoch auch sein Feind. Viele schöne Mineralproben in Museen oder privaten Sammlungen werden zerstört, wenn sie langsam Wasser aus der Luft absorbieren. Nach und nach führt das dazu, dass die schönsten Mineralproben nur noch ein Häufchen blauer Staub sind. Kuratoren und besorgte Sammler verwahren deswegen ihre Proben in luftdicht versiegelten Behältern mit Trocknungsmitteln, um diese zerstörerischen Effekte zu vermeiden. Einige Chalcanthit-Proben scheinen wasserunlöslich zu sein. Dies wird auf die Reinheit der Proben zurückgeführt, da sie keine Verunreinigungen durch Eisen aufweisen.

Chalcanthit und Kupfersulfatlösungen sind ein wundervolles Werkzeug, um Kindern die Entstehung von Kristallen zu zeigen. In einem Klassenzimmer oder zuhause unter Aufsicht von Erwachsenen, bilden sich nach einigen Tagen aus einer warmen Lösung Kupfersulfat schöne Kristalle, wenn die Lösung verdampft. Die schöne blaue Farbe und die funkelnden Kristalle, halten das Interesse bei Kindern wach. Eine Aufsicht durch Erwachsene ist unbedingt notwendig, da Chalcanthit und Kupfersulfatlösungen giftig sind.

Es gibt viele Anwendungen für Kupfersulfatlösungen. Kupfersulfatlösungen und Kristalle sind ein Rohstoff in chemischen Labors. Metallisches Kupfer kann aus Kupfersulfatlösungen gewonnen werden, indem man metallisches Eisen zusetzt. Ein Vorgang, den man bei der Gewinnung und Verarbeitung von Chalcanthit einsetzt. Als Gift werden Kupfersulfatlösungen oder -kristalle dazu verwendet, Seen und Wasserwege vom Pflanzenwuchs zu befreien. Diese Praxis wurde durch das immer stärker werdende Umweltbewusstsein jedoch eingestellt.

Die Erkennung des Minerals Chalcanthit ist im allgemeinen sehr einfach. Seine blaue Farbe kann bei natürlichen Mineralproben matt werden, aber bleibt trotzdem immer einzigartig. Seine Lösbarkeit ist der Schlüssel für die Erkennung. Der Text mit einem unbedeutenden Fragment der Probe führt zu einer blauen Lösung. Ein anderes relativ häufiges wasserlösliches Sulfat ist Melanterit, FeSO4 - 7H2O, ist aber grünlicher.

Es kann auch ein Geschmacktest wie bei Halit durchgeführt werden. Davon wird aber abgeraten, da Chalcanthit giftig ist! Chalcanthit hat einen süßlichen metallischen Geschmack. Falls dieser Test notwendig ist, bitte mit einem nur leicht angefeuchteten Finger durchführen.

Der Name Chalcanthit bedeutet frei übersetzt aus dem Griechischen "Kupferblume", ein passender Name.

Kristallverhalten seltene, individuelle, natürliche Kristalle zeigen schön geformte prismatische, schichtartige oder linsenförmige Kristalle, häufiger jedoch säulenartige, gebogene und parallel gewachsene Strukturen. Auch als Verkrustungen, Stalaktiten und körnige Massen gefunden und als Flöz-füllende Lagerstätten
Spaltbarkeit unvollkommen (basal)
Spaltrichtungen  
Bruch muschelförmig
Zähigkeit  
Härte 2,5
Dichte 2,2 ... 2,3
Geschmack metallisch süß, ACHTUNG: giftig!
Geruch  
Gefühl  
Lumineszenz  
Brechungsindex  
Doppelbrechung  
Dispersion  
Pleochroismus  
Interferenz  
Magnetismus  
Anlauf  
Flammenfärbung  
Lösbarkeit leicht lösbar in Wasser
Lösverhalten  
Weitere Eigenschaften  
Verwendung Ein unbedeutendes Erz für Kupfer, zahlreiche chemische Anwendungen und als Mineralprobe
Bearbeitung  
Vorkommen Chile, Chuquicamata und El Teniente
Deutschland
England
Irland
Spanien, Minas de Rio Tinto
USA, Arizona
USA, Arkansas
USA, Kalifornien
USA, Nevada, Pershing County, Imlay
USA, New Mexiko
USA, Tennessee, Ducktown
USA, Utah, Bigham Canyon
Gesellschaften Brochantit, Calcit, Melanterit, Aragonit, Malachit und Chalcopyrit
© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
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