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            III. Hörn. Siegfried
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            IV. Rosengarten
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            V. Hildebrandslied
               Hildebrand
            VI. Ortnit
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            VII. Hugdietrich

               Hugdietrich
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Siebtes Abenteuer

Wie die Kämpfe begannen und zuerst mit vier Riesen

Am zehnten Morgen wurde   der Frieden aufgesagt,
Des musste da entgelten   mancher Ritter unverzagt.
Kriemhild die Königstochter   versäumte nicht die Zeit,
Mit großem Fleiße zierte   sie sich in köstlichem Kleid.

Da ging sie hin behende   wo sie den Berner fand:
"Der Friede hat ein Ende,   das mach ich dir bekannt.
Siehst du die zwölf Recken   dort in dem Garten stehn?
Die hüten mir die Rosen,   die Degen ausersehn.

"Der mit ihnen streitet,"   so sprach die Königin,
"Ein Halsen und ein Küssen   empfängt er zum Gewinn.
Siegt er ob im Garten,   ihm wird ein Kränzelein;
Er soll vor allen Recken   auch immer gepriesen sein.

Doch unter euch allen   ersah ich nicht den Mann,
Vor dem ich meiner Recken   Sorge noch gewann."
Da sprach der Held von Berne:   "Das Wort missziemt euch sehr;
Und wenn es Wolfhart hörte,   der vertrüg es euch schwer."

Da sprach der gute Meister   im Zorn zur Königin:
"Nun kehrt, eh wir euch schelten,   zu den euern wieder hin.
Euch und eure Recken   lobt ihr allzu viel;
Glaubt mir auf meine Treue:   Sich hebt ein hartes Spiel."

Da nahmen sie die Königin   und führten sie hindann.
Sie sprach: "Es wird gerochen,   wenn ich es fügen kann."
Sie ging zu ihrem Vater   und klagt' es ihm zuhand:
"Übel zu mir gesprochen   hat der alte Hildebrand."

Da sprach der König Gibich:   "Er tat nicht wohl daran;
Es ist auch gegen Frauen    nimmer recht getan.
Ich selber will dich rächen,   liebe Tochter mein:
Sie mögen Gott wohl klagen,   dass sie kamen über Rhein."

Da ging mit sich zu Rate   der alte Hildebrand:
Er schuf, dass die Hütten   wurden all verbrannt.
Da sah man auf dem Felde   viel Recken ausersehn,
Und geziert mit reichen Decken   die schönen Rosse stehn.

Da ließ Herr Dietrich blasen   das krumme Heerhorn:
Sich rüsteten zum Kampfe   die Degen wohl geborn.
Sie ersprengten ihre Rosse   bis vor des Gartens Tor,
Und hielten alle Zwölfe   einen Rosslauf weit davor.

Da sprach der König Gibich:   "Wo ist nun Pusold?
Denn ich all mein Leben   gewesen bin so hold.
Dass man meine Tochter   so bescholten hat,
Dir klag ichs, starker Riese:   Räche du die Übeltat."

Da sprach der Riese Pusold:   "König und Herre mein,
Ich red es auf mein Ende,   es muss gerochen sein."
Da sprach Meister Hildebrand:   "Siehst du das, Wolfhart?
Nun, lieber Neffe, hebe   dich zu ihm auf die Fahrt."

Da sprach der starke Recke,   der kühne Wolfhart:
Wir haben diese Reise   allzu lang gespart.
Ich säume mich nicht länger,   es ist nun an der Zeit:
Ich will in den Garten,   den Riesen bestehn mit Streit."

Da sprang in den Garten   Wolfhart der kühne Mann:
Da lief ihn der Riese   gar grimmiglich an.
Dem Riesen kocht' im Herzen   des Zornes allzu viel:
Da schlug er Wolfharten,   dass er in die Rosen fiel.

Hildebrand der alte   rief Wolfharten an:
"O weh, wie bist du, Neffe,   gefallen auf den Plan!
Wirst du von einem Riesen   hier zu Tod erschlagen,
Fraun und Ritter können   dich nimmer genug beklagen."

Wolfhart der Kühne   sprang wieder aus dem Grieß
Und sprach: "Das wurmt dem Riesen,   dass er mich leben ließ."
Da lief er Pusolden   zorniglich an:
Da musste vor ihm fliehen   der ungefüge Mann.

Er schlug ihm tiefe Wunden   so lang und so groß,
Dass ein Bach von Blute   ihm aus dem Leibe schoss.
Dann straft' er ihn mit Streichen   und schlug ihm Wunden rot:
Wo er ihn mocht erreichen,   da bracht er ihn in Not.

Zum Eid die Finger reckte   der Riese Pusold:
Doch Wolfhart sprach: "Du wurdest   nie einem Christen hold:
Des musst du hier entgelten,   das will ich dir sagen."
Da ward dem langen Riesen   das Haupt abgeschlagen.

Auf sprang die Königstochter   wohl zu derselben Stund;
Sie hatte sich verspätet,   drum ward ihm Sterben kund.
Da gab ihm Frau Kriemhilde   ein Rosenkränzelein,
Ein Halsen und ein Küssen   gab ihm das Mägdelein.

Da ging aus dem Garten   Wolfhart der kühne Mann:
Wohl empfing ihn der von Berne   und die in seinem Bann;
Ihn empfingen auch die Freunde.   Der Meister sprach da so:
"Ihr all, die streiten wollen,   seit dieses Anfangs froh."

Da sprach der König Gibich:   "Wo ist nun Ortewein,
Dass er hier nicht will rächen   den lieben Bruder sein?
Der von Wolfharts Händen   hier liegt zu Tod erschlagen:
Ich kann bis an mein Ende   ihn nimmer genug beklagen."

Eh er das Wort geendet,   da kam schon Ortewein:
"O weh mir deines Todes,   du lieber Bruder mein!
Verflucht sei der Anger,   dass er je Rosen trug!
Er verderbt der Recken   und Helden noch genug.

Deines Todes muss entgelten   mancher Degen ausersehn:
Er mag sich billig fürchten,   der mich soll bestehn."
Da sprach Meister Hildebrand:   "Hörst du das, Siegestab,
Wie der Riese brüllet?   Nun hilf ihm in sein Grab."

Da sprach Siegstab der Schnelle:   "Ich bin wohl so verwegen:
Dazu fuhr ich über Rhein,   dass ich will Streites pflegen.
Wär er noch so ungefüge,   doch will ich ihn bestehn."
Da dankt' ihm der Berner,   der Degen ausersehn.

Da sprang in die Rosen   Siegstab der kühne Mann.
Da lief ihn der Riese   gar grimmiglich an;
Ich sag euch in Wahrheit,   des Starken Zorn war groß.
Sie schwiegen beid und schlugen   nur aufeinander los.

Da stritt aus ganzen Kräften   der grimme Ries' Ortwein;
Wohl mocht ihn gereuen   der liebe Bruder sein.
Auf den jungen Ritter   sah man ihn freislich schlagen:
Siegstab der Kühne   wollt ihm das nicht vertragen.

Lang hatte sich mit Schirmen   geschützt Siegstab der Held,
Den grimmen Riesen trieb er   jetzt mannlich aus dem Feld.
Viel tiefe Wunden schlug ihm   der kühne Siegestab,
Dass sich der Ungefüge   des Siegs alsbald begab.

Er fällt' ihn zu der Erden,   das will ich euch sagen:
Da ward Ortwein der Riese   von dem Recken Tot geschlagen.
Da schickte sich Kriemhilde   die Königin darein:
Auf setzte sie dem Ritter   ein Rosenkränzelein,

Ein Halsen und ein Küssen   gab sie dem jungen Mann.
Die Wölfinge freut' es,   da Siegstab Sieg gewann.
Wohl empfing ihn der von Berne   und all sein Heergesind;
Man zog ihm ab den Panzer:   Da kühlt' er sich im Wind.

Da sprach König Gibich:   "O weh mir dieser Not!
Wie liegen meine Recken   im Rosengarten tot!
Zwei so kühne Degen   hat man mir erschlagen:
Starker Riese Struthan,   das will ich dir klagen.

Nun räch du meinen Kummer,   gar wohl steht das dir an,
So will ich mit dir teilen   das Land, das ich gewann.
Gedenk in deinem Herzen,   sie sind dir nah verwandt;
Deine Bruderskinder   lass rächen deine Hand."

Gar grauslich sprach entgegen   der Riese Struthan:
"Wo ist er nun so lange,   der mir zum Kampf soll nahn?
Um meine Bruderskinder   trag ich so große Not,
die mir im Rosengarten   geschlagen sind zu Tod!"

Da sprach der alte Hildebrand:   "Heime, hörst du das?
Mit diesem sollst du fechten,   Struthan trägt dir Hass.
Seine Bruderskinder   beklagt er also sehr;
Seine Kraft und seine Stärke   wiegt gegen dich nicht schwer."

Da sprach der starke Heime:   "Ich will ihn nicht bestehn.
Er ist zu ungefüge,   zu gräulich anzusehn.
Und schlüg er mich zu Tode,   das wär der Welt ein Spott."
Da sprach Meister Hildebrand:   "Davor behüte dich Gott.

Und versähn die Leute    deiner Zagheit sich,
Viel hoch gelobter Recke,   das wär mir leid für dich."
"Auch sprach ichs nicht im Ernste:   Ich will ihn doch bestehn;
Vor dem Ungefügen wolle    mir Gott zur Seite stehn."

Da sprang in den Garten   der Degen ausersehn:
Das dankt' ihm der Berner   und die in seinem Lehn.
Da sah man auch den Riesen   durch Rosen watend nahn.
Da rief aus großem Zorne   der Reise Struthan:

"Was magst du wohl hoffen,   du wunderkleiner Mann!
Und kämen deiner Tausend,   das ficht mich wenig an."
Doch Heime sprach hinwieder:   "Das Prahlen steht dir fein;
Erfährst du meine Stärke,   es muss dein Ende sein."

Da zürnte sehr der Riese,   er gab ihm einen Schlag,
Dass der starke Heime   vor ihm am Boden lag.
Hildebrand der Alte   rief da Heimen an:
"Du bist in große Schande   gefallen auf den Plan

Vor Rittern und vor Frauen:   Die haben es gesehn.
Du musst dich immer schämen,   dass es dir ist geschehn."
Heime der Kühne   bald auf die Füße sprang,
Nagelring die Waffe   an der Hand ihm laut erklang.

Ingrimmig lief er   den langen Riesen an:
Da schlug er tiefe Wunden   dem ungefügen Mann;
Der Klee ward gerötet   auf der Heide grün:
Sie stritten beide wacker,   die stolzen Helden kühn.

Heime der Edle   da Nagelringen schlug
Auf den Riesen Struthan,    dass er ihm gab genug.
Zwischen seinen Brüsten   schlug er ihm Wunden weit:
So stritt er mit dem Langen   vergebens lange Zeit.

Jetzt kam er angelaufen   und gab ihm einen Schlag,
Dass der grimme Riese   vor ihm am Boden lag.
Er stach ihn zu der Erde,   das will ich euch sagen;
Da waren drei der Riesen   zu Tode nun erschlagen.

Da kam Kriemhild und gab ihm    ein Rosenkränzelein;
Ein Halsen und ein Küssen   musst ihm gegeben sein.
Da ging aus dem Garten   der Ritter wohlgetan:
Wohl empfing ihn der von Berne   und die in seinem Bann.

Da sprach der Held von Berne:   "Ich bin dir treulich hold
Und will auch mit dir teilen    mein Silber und mein Gold."
Doch Gibich sprach, der König:   "O weh mir dieser Not,
Wie liegen meine Diener   hier so jämmerlich tot.

Verflucht sei der Anger,   der die Rosen hat getragen;
Darum sind mir der Recken   zu Tode drei erschlagen.
In ganzen Treuen waren   sie mir zu Dienst bereit.
Asprian, starker Riese,   dir sei mein Schade leid."

"Ihr sollt, lieber Herre,   an mir nicht verzagen:
Ich will die Riesen rächen,   die uns hier sind erschlagen.
Die starken Wölfinge   tun uns des Leids zu viel:
Nun will ich mit ihnen   spielen ein hartes Spiel,"

So sprach aus großem Zorne   der Riese Asprian:
"Ich bringe sie in Nöte,   wenn ich es fügen kann."
Er wappnete sich im Grimme:   In die Rosen er sich hob,
Mit zweien scharfen Schwertern   er durch den Anger stob.

Da rief Meister Hildebrand:   "Wittich, Geselle mein,
So lieb ich und der Berner   dir beide mögen sein:
Siehst du den Riesen Asprian   im Rosengarten stehn?
Mit dem sollst du streiten,   du magst ihn wohl bestehn."

Doch Wittich sprach: "Ihr ratet   mir stets zu meinem Leid;
Ich bin hier fremd im Lande,   des entgelt ich allezeit.
Was hasst ihr mich so, Meister?    Könnt ihr etwa sagen,
Ich hab euch den Bruder    oder Vater erschlagen,

Dass ihr mich verratet   an den Teufelsmann?
Bestündet ihr ihn selber,   das wäre wohlgetan.
Ich will mit ihm nicht streiten,"   sprach der kühne Held,
"Nicht tausend Marken nähm ich    dafür zum Schmerzengeld."

Der Berner sprach: "Nun lass mich   genießen diesen Tag,
Dass ich willig mit dir teile,    was ich besitzen mag.
Diese große Reise   würde gar zunicht,
Bestündest du im Garten   mit Streit den deinen nicht."

"Ihr bittet mich des Dinges,   des ihr euch nicht getraut;
Ihr sprächet anders, ging es   euch selbst an Haar und Haut.
Besteh ihn wer da wolle,   ich will der Thor nicht sein;
Bestimmt mir andern Gegner,   zu keinem sag ich nein."

Hildebrand der Alte   zog seinen Herrn beiseit:
"Was ratet ihr nun, Herre?   Er will nicht in den Streit.
Wolltet ihr ihm Schimming,   sein Ross, wieder geben,
So möcht er für euch wagen   den Leib und auch das Leben."

Der Berner sprach: "Ich gäb ihm   lieber wohl ein Land;
Doch will ers nicht entbehren,   ich gelob es ihm zuhand."
Da sprach der Meister: "Herre,   es muss gehalten sein."
"So werdet ihr mir Bürge:   Ich geb es auf die Treue mein."

"Wes hast du dich beraten?",   sprach Meister Hildebrand,
"Das lass mich wissen, Wittich,   kühner Weigand.
Ein Herzogtum zu Lehen   will dir mein Herre geben:
Dir wird Osterdinge:   Darum wage Leib und Leben."

Da sprach der kühne Wittich:   "Gäb er mir all sein Land,
Ich wollt ihn nicht bestehen,"   sprach der Weigand.
"Meinthalben mag der Riese   wohl ohne Sorge sein:
Ich besteh ihn nimmer,   das hab auf die Treue mein."

Da sprach der Held von Berne,   der unverzagte Degen:
"Schimming den Schnellen   will ich dir wieder geben,
Den du aus dem Berge brachtest,   von dem Vater dein:
Erschlägst du den Riesen,   er soll dein eigen sein.

"Er ward mir zu Garten,   da du strittst mit Amelolt.
Ich lasse dir ihn wieder,   verdienst du den Sold."
"Noch will ich nicht streiten,"   sprach der Weigand,
"Es werde denn um Schimming    mir Bürge Meister Hildebrand.

Würde mir Schimming   wieder untertan,
So griff' ich willig   den großen Riesen an."
Da sprach der alte Hildebrand:   "Ich will dir Bürge sein,
Dass ihn dir gibt zu eigen   der liebe Herre mein."

Da sprang in den Garten   Wittich der Weigand;
Das dankt' ihm der Berner   und Meister Hildebrand.
Asprian der Kühne   war aller Mannheit voll:
Mit zweien scharfen Schwertern   konnt er fechten wohl.

Wenn er streiten sollte,   da war er geschwind:
Anlief er im Grimme   Wittich, Wielands Kind.
Auch war der junge Degen   dem Riesen gram genug,
Er zog sein Schwert Mimung,   das durch die Helme schlug.

Da sprangen sie zusammen   und schlugen so, die Degen,
Als schlügen zwanzig Schmiede   mit starken Hammerschlägen.
Von den beiden Schwertern   kam Wittich in Not:
Seine lichten Panzerringe   wurden vom Blute rot.

So drängte mit den Schwertern   der Ries' den jungen Mann,
Dass er vor ihm zu weichen   hin zu den Fraun begann.
Da rief ihm zu der Meister:   "Du fliehest lästerlich:
Schimming den schnellen   behält mein Herr für sich."

Da nahm in beide Hände   Wittich die Waffe gut:
Anlief er den Riesen   mit zornigem Mut.
Er ließ den Mimung sausen,   der edle Weigand:
Da traf er den Riesen   und schlug ihm ab eine Hand,

Dazu eine Achsel,   das will ich euch sagen,
Der Rosse Stärkstes hätte   genug daran zu tragen.
Von des Riesen Blute   ward der Anger nass:
Da wollte fliehen Asprian;   wie kühnen Mut er besaß.

Da rief die Königstochter:   "Held, willst du mir ihn geben?"
Er stellte sich als hört' ers nicht   und nahm ihm ganz das Leben.
Da wandt er sich zu Kriemhild   und sprach: "Ihr stolze Magd,
Wollt ihr den Riesen langen?   Er sei euch unverzagt."

Da säumte sich nicht länger    Kriemhild die Königin:
Mit einem Kranz von Rosen   ging sie zu Wittich hin,
Ein Halsen und ein Küssen   gab sie dem kühnen Mann.
Da freute sich Wittich,   dass er den Schimming gewann.

Schimming der Schnelle   ward Wittich untertan:
Darauf war bald gesessen   der kühne, junge Mann.
"Nun fürcht ich keinen Kaiser   in allen Landen fern:
Nimmer in den Nöten   lässt Schimming seinen Herrn."

Ü   Þ

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