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            III. Hörn. Siegfried
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            V. Hildebrandslied
               Hildebrand
            VI. Ortnit
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            VII. Hugdietrich

               Hugdietrich
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Drittes Abenteuer

Wie Kaiser Ermenrich den Herzog Wolfing auf die Warte schickte

Da dank' ihm für den Urlaub   Heime der kühne Mann,
Er ging zu seinem Rosse,   da er nun wollt hindann:
Darauf war bald gesessen   der Ritter unverzagt;
Ihm war leid, dass er die Botschaft   je dort dem Berner gesagt.

Da sprach der starke Heime:   "Noch ist mir wohl geschehn,
Da ich gen Berne trabte   die Feinde dort zu sehn:
Sie sind mir nicht so feindlich:   Sie taten mirs zu Lieb,
Dass ich ungefangen   von den Wölfingen verblieb."

Über die Etschbrücke   ritt Heim der kühne Mann.
Noch sprach da von Berne   der Fürst lobesam:
"Du magst dich vor mir hüten,   Heim, du kühner Held,
Denn so du mir begegnest,   so gibt dein Leben Entgelt."

Da sprach mit schlauen Listen   der Degen wohlgestalt
(Sein Leben wollt er fristen)   von einem Vorbehalt,
Mit dem er seine Treue   brach an dem von Bern,
Und Wittich sein Geselle;   Sibich riet es seinem Herrn.

Da sprach der starke Heime   zu Herrn Dieterich:
"Ich schad euch nicht, noch Wittich,   dass wisset sicherlich:
Wir haben es mit Worten   auf unsern Eid genommen,
Wider Hildegreinen   niemand zu Hilfe zu kommen."

Da sprach der kühne Berner:   "Hätt ich Glauben dran,
So verzieh ich dir schon gerner   was du mir hast getan."
"Glaubt mir," sprach da Heime,   "ich bin euch hold gesinnt:
Ich will das Beste reden,   dass der Zwist ein Ende gewinnt."

Also sprach da Heime,   da er Geleit erbat;
Amelolt und Nere   wiesen ihn vor die Stadt.
Heime schied von dannen   zu Kaiser Ermenrich.
Zu allen seinen Namen   ging von Bern Herr Dieterich.

Dass Heime so von Berne   bei seiner Botschaft schied,
In diesem deutschen Buche   sagt es ein altes Lied.
Heim ritt durch das Gefilde   nach einem weiten Plan:
Da fand er bei dem Kaiser   liegen achtzigtausend Mann.

Dass Heime blieb so lange,   verdross Herrn Ermenrich:
Gefangen, wähnt' er, hätt ihn   sein Neffe Dieterich.
Mit tausend Mannen kam er   entgegen ihm gejagt:
Da begegnet' auf der Heiden   ihm der Degen unverzagt.

Als der starke Heime   den Kaiser kommen sah,
Zu Amelolt und Nere   nun hört wie sprach er da:
"Nun sollt ihr heimkehren,   ihr stolzen Helden gut:
Dort kommt der reiche Kaiser,   der trägt euch zornigen Mut.

Tät er euch was zu Leide,"   so sprach der Degen,
"So müsst ich bei euch wagen   mein Leib und Leben.
Darum kehrt zurücke,   ihr Helden lobesam;
Gott lohn euch aller Treue,   die ihr habt an mir getan."

Amelolt und Nere   wohl an derselben Statt
Wandten sich zurücke,    wie sie Heime bat,
Nach einem grünen Hügel,   die unverzagten Degen,
Das Heer zu überschauen,   das auf der Heide war gelegen.

Heimen fragte balde   der Kaiser Ermenrich:
"Was entbietet mir der Berner,   mein Neffe Dieterich?
Wie will er nun gebahren   wider mich?   Das lass dich fragen?"
Da sprach der starke Heime:   "Ich wills, Herr Kaiser, euch sagen.

Ich habe dem von Berne   von euch widersagt:
Ihr seit nah oder ferne,   so ist er unverzagt.
Wir mögen leicht entgelten   seiner tugendreichen Hand,
Da man den Fürsten selten   wohl noch kleinmütig fand."

"Darum will ich nicht sorgen,"   sprach Herr Ermenrich.
"Wer will die Warte suchen   nun wider Dieterich?
Widers Reich will er sich setzen,   das hab ich wohl vernommen.
An Ehren will ich letzten   die da Sold von ihm genommen."

So sprach von Lamparten   der Kaiser Ermenrich:
"Wen send ich auf die Warte,   ihr Recken lobelich?"
Die kühnen Weigande   traten in einen Ring:
"Ich will die Warte suchen,"   sprach der Herzog Wolfing.

Da wählt' er aus dem Ringe   zu sich achtzig Mann,
Die huben mit Wolfingen,   dem Herzog, sich hindann.
Unter breiten Bannern,   von Golde schön und klar,
Achtzig kühne Helden   sollten reiten in der Schar.

Da sah man sich bereiten   zur Wart des Kaisers Bann
Und ihre Fahne leiten   über den weiten Plan.
Nun heben wir von Berne   wieder an das gute Lied:
Nun mögt ihr hören gerne   wie es uns selber beschied.

Da sprach der reiche Kaiser   also hochfährtiglich:
"Heim, sage meinen Helden,   was entbeut mir Dieterich?
Dass sie desto gerner   mir helfen ihn vertreiben;
Es darf der kühne Berner   nicht länger im Lande bleiben.

Er ist so übermütig,   der auserwählte Degen,
Er muss das Land mir räumen,   sonst geht es ihm ans Leben."
"Herr, der Held von Berne   zürnt euch also sehr,
Er hat von euch erlitten   viel Leid und grimme Beschwer.

Ihm sei Gewalt geschehen,   das klagt der kühne Degen,
Drum will er gen euch wagen   den Leib und das Leben
Mit allen seinen Helden,   der Degen hoch genannt,
Die ihm wollen retten helfen   seine Burgen und sein Land."

Da sprach der reiche Kaiser:   "Ich schaff ihm grimme Not:
Meinen Schild soll er fürchten   bis an seinen Tod,
Herr Dietrich von Berne   und all die Helden sein,
Gern oder ungerne:   Das wisst auf die Treue mein."

Da widersprach Herr Heime   dem reichen Kaiser hehr:
"Vertreibt ihr ihn der Lande,   ihr verwindets nimmermehr.
Ob sie es alle rieten,   die da auf Erden sind,
Ihr sollt dem Rat nicht folgen:   Er ist eures Bruders Kind.

Wollt ihr vertreiben   den edeln Dieterich,
So tut ihr unfreundlich,   Herr Kaiser Ermenrich.
Von meinem ganzen Herzen   ist er mir um ihn leid."
Also sprach da Heime,   dieser Degen kühn im Streit.

Da sprach der reiche Kaiser   als ein erzürnter Mann:
"Was will der von Berne   mit mir heben an?
Wähnt er mir Krieg zu bieten,   der Degen ohne Gleich?
Er muss das Land mir räumen,   mir dient das römische Reich.

Ich treib es mit ihm gerne,   will ihn nicht lange flehn:
Er gebe mir denn Berne   und empfahs von mir zu Lehn,
So muss der kühne Dieterich   räumen mir das Land
Mit all den Wölfingen   und dem alten Hildebrand."

Da sprach der starke Heime:   "Ich sag euch, Herr, vorher:
Eh macht euch der von Berne   manchen Sattel leer.
Vertreibt ihr ihn des Landes,   das ihm sein Vater ließ,
Ich nehm euch selbst zum Zeugen,   unfreundlich tätet ihr dies."

Da sprach der reiche Kaiser:   "Die Red ist gar verloren;
Es muss der von Berne   fürchten meinen Zorn.
Man sieht mich bald vor Berne   mit achtzigtausend Mann,
Die ich mit reicher Gabe   hergeführt hab auf den Plan."

Ü   Þ

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