Achtes Abenteuer
Fortsetzung der Kämpfe, zunächst
mit vier Recken
Da sprach König Gibich:
"Unser Streiten hilft nicht viel,
Wir haben im Garten kein Glück bei diesem Spiel:
Stutfuchs vom Rheine, du werter Jüngling,
Nun wappne dich geschwinde und komm her in den Ring."
Da sprach der kühne Stutfuchs:
"Bei der Treue mein,
Ich sollte der erste billig gewesen sein.
Das hätt uns frommen mögen, das will ich euch sagen,
So wären uns im Garten die Riesen nicht erschlagen."
Stutfuchs vom Rheine sich
in den Garten hob,
Wie ritterlich der Degen durch die Rosen stob!
Er sorgte, ihn getraue sich niemand zu bestehn:
Gar übermütig sah man ihn durch die Rosen gehn.
"Werter König Hartung," hub
da Hilbrand an,
"Siehst du den Helden dort durch die Rosen nahn?
Er ist geheißen Stutfuchs, ein Degen auserkannt:
Mit dem sollst du fechten, König von Reußenland."
"Gerne," sprach der Reuße,
"des bin ich wohlgemut:
Ich will für den Berner wagen Leib und Gut!"
Da sprengt' in den Garten der Held von Reußenland.
Er frug den Widersacher: "Wie seid ihr genannt?"
Er sprach: "Ich heiße Stutfuchs,
aus rheinischem Land."
Einander widersagten die beiden allzuhand.
Hartung von Reußen ritt da einher mit Kraft,
Er führt' in seiner Rechten einen Speer mit langem Schaft."
Jedweden sah man neigen auf
seinen Feind den Speer:
Sie wollten Kraft erzeigen, sich zürnten beide schwer.
Zwei Speere sie verstachen mit ritterlicher Hand;
Da griffen zu den Schwerten die Recken auserkannt.
Sie sprangen zu der Erde
nieder auf den Grieß;
Ein Wunder wars, dass einer den andern leben ließ.
Sie stritten beide grimmig, doch half es nicht zum Sieg;
Lebendig hoffte keiner zu kommen aus dem Krieg.
Herr Hartung schwang die Klinge,
die war so scharf und gut:
Er schlug ihm durch die Ringe, dass niederfloss das Blut.
Durch Helm und durch Halsberg gab er ihm einen Schlag,
Dass der Helm mit dem Haupte vor seinen Füßen lag.
Stutfuchs war erschlagen:
Da säumte sich nicht mehr
Mit ihrem Rosenkranze die Königstochter hehr.
Ein Halsen und ein Küssen gab sie dem Sieger da:
Den König Hartung freut' es, als ihm der Gruß geschah.
Wohlgemut der Degen sich in
den Sattel schwang,
Sein Ross mit großen Sprüngen aus dem Garten sprang.
Den Stutfuchs ließ er liegen und trabte durch das Feld:
Wohl empfing ihn der von Berne und mancher freudige Held.
Da sprach König Gibich:
"Was frommt mir nun zu leben,
Da ich keinem meiner Helden hier den Preis soll geben?
Doch weiß ich einen Recken, wenn ich mich recht besann,
Der mag uns wohl rächen, es ist ein kühner Mann.
Er ist geheißen Walther von
dem Wasgenstein,
Der kühnsten Recken einer wohl auf und ab am Rhein.
Nun räche meinen Kummer, du Degen auserkannt,
So will ich mit dir teilen meine Burgen und mein Land."
Da sprach der kühne Walther:
"Ich sagt' es euch vorher:
Ihr aber wähntet immer, ich fürchtete mich sehr.
Ich wusste wohl, der Berner habe manchen kühnen Mann;
Doch lass ichs drum mitnichten, den meinen greif ich an."
Hilbrand sah ihn kommen, da
rief er allzuhand:
"Wo bist du nun, Dietleib, du Held von Steierland?"
Er hielt an Dietrichs Seite bei einem Banner rot:
Das führte der von Steier mit Kraft in aller Not.
"Ich will mit ihm streiten,"
sprach der junge Mann,
"Hat er bei seinen Zeiten viel Großes gleich getan."
Des dankt' ihm der von Berne und Meister Hildebrand.
Da griff er nach dem Schilde, den Helm er überband.
Da sprang in den Garten der
unverzagte Degen;
Der vom Wasgensteine kam ihm alsbald entgegen.
Da sprach der schnelle Walther: "Bist du Biterolfens Spross?
Wer hat dich mir erkoren zu einem Streitgenoss?
Du bist noch erwachsen zum
Mann nicht völliglich:
Wie willst du einen Recken im Streit bestehn wie ich?"
"Des bring ich euch wohl inne," sprach der junge Mann;
"Nun schonet meines Lebens nicht; auch ich tu was ich kann."
Da sprach er: "Jungen Thoren
hilft weiser Rat nicht viel."
Da sprangen sie zusammen zu einem grimmen Spiel.
Sie schlugen aufeinander so manchen schnellen Schlag:
Sie hatten Kraft und Stärke, das kam wohl an den Tag.
Ihr Helm und ihr Harnisch,
die ließen ihren Schein,
Da beider Blut sie trübte; Kriemhilden schufs nicht Pein.
Di goldfarbnen Schilde hieben sie von der Hand,
Dass sie mit kleinen Stücken hinstoben auf das Land.
Von ihrem Schirmen ließen
die Degen wohlgetan,
Helm' und Schilde hieben sie nieder auf den Plan.
Da sprach Meister Hildebrand: "Seht ihr, Frau Königin,
Wie diese Recken streiten? Ihr Leben fährt dahin.
Einer wird dem andern
Meister nimmermehr;
Sie schlagen tiefe Wunden, sie schirmen sich nicht mehr."
Da sprach die Königstochter: "Nun sage, weiser Mann,
Wie soll ich sie nun scheiden, diese Recken lobesam?"
"Gebt gewonnen beiden, edle
Königin,
Ein Rosenkränzlein werde jedwedem zum Gewinn."
Kriemhild die Königstochter verzog nicht lange da:
Mit zweien Rosenkränzen trat sie den Helden nah.
Sie sprach: "Dank habet beide,
ihr Degen ausersehn,
In den Rosen ist das Beste von jeglichem geschehn.
Nun lasst von euerm Streite, ihr sollt Gesellen sein,
So geb ich jedwedem ein Rosenkränzelein."
Abbanden sie die Helme von
Stahl so fest und gut:
Kriemhild gab ihnen beiden der roten Rosen Blut,
Ein Halsen und ein Küssen gab sie jedwedem Mann:
Da wurden Schwurgesellen die Recken wohlgetan.
Da sprach der von Berne:
"Ihr habt beide wohl gestritten
Hier im Rosengarten, nach ritterlichen Sitten.
Der Anger ist bekleidet mit euer beider Blut;
Kriemhild die Königstochter ist wieder wohlgemut."
Hildebrand der alte hub da
zu rufen an:
"Wie säumt nun so lange der Mönch Ilsan?
Was fürchtet er sich also? Darf er nicht auf dem Plan
Den Schnee mit Blut begießen wie die andern auch getan?
Dazu ihn überdecken mit
seiner Kutte weit,
Bis ihm die Königstochter einen Kämpen leiht?"
"Ja, lieber Bruder," sprach der Mönch Ilsan,
"Was ihr nur gebietet, das soll sein getan.
Dazu bin ich zum Streite
fertig und bereit!"
So froh trat in die Rosen der Mönch zur selben Zeit.
Eine graue Kutte hatt er auf dem Harnisch an,
Ein Schwert in seiner Rechten trug der Mönch Ilsan.
"Da die Königstochter trägt
nach Streit Begehr,
Dass man vor ihr streite, dazu kam ich her.
Sie geb einen Kämpen mir in die Rosen licht,
Denn ich will sie all zertreten, es bleibt ihr keine nicht."
Da sah man sich wälzen den
Mönch Ilsan
In dem Rosengarten - niemand griff ihn an -
In den lichten Rosen vertrieb er sich die Zeit:
Das war der Königstochter gar ausermaßen leid.
Man sah den Bruder Ilsan
die Rosen all zertreten;
Die Königstochter hatt ihn mitnichten drum gebeten.
Er trieb in dem Garten so großen Übermut:
Das deuchte Kriemhilden in ihrem Sinn nicht gut.
Da sprach die Königstochter:
"Lieber Vater mein,
Nun lass dir befohlen meine Klage sein.
Was hier im Garten treibet der Mönch Ilsan,
Hast du so kühnen keinen, der ihm das wehren kann?
Dass ihm die graue Kutte
stets geschändet sei!"
Darob begann zu lachen Ilsan der Bruder frei:
Er sprach aus klugem Sinne: "Edle Königin klar,
Fluchen ist verboten, das sag ich euch fürwahr.
Ich weiß wohl um den Orden;
ich bin ein Klostermann."
Da sprach die Königstochter: "Es ist nicht recht getan,
Hast du dich unterwunden, dass du willst dienen Gott,
Dass du mir hier erzeigest so übermütigen Spott."
"Ich halte meinen Orden: sieh
meinen Predgerstab,
Den mir in dem Kloster der Abt selber gab.
Er hat mich ausgesendet, ich soll euch Beichte hören."
Da sprach die Königstochter: "Der Mönch will uns hier tören.
Ich fürcht, uns will betrügen
der alte Bösewicht;
Mich verdrießt sein Reden, sein Spott gefällt mir nicht.
Ein scharfes Schwert er führet als einen Predgerstab.
Der Abt war nicht bei Sinnen, der dirs in die Hände gab."
"Edle Königstochter, er
hatte Witz genug,
Dazu auch gute Kunde, wie ichs mit Ehren trug
In Stürmen stets und Streiten, nach des grauen Ordens Recht."
"Nun geleite dich der Teufel in die Hölle, Sündenknecht!
Ich sage dir in Wahrheit,
er lässt von dir nicht ab:
Du dinest ihm allzu fleißig mit deinem Predgerstab."
"Frau, das Höllenfeuer, das schafft mir keine Pein;
Doch freut es mich zu schauen manch rotes Mündelein
Hier im Rosengarten mit
meinen Augen klar,
Sollt ich auch im Kampfe verlieren Haut und Haar.
Die Märe kam ins Kloster, das wollt ich gerne schaun,
Im Garten gäb es Küsse von schönen jungen Fraun."
Da sprach zu dem Bruder die
Königstochter zart:
"Nun küsse dich der Teufel an deinen rauen Bart."
Mit Hass und mit Zürnen die Königstochter sprach:
"Dir wird mit scharfen Schwerten gegeben mancher Schlag."
"Das ist all mein Verlangen
in meiner Bruderschaft,
Dass auf mich geschlagen werde mit harten Schwertes Kraft.
So will ich so mich biegen im wollenen Gewand,
Dass es dort zu Berne Frau Uten werde bekannt,
Und auch mit roten Mündlein
so manchem schönen Weib.
Wie sehr auch meine Kutte mir hemmen mag den Leib,
Ihr sollt doch alle sprechen, eh dieses Spiel zerrinnt,
Der stärkste eurer Helden sei gegen mich ein Kind."
Da rief König Gibich: "Wo
bist du, Volker?
Ich will dir heute klagen des großen Leids Beschwer,
Das mir hier erzeigte der Mönch Ilsan:
Kühner Degen edel, den sollst du greifen an
Mit deinem guten Schwerte,
Degen unverzagt.
Hörst du, wie er höhnisch meiner Tochter sagt,
Wir alle hier im Garten seien ihm ein Spott?
Möchtest du ihn zwingen, vergönnt' es dir Gott,
Wir hätten dessen immer Ehr
und großen Ruhm."
Da sprach der kühne Spielmann, er wollt es gerne tun.
Alles was er könnte tät' er mit guter Art,
Dass er dem frechen Mönche zerzausen möchte den Bart.
Volker der Spielmann sich
bald zum Streit erbot.
Auf seinem Schilde führt' er eine Fiedel goldesrot.
Da sprang in die Rosen Volker der Fiedelmann:
Wie die wilden Teufel, so griffen die zwei sich an.
"Wozu hat uns der Berner
seinen Schalksnarrn hergesandt?
Es wär unterblieben, hätt er mich recht erkannt."
Da sprach Bruder Ilsan, er hatte Reckensinn:
"Ich will dich inne bringen, ob ich ein Schalksnarr bin."
Sie schlugen aufeinander, es war ein
grimmes Spiel;
Schneller starker Schläge gab ihm der Bruder viel.
Dabei nach schönen Frauen blickt' er unverwandt;
Darob musst ihn schelten der alte Hildebrand.
"Pater noster! Bruder:
Kommt das dem Mönch wohl zu,
Nach schönen Frauen schielen?" "Schweig, lass mich in Ruh.
Meine Augen müssen schießen nach süßer Minne Ziel.
Dazu bin ich ein Kämpe und spiele dieses Spiel."
"So wehr dich wacker, Moosbart,"
sprach Meister Hildebrand,
"Wir sind der Ehre willen gekommen in dies Land:
Die lass an dir alleine nicht verloren sein."
Da gab es harte Schläge von den erzürnten zwein.
Nun sah man erst im Zorne
den Mönch Ilsan:
Mit ungefügen Schlägen lief er den Spielmann an.
Volker der Fiedler des Mönchs auch nicht vergaß:
Mit seinen Fiedelbogen manchen Hieb er ihm maß.
Benetzt ward der Anger, vom
Blute ward er rot,
Sie brachten beid einander in große Angst und Not.
Sie schufen durch die Helme wohl ihren Schwertern Bahn;
Mit feindlichen Blicken sahn sie beid einander an.
Volker dem Bruder einen
Streich über zog,
Dass sein guter Predgerstab seiner Hand entflog.
"Du zahlst mir den Geigenstreich, den du mir hast getan:
Ich verschrote dir die Saiten," sprach der Mönch Ilsan.
Herr Volker sprach: "Ein Fiedler
will ich noch immer sein,
Ich weiß wohl zu streichen mit dem Fiedelbogen mein.
Was ich damit erreiche muss auseinander gehn."
Anliefen sichs aufs neue die Degen ausersehn.
Sie schlugen aufeinander
Schläger sonder Zahl,
Es klangen Schild und Harnisch mit ungefügem Schall.
Die Harnischringe sprangen in die Rosen hin:
Zerstreut sah man sie liegen als wären sie gesät darin.
Da schlug der Bruder Ilsan
einen ungefügen Schlag,
Dass ihm vor den Füßen der mit der Fiedel lag.
Doch lag er nicht lange, der kühne Fiedelmann,
Er sprang empor geschwinde und lief den Bruder an:
Doch trieb ihn auf der Heide
der Mönch die Kreuz und Quer:
Er trieb ihn hin mit Schlägen und trieb ihn wieder her,
Dass ihm der Schweiß und auch das Blut durch den Harnisch
rann:
So musste vor ihm weichen Volker der Fiedelmann.
Dem kühnen Fiedelspieler
ward ein Schlag getan,
Dass das Blut ihm stromweis über die Augen rann.
Auf sprang die Königstochter, die wunderschöne Magd,
Und schied sie voneinander, die Helden unverzagt.
Sie sprach: "Herr Mönch, ich will es
euerm Abte sagen,
Ich will ihm Briefe senden, und euch darin verklagen,
Dass er euch zu fasten setzt ein langes Ziel."
"Das tu ich alles gerne," sprach der Mönch, "wenn ich will.
Wohl mögt ihr euch beklagen,
es tut euch wahrlich Not:
Wir haben euch geschlagen Riesen und Ritter tot.
Ich hörte sie hier Beichte: Doch ist die Buße schwer,
Die sie empfangen haben," so sprach der Prediger.
"Das Kloster mag verbrennen,"
sprach der Fiedelmann,
"In das du bist gegangen, du alter grauer Mann;
Dem Teufel sollst empfohlen mit deinen Brüdern sein:
Du gabst mit deinem Stabe mir Streiche groß und klein."
"Nun mög uns Gott behüten
(mit Fluchen schweige still),
Mich und meine Brüder, wie ich dir sagen will.
Mein Predgerstab schlägt kräftig und unterweilen scharf;
Ich kann ihn selber führen, keines andern ich bedarf.
Das hab ich heut erwiesen
hier in den Rosen rot."
"Das dir dein Abt gesetzt hat, nicht schwer ist das Gebot.
Du möchtest statt der Kutte wohl klare Seide tragen:
Was soll man dich zu holen erst nach dem Kloster jagen?"
"Ich mag das Fleisch wohl missen,
doch nicht so leicht das Blut:
Es ist mir angeboren, des bin ich wohlgemut,
Von den Wölfingen, die habens stets geübt:
Zu Stürmen und zu Streiten zog keiner je betrübt.
Das übt' ich heute wieder,
der Jugend nur zum Bild,
Damit sie lernen kämpfen wie ich im Kampfgefild.
In Stürmen und in Streiten ich stets nach Ehren rang;
Komm ich zurück ins Kloster, so fast' ich wieder lang."
Da hatte Bruder Ilsan
großen Übermut
Begangen in dem Garten; sein Predgerstab war gut.
Er hatte da zertreten die Blumen und den Klee:
Das tat dem König Gibich und seiner Tochter weh.
Doch säumte sich nicht länger
Kriemhild die Königin;
Mit einem Kranz von Rosen trat sie zum Mönch dahin.
Ein Halsen und ein Küssen gab sie dem Degen hehr.
Er sprach: "Edle Königin, ich brauche der Rosen mehr."
Da sprach König Gibich:
"Unsre Schande wird zu groß.
Keiner Kurzweile mich je so sehr verdross!
Ach reicher Gott vom Himmel, das will ich dir klagen:
Ist niemand, der sie räche, die uns im Garten sind
erschlagen?"
Hagen von Tronje kam da
hervor gerannt;
Eine silberweiße Fahne führt' er in der Hand
Und auf dem Helm gedoppelt ein goldnes Wisenthorn.
So sprengt' er in den Garten und rief aus großem Zorn:
"Ich will sie alle rächen,
lieber Herre mein,
Die uns hier sind erschlagen; mein Ende müsst es sein.
Wohlauf denn, von Berne getreuer Hildebrand:
Mit wem soll ich streiten? Das tu mir nun bekannt."
Da sprach Meister Hildebrand:
"Hier mit Eckhart;
Du getreuer Degen, hebe dich auf die Fahrt.
Mit Hagen sollst du fechten: Du bist ein starker Mann
Und hast bei deinen Zeiten große Dinge getan."
Da sprach wohl gezogen der
treue Eckhart:
"Unser beider Streiten wird länger nicht gespart."
Da griff nach seinem Schilde Eckhart der treue Mann:
Er säumte sich nicht länger, er sprang wohl auf den Plan.
Da stob durch die Rosen der
treue Eckhart,
Bis Hagen ihm entgegen kam in schneller Fahrt.
Sie grüßten sich einander, die Recken unverzagt;
Alsbald ward nach dem Gruße der Frieden aufgesagt.
Da hob im Rosengarten sich
ein hartes Spiel:
Sie traten in den Anger der lichten Rosen viel.
Sie stritten beide kräftig, Eckhart und Hagen,
Tiefe Wunden wurden mit den Waffen geschlagen
Durch Helm und durch Harnisch,
so haben wir vernommen:
Zwei kühne Degen waren zusammen hier gekommen.
Nun erst begann zu streiten der treue Eckhart:
Den grimmen Hagen lief er jetzt an in schneller Fahrt.
Er schlug ihm eine Wunde,
dem mordgiergen Mann.
Hagen musste fliehen vor ihm auf dem Plan.
Da kam die Königstochter wohl zu derselben Stund,
Und hätte sie gesäumet, so ward ihm Sterben kund.
Auf setzte sie Eckharten
ein Rosenkränzelein;
Auch wollte sie ihn küssen; er sprach: "Das mag nicht sein.
Wenn mir das widerführe, das wär mir immer leid:
Ich lasse mich nicht küssen eine ungetreue Maid."
Da ging aus dem Garten
Eckhart hindann;
Wohl empfing ihn der von Berne und die in seinem Bann.
Er umschloss ihn mit Armen und küsst' ihn auf den Mund:
"Gott sei Lob und Ehre, dass wir dich sehn gesund."
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