Erster Aufzug
Ein alter gotischer Saal auf dem
Rathause zu Pilsen, mit Fahnen und anderm Kriegsgeräte dekoriert.
Erster Auftritt
Illo mit Buttler und
Isolani.
Illo.
Spät kommt ihr - doch ihr kommt! Der weite Weg,
Graf Isolani, entschuldigt euer Säumen.
Isolani.
Wir kommen auch mit leeren Händen nicht!
Es ward uns angesagt bei Donauwörth,
Ein schwedischer Transport sei unterwegs
Mit Proviant, an die sechshundert Wagen. –
Den griffen die Kroaten mir noch auf;
Wir bringen ihn.
Illo.
Er kommt uns grad zu pass,
Die stattliche Versammlung hier zu speisen.
Buttler.
Es ist schon lebhaft hier, ich seh’s.
Isolani.
Ja, ja,
Die Kirchen selber liegen voll Soldaten;
(sich umschauend)
Auch auf dem Rathaus, seh’ ich, habt ihr euch
Schon ziemlich eingerichtet – Nun, nun! Der Soldat
Behilft und schickt sich, wie er kann.
Illo.
Von dreißig Regimentern haben sich
Die Obersten zusammen schon gefunden;
Den Terzky trefft ihr hier, den Tiefenbach,
Colalto, Götz, Maradas, Hinnersam,
Auch Sohn und Vater Piccolomini, -
Ihr werdet manchen alten Freund begrüßen.
Nur Gallas fehlt uns noch und Altringer.
Buttler.
Auf Gallas wartet nicht.
Illo (stutzt).
Wieso? Wisst ihr –
Isolani (unterbricht ihn).
Max Piccolomini hier? O, führt mich zu ihm!
Ich seh’ ihn noch – es sind jetzt zehn Jahr –
Als wir bei Dessau mit dem Mansfeld schlugen,
Den Rappen sprengen von der Brück’ herab
Und zu dem Vater, der in Nöten war,
Sich durch der Elbe reißend Wasser schlagen.
Da sprosst’ ihm kaum der erste Flaum ums Kinn,
Jetzt, hör’ ich, soll der Kriegsheld fertig sein.
Illo.
Ihr sollt ihn heut noch sehn. Er führt aus Kärnten
Die Fürstin Friedland her und die Prinzessin;
Sie treffen diesen Vormittag noch ein.
Buttler.
Auch Frau und Tochter ruft der Fürst hieher?
Er ruft hier viel zusammen.
Isolani.
Desto besser.
Erwartet’ ich doch schon von nichts als Märschen
Und Batterien zu hören und Attacken;
Und siehe da! Der Herzog sorgt dafür,
Dass auch was Holdes uns das Aug’ ergötze.
Illo (der nachdenkend
gestanden, zu Buttler, den er ein wenig auf die Seite führt).
Wie wisst ihr, dass Graf Gallas außen bleibt?
Buttler (mit Bedeutung).
Weil er auch mich gesucht zurückzuhalten.
Illo (warm).
Und ihr seid fest geblieben?
(Drückt ihm die Hand.)
Wackrer Buttler!
Buttler.
Nach der Verbindlichkeit, die mir der Fürst
Noch kürzlich aufgelegt –
Illo.
Ja, Generalmajor! Ich gratuliere!
Isolani.
Zum Regiment, nicht wahr, das ihm der Fürst
Geschenkt? Und noch dazu dasselbe, hör’ ich,
Wo er vom Reiter hat heraufgedient?
Nun, das ist wahr! Dem ganzen Korps gereicht’s
Zum Sporn, zum Beispiel, macht einmal ein alter
Verdienter Kriegsmann seinen Weg.
Buttler.
Ich bin verlegen,
Ob ich den Glückwunsch schon empfangen darf,
– Noch fehlt vom Kaiser die Bestätigung
Isolani.
Greif zu, greif zu! Die Hand, die ihn dahin
Gestellt, ist stark genug, ihn zu erhalten,
Trotz Kaiser und Ministern.
Illo.
Wenn wir alle
So gar bedenklich wollten sein!
Der Kaiser gibt uns nichts – vom Herzog
Kommt alles, was wir hoffen, was wir haben.
Isolani (zu Illo).
Herr Bruder, hab’ ich’s schon erzählt? Der Fürst
Will meine Kreditoren kontentieren,
Will selber mein Kassier sein künftighin,
Zu einem ordentlichen Mann mich machen.
Und das ist nun das dritte Mal, bedenk’ er!
Dass mich der Königlichgesinnte vom
Verderben rettet und zu Ehren bringt.
Illo.
Könnt’ er nur immer, wie er gerne wollte!
Er schenkte Land und Leut’ an die Soldaten.
Doch wie verkürzen sie in Wien ihm nicht den Arm,
Beschneiden, wo sie können, nicht die Flügel! –
Da! Diese neuen, saubern Forderungen,
Die dieser Questenberger bringt!
Buttler.
Ich habe mir
Von diesen kaiserlichen Forderungen auch
Erzählen lassen – doch ich hoffe,
Der Herzog wird in keinem Stücke weichen.
Illo.
Von seinem Recht gewisslich nicht, wenn nur nicht
– Vom Platze!
Buttler (betroffen).
Wisst ihr etwas? Ihr erschreckt mich.
Isolani (zugleich).
Wir wären alle ruiniert!
Illo.
Brecht ab!
Ich sehe unsern Mann dort eben kommen
Mit Gen’ralleutnant Piccolomini.
Buttler (den Kopf bedenklich
schüttelnd).
Ich fürchte,
Wir gehen nicht von hier, wie wir kamen.
Zweiter Auftritt
Vorige. Octavio Piccolomini.
Questenberg.
Octavio (noch in der
Entfernung).
Wie? Noch der Gäste mehr? Gestehn sie, Freund!
Es brauchte diesen tränenvollen Krieg,
So vieler Helden ruhmgekrönte Häupter
In eines Lagers Umkreis zu versammlen.
Questenberg.
In kein Friedländisch Heereslager komme,
Wer von dem Kriege Böses denken will.
Beinah’ vergessen hätt’ ich seien Plagen,
Da mir der Ordnung hoher Geist erschienen,
Durch die er, weltzerstörend, selbst besteht,
Das Große mir erschienen, das er bildet.
Octavio.
Und siehe da! Ein Tapfres Paar, das würdig
Den Heldenreihen schließt. Graf Isolan
Und Oberst Buttler. – Nun da haben wir
Vor Augen gleich das ganze Kriegeshandwerk.
(Buttlern und Isolani
präsentierend.)
Es ist die Stärke, Freund, und Schnelligkeit.
Questenberg (zu Octavio).
Und zwischen beiden der erfahrne Rat.
Octavio (Questenberg an jene
vorstellend).
Den Kammerherrn und Kriegsrat Questenberg,
Den Überbringer kaiserlicher Befehle,
Der Soldaten großen Gönner und Patron
Verehren wir in diesem würdigen Gaste.
(Allgemeines Stillschweigen)
Illo (nähert sich Questenberg).
Es ist das erste Mal nicht, Herr Minister,
Dass sie im Lager uns die Ehr’ erwiesen.
Questenberg.
Schon einmal sah ich mich vor diesen Fahnen.
Illo.
Und wissen sie, wo das gewesen ist?
Zu Znaim war’s, in Mähren, wo sie sich
Von Kaisers wegen eingestellt, den Herzog
Um Übernahm’ des Regiments zu flehen.
Questenberg.
Zu flehn, Herr General? So weit ging weder
Mein Auftrag, dass ich wüsste, noch mein Eifer.
Illo.
Nun! Ihn zu zwingen, wenn sie wollen. Ich
Erinnre mich’s recht gut – Graf Tilly war
Am Lech aufs Haupt geschlagen – offen stand
Das Bayerland dem Feind – nichts hielt ihn auf
Bis in das Herz von Östreich vorzudringen.
Damals erschienen sie und Werdenberg
Vor unserm Herrn, mit Bitten in ihn stürmend
Und mit der kaiserlichen Ungnad drohend,
Wenn sich der Fürst des Jammers nicht erbarme.
Isolani (tritt dazu).
Ja, ja! ’s ist zu begreifen, Herr Minister,
Warum sie sich bei ihrem heut’gen Auftrag
An jenen alten just nicht gern erinnern.
Questenberg.
Wie sollt’ ich nicht! Ist zwischen beiden doch
Kein Widerspruch! Damalen galt es, Böhmen
Aus Feindes Hand zu reißen; heute soll ich’s
Befrein von seinen Freunden und Beschützern.
Illo.
Ein schönes Amt! Nachdem wir dieses Böhmen
Mit unserm Blut dem Sachsen abgefochten,
Will man zum Dank uns aus dem Lande werfen.
Questenberg.
Wenn es nicht bloß ein Elend mit dem andern
Vertauscht soll haben, muss das arme Land
Von Freund und Feindes Geißel gleich befreit sein.
Illo.
Ei was! Es war ein gutes Jahr, der Bauer kann
Schon wieder geben.
Questenberg.
Ja, wenn sie von Herden
Und Weideplätzen reden, Herr Feldmarschall –
Isolani.
Der Krieg ernährt den Krieg. Gehen Bauern drauf,
Ei, so gewinnt der Kaiser mehr Soldaten.
Questenberg.
Und wird um so viel Untertanen ärmer!
Isolani.
Pah! Seine Untertanen sind wir alle!
Questenberg.
Mit Unterschied, Herr Graf! Die einen füllen
Mit nützlicher Geschäftigkeit den Beutel,
Und andre wissen nur ihn brav zu leeren.
Der Degen hat den Kaiser arm gemacht;
Der Pflug ist’s, der ihn wieder stärken muss.
Buttler.
Der Kaiser wär’ nicht arm, wenn nicht so viel
– Blutigel saugten an dem Mark des Landes.
Isolani.
So arg kann’s auch nicht sein. Ich sehe ja,
(Indem er sich vor ihn
hinstellt und seinen Anzug mustert.)
Es ist noch lang nicht alles Gold gemünzt.
Questenberg.
Gottlob! Noch etwas Weniges hat man
Geflüchtet – vor den Fingern der Kroaten.
Illo.
Da! Der Slawata und der Martinitz,
Auf die der Kaiser, allen guten Böhmen
Zum Ärgernisse, Gnadengaben häuft –
Die sich vom Raube der vertriebnen Bürger mästen,
Die von der allgemeinen Fäulnis wachsen,
Allein im öffentlichen Unglück ernten –
Mit königlichem Prunk dem Schmerz des Landes
Hohn sprechen – die und ihresgleichen lasst
Den Krieg bezahlen, den verderblichen,
Den sie allein doch angezündet haben.
Buttler.
Und diese Landschmarutzer, die die Füße
Beständig unterm Tisch des Kaisers haben,
Nach allen Benefizen hungrig schnappen,
Die wollen dem Soldaten, der vorm Feind liegt,
Das Brot vorschneiden und die Rechnung streichen.
Isolani.
Mein Lebtag denk’ ich dran, wie ich nach Wien
Vor sieben Jahren kam, um die Remonte
Für unsre Regimenter zu betreiben,
Wie sie von einer Antecamera
Zur andern mich herumgeschleppt, mich unter
Den Schranzen stehen lassen, stundenlang,
Als wär’ ich da, ums Gnadenbrot zu betteln.
Zuletzt – da schickten sie mir einen Kapuziner,
Ich dacht’, es wär’ um meiner Sünden willen!
Nein doch, das war der Mann, mit dem
Ich um die Reiterpferde sollte handeln.
Ich musst’ auch abziehn unverrichteter Ding’.
Der Fürst nachher verschaffte mir in drei Tagen,
Was ich zu Wien in dreißig nicht erlangte.
Questenberg.
Ja, ja! Der Posten fand sich in der Rechnung;
Ich weiß, wir haben noch daran zu zahlen.
Illo.
Es ist der Krieg ein roh gewaltsam Handwerk.
Man kommt nicht aus mit sanften Mitteln, alles
Lässt sich nicht schonen. Wollte man’s erpassen,
Bis sie zu Wien aus vierundzwanzig Übeln
Das kleinste ausgewählt, man passte lange!
– Frisch mitten durchgegriffen, das ist besser!
Reiß dann, was mag! – Die Menschen, in der Regel,
Verstehen sich aufs Flicken und aufs Stückeln,
Und finden sich in ein verhasstes Müssen
Weit besser, als in eine bittre Wahl.
Questenberg.
Ja, das ist wahr! Die Wahl spart uns der Fürst.
Illo.
Der Fürst trägt Vatersorge für die Truppen;
Wir sehen, wie’s der Kaiser mit uns meint.
Questenberg.
Für jeden Stand hat er ein gleiches Herz,
Und kann den einen nicht dem andern opfern.
Isolani.
Drum stößt er uns zum Raubtier in die Wüste,
Um seine teuren Schafe zu behüten.
Questenberg (mit Hohn).
Herr Graf! Dies Gleichnis machen sie – nicht ich.
Illo.
Doch, wären wir, wofür der Hof uns nimmt,
Gefährlich war’s, die Freiheit uns zu geben.
Questenberg (mit Ernst).
Genommen ist die Freiheit, nicht gegeben;
Drum tut es Not, den Zaum ihr anzulegen.
Illo.
Ein wildes Pferd erwarte man zu finden.
Questenberg.
Ein bess’rer Reiter wird’s besänftigen.
Illo.
Es trägt den einen nur, der es gezähmt.
Questenberg.
Ist es gezähmt, so folgt es einem Kinde.
Illo.
Das Kind, ich weiß, hat man ihm schon gefunden.
Questenberg.
Sie kümmre nur die Pflicht und nicht der Name.
Buttler (der sich bisher mit
Piccolomini seitwärts gehalten, doch mit sichtbarem Anteil an dem
Gespräche, tritt näher).
Herr Präsident! Dem Kaiser steht in Deutschland
Ein stattlich Kriegsvolk da, es kantonnieren
In diesem Königreich wohl dreißigtausend,
Wohl sechzehntausend Mann in Schlesien;
Zehn Regimenter stehn am Weserstrom,
Am Rhein und Main; in Schwaben bieten sechs,
In Bayern zwölf den Schwedischen die Spitze;
Nicht zu gedenken der Besatzungen,
Die an der Grenz’ die festen Plätze schirmen.
All dieses Volk gehorcht Friedländischen
Hauptleuten. Die’s befehligen, sind alle
In eine Schul’ gegangen, eine Milch
Hat sie ernährt, ein Herz belebt sie alle.
Fremdlinge stehn sie da auf diesem Boden,
Der Dienst allein ist ihnen Haus und Heimat.
Sie treibt der Eifer nicht fürs Vaterland,
Denn Tausende, wie mich, gebar die Fremde.
Nicht für den Kaiser, wohl die Hälfte kam
Aus fremden Dienst feldflüchtig uns herüber,
Gleichgültig unterm Doppeladler fechtend,
Wie unterm Löwen und den Lilien.
Doch alle führt an gleichgewalt’gem Zügel
Ein einziger, durch gleiche Leib’ und Furcht
Zu einem Volke sie zusammenbindend.
Und wie des Blitzes Funke sicher, schnell,
Geleitet an der Wetterstange, läuft,
Herrscht sein Befehl vom letzten fernen Posten,
Der an die Dünen branden hört den Belt,
Der in der Etsch fruchtbare Täler sieht,
Bis zu der Wache, die ihn Schilderhaus
Hat aufgerichtet an der Kaiserburg.
Questenberg.
Was ist der langen Rede kurzer Sinn?
Buttler.
Dass der Respekt, die Neigung, das Vertraun,
Das uns dem Friedland unterwürfig macht,
Nicht auf den ersten besten sich verpflanzt,
Den uns der Hof aus Wien herüber sendet.
Uns ist in treuem Angedenken noch,
Wie das Kommando kam in Friedlands Hände.
War’s etwas kaiserliche Majestät,
Die ein gemachtes Heer ihm übergab,
Den Führer nur gesucht zu ihren Truppen?
– Noch gar nicht war das Heer. Erschaffen erst
Musst’ es der Friedland! Er empfing es nicht,
Er gab’s dem Kaiser! Von dem Kaiser nicht
Erhielten wir den Wallenstein zum Feldherrn.
So ist es nicht, so nicht! Vom Wallenstein
Erhielten wir den Kaiser erst zum Herrn,
Er knüpft uns, er allein, an diese Fahnen.
Octavio (tritt dazwischen).
Es ist nur zur Erinnerung, Herr Kriegsrat,
Dass sie im Lager sind und unter Kriegern. –
Die Kühnheit macht, die Freiheit den Soldaten. –
Vermöcht’ er keck zu handeln, dürft’ er nicht
Keck reden auch? – Eins geht ins andre drein –
Die Kühnheit dieses würd’gen Offiziers,
(auf Buttler zeigend)
Die jetzt in ihrem Ziel sich nur vergriff,
Erhielt, wo nichts als Kühnheit retten konnte,
Bei einem furchtbarn Aufstand der Besatzung
Dem Kaiser seine Hauptstadt Prag.
(Man hört von ferne eine
Kriegsmusik.)
Illo.
Das sind sie!
Die Wachen salutieren – Dies Signal
Bedeutet uns, die Fürstin sei herein.
Octavio (zu Questenberg).
So ist auch mein Sohn Max zurück. Er hat sie
Aus Kärnten abgeholt und hergeleitet.
Isolani (zu Illo).
Gehen wir zusammen hin, sie zu begrüßen?
Illo.
Wohl! Lasst uns gehen. Oberst Buttler, kommt!
(Zum Octavio.)
Erinnert euch, dass wir vor Mittag noch
Mit diesem Herrn beim Fürsten uns begegnen.
Dritter Auftritt
Octavio und Questenberg
die zurückbleiben.
Questenberg (mit Zeichen des
Erstaunens).
Was hab’ ich hören müssen, Gen’ralleutnant!
Welch zügelloser Trotz! Was für Begriffe!
– Wenn dieser Geist der allgemeine ist –
Octavio.
Drei Viertel der Armee vernahmen sie.
Questenberg.
Weh uns! Wo dann ein zweites Heer gleich finden,
Um dieses zu bewachen! – Dieser Illo, fürcht’ ich,
Denkt noch viel schlimmer, als er spricht. Auch dieser Buttler
Kann seine böse Meinung nicht verbergen.
Octavio.
Empfindlichkeit – gereizter Stolz – nichts weiter! –
Diesen Buttler geb’ ich noch nicht auf; ich weiß,
Wie dieser böse Geist zu bannen ist.
Questenberg (voll Unruh auf-
und abgehend).
Nein! Das ist schlimmer, o! Viel schlimmer, Freund!
Als wir’s in Wien uns hätten träumen lassen.
Wir sahen’s nur mit Höflingsaugen an,
Die von dem Glanz des Throns geblendet waren;
Den Feldherrn hatten wir noch nicht gesehn,
Den allvermögenden, in seinem Lager.
Hier ist’s ganz anders!
Hier ist kein Kaiser mehr. Der Fürst ist Kaiser!
Der Gang, den ich an ihrer Seite jetzt
Durchs Lager tat, schlägt meine Hoffnung nieder.
Octavio.
Sie sehn nun selbst, welch ein gefährlich Amt
Es ist, das sie vom Hof mir überbrachten –
Wie misslich die Person, die ich hier spiele.
Der leiseste Verdacht des Generals,
Er würde Freiheit mir und Leben kosten.
Und sein verwegenes Beginnen nur
Beschleunigen.
Questenberg.
Wo war die Überlegung,
als wir dem Rasenden das Schwert vertraut,
Und solche Macht gelegt in solche Hand!
Zu stark für dieses schlimm verwahrte Herz
War die Versuchung! Hätte sie doch selbst
Dem bessern Mann gefährlich werden müssen!
Er wird sich weigern, sag’ ich ihnen,
Der kaiserlichen Ordre zu gehorchen. –
Er kann’s und wird’s. – Sein unbestrafter Trotz
Wird unsre Ohnmacht schimpflich offenbaren.
Octavio.
Und glauben sie, dass er Gemahlin, Tochter,
Umsonst hieher ins Lager kommen ließ,
Gerade jetzt, da wir zum Krieg uns rüsten?
Dass er die letzten Pfänder seiner Treu
Aus Kaisers Landen führt, das deutet uns
Auf einen nahen Ausbruch der Empörung.
Questenberg.
Weh uns! Und wie dem Ungewitter stehn,
Das drohend uns umzieht von allen Enden?
Der Reichsfeind an den Grenzen, Meister schon
Vom Donaustrom, stets weiter um sich greifend –
Im innern Land des Aufruhrs Feuerglocke –
Der Bauer in Waffen – alle Stände schwierig –
Und die Armee, von der wir Hilf’ erwarten,
Verführt, verwildert, aller Zucht entwohnt –
Vom Staat, von ihrem Kaiser losgerissen,
Vom Schwindelnden die schwindelnde geführt,
Ein furchtbar Werkzeug, dem verwegensten
Der Menschen blind gehorchend hingegeben.
Octavio.
Verzagen wir auch nicht zu früh, mein Freund!
Stets ist die Sprache kecker als die Tat,
Und mancher, der in blindem Eifer jetzt
Zu jedem Äußersten entschlossen scheint,
Find’t unerwartet in der Brust ein Herz,
Spricht man des Frevels wahren Namen aus.
Zudem – ganz unverteidigt sind wir nicht.
Graf Altringer und Gallas, wissen sie,
Erhalten in der Pflicht ihr kleines Heer –
Verstärken es noch täglich. – Überraschen
Kann er uns nicht; sie wissen, dass ich ihn
Mit meinen Horchern rings umgeben habe;
Vom kleinsten Schritt erhalt’ ich Wissenschaft
Sogleich – ja mir entdeckt’s sein eigner Mund.
Questenberg.
Ganz unbegreiflich ist’s, dass er den Feind nicht merkt
An seiner Seite.
Octavio.
Denken sie nicht etwa,
Dass ich durch Lügenkünste, gleißnerische
Gefälligkeit in seine Gunst mich stahl,
Durch Heuchelworte sein Vertrauen nähre.
Befiehlt mir gleich die Klugheit und die Pflicht,
Die ich dem Reich, dem Kaiser schuldig bin,
Dass ich mein wahres Herz vor ihm verberge,
Ein falsches hab’ ich niemals ihm geheuchelt!
Questenberg.
Es ist des Himmels sichtbarliche Fügung.
Octavio.
Ich weiß nicht, was es ist – was ihn an mich
Und meinen Sohn so mächtig zeiht und kettet.
Wir waren immer Freunde, Waffenbrüder;
Gewohnheit, gleich geteilte Abenteuer
Verbanden uns schon frühe – doch ich weiß
Den Tag zu nennen, wo mit einem Mal
Sein Herz mir aufging, sein Vertrauen wuchs.
Es war der Morgen vor der Lützner Schlacht –
Mich trieb ein böser Traum, ihn aufzusuchen,
Ein ander Pferd zur Schlacht ihm anzubieten.
Fern von den Zelten, unter einem Baum,
Fand ich ihn eingeschlafen. Als ich ihn
Erweckte, mein Bedenken ihm erzählte,
Sah er mich lange staunend an; drauf fiel er
Mir um den Hals und zeigte eine Rührung,
Wie jener kleine Dienst sie gar nicht wert war.
Seit jenem Tag verfolgt mich sein Vertrauen
In gleichem Maß, als ihn das meine flieht.
Questenberg.
Sie ziehen ihren Sohn doch ins Geheimnis?
Octavio.
Nein!
Questenberg.
Wie? Auch warnen wollen sie ihn nicht,
In welcher schlimmen hand er sich befinde?
Octavio.
Ich muss ihn seiner Unschuld anvertrauen,
Verstellung ist der offnen Seele fremd;
Unwissenheit allein kann ihm die Geistesfreiheit
Bewahren, die den Herzog sicher macht.
Questenberg (besorglich).
Mein würd’ger Freund! Ich hab’ die beste Meinung
Vom Oberst Piccolomini – doch – wenn –
Bedenken sie –
Octavio.
Ich muss es darauf wagen – Still! Da kommt er.
Vierter Auftritt
Max Piccolomini. Octavio
Piccolomini. Questenberg.
Max.
Da ist er ja gleich selbst. Willkommen, Vater!
(Er umarmt ihn; wie er sich umwendet,
bemerkt er Questenberg und tritt kalt zurück.)
Beschäftigt, wie ich seh’? Ich will nicht stören.
Octavio.
Wie, Max? Sieh diesen Gast doch näher an.
Aufmerksamkeit verdient ein alter Freund;
Ehrfurcht gebührt dem Boten deines Kaisers.
Max (trocken).
Von Questenberg! Willkommen, wenn was gutes
Ins Hauptquartier sie herführt.
Questenberg (hat seine Hand
gefasst).
Ziehen sie
Die Hand nicht weg, Graf Piccolomini!
Ich fasse sie nicht bloß von meinetwegen,
Und nichts gemeines will ich damit sagen.
(Beider Hände fassend.)
Octavio – Max Piccolomini!
Heil bringend vorbedeutungsvolle Namen!
Nie wird das Glück von Österreich sich wenden,
So lang zwei solche Sterne, segenreich
Und schützend, leuchten über seinen Heeren.
Max.
Sie fallen aus der Rolle, Herr Minister,
Nicht Lobens wegen sind sie hier; ich weiß,
Sie sind geschickt zu tadeln und zu schelten –
Ich will voraus nichts haben vor den andern.
Octavio (zu Max).
Er kommt von Hofe, wo man mit dem Herzog
Nicht ganz so wohl zufrieden ist, als hier.
Max.
Was gibt’s auf’s neu denn an ihm auszustellen?
Dass er für sich allein beschießt, was er
Allein versteht? Wohl! Daran tut er recht,
Und wird’s dabei auch sein Verbleiben haben. –
Er ist nun einmal nicht gemacht, nach andern
Geschmeidig sich zu fügen und zu wenden,
Es geht ihm wider die Natur, er kann’s nicht.
Geworden ist ihm eine Herrscherseele,
Und ist gestellt auf einen Herrscherplatz.
Wohl uns, dass es so ist! Es können sich
Nur wenige regieren, den Verstand
Verständig brauchen – Wohl dem ganzen, findet
Sich einmal einer, der ein Mittelpunkt
Für viele Tausend wird, ein Halt; - sich hinstellt,
Wie eine feste Säul’, an die man sich
Mit Lust mag schließen und mit Zuversicht.
So einer ist der Wallenstein, und taugte
Dem Hof ein andrer besser – der Armee
Frommt nur ein solcher.
Questenberg.
Der Armee! Ja wohl!
Max.
Und eine Lust ist’s, wie er alles weckt
Und stärkt und neu belebt um sich herum.
Wie jede Kraft sich ausspricht, jede Gabe
Gleich deutlicher sich wird in seiner Nähe!
Jedwedem zieht er seine Kraft hervor,
Die eigentümliche, und zeiht sie groß,
Lässt jeden ganz das bleiben, was er ist,
Er wacht nur drüber, dass er’s immer sei
Am rechten Ort; so weiß er aller Menschen
Vermögen zu dem seinigen zu machen.
Questenberg.
Wer spricht ihm ab, dass er die Menschen kenne,
Sie zu gebrauchen wisse! Überm Herrscher
Vergisst er nur den Diener ganz und gar,
Als wär’ mit seiner Würd’ er schon geboren.
Max.
Ist er’s denn nicht? Mit jeder Kraft dazu
Ist er’s, und mit der Kraft noch obendrein
Buchstäblich zu vollstrecken die Natur,
Dem Herrschtalent den Herrschplatz zu erobern.
Questenberg.
So kommt’s zuletzt auf seine Großmut an,
Wie viel wir überall noch gelten sollen!
Max.
Der seltne Mann will seltenes Vertrauen,
Gebt ihm den Raum, das Ziel wird er sich setzen.
Questenberg.
Dir Proben geben’s.
Max.
Ja, so sind sie! Schreckt
Sie alles gleich, was eine Tiefe hat;
Ist ihnen nirgends wohl, als wo’s recht flach ist.
Octavio (zu Questenberg).
Ergeben sei sich nur in gutem, Freund!
Mit dem da werden sie nicht fertig.
Max.
Da rufen sie den Geist an in der Not,
Und greut ihnen gleich, wenn er sich zeigt.
Das Ungemeine soll, das Höchste selbst
Geschehn, wie das alltägliche. Im Felde
Da bringt die Gegenwart – Persönliches
Muss herrschen, eignes Auge sehn. Es braucht
Der Feldherr jedes Große der Natur,
So gönne man ihm auch, in ihren großen
Verhältnissen zu leben. Das Orakel
In seinem Innern, das Lebendige –
Nicht tote Bücher, alte Ordnungen,
Nicht modrigte Papiere soll er fragen.
Octavio.
Mein Sohn, lass uns die alten, engen Ordnungen
Gering nicht achten! Köstlich unschätzbare
Gewichte sind’s, die der bedrängte Mensch
An seiner Dränger raschen Willen band;
Denn immer war die Willkür fürchterlich –
Der Weg der Ordnung, ging er auch durch Krümmen,
Er ist kein Umweg. Grad aus geht des Blitzes,
Geht des Kanonballs fürchterlicher Pfad –
Schnell auf dem nächsten Wege langt er an,
Macht sich zermalmend Platz, um zu zermalmen.
Mein Sohn! Die Straße, die der Mensch befährt,
Worauf der Segen wandelt, diese folgt
Der Flüsse Lauf, der Täler freien Krümmen,
Umgeht das Weizenfeld, den Rebenhügel,
Des Eigentums gemessne Grenzen ehrend –
So führt sie später, sicher doch zum Ziel.
Questenberg.
O hören sie den Vater – hören sie
Ihn, der ein Held ist und ein Mensch zugleich.
Octavis.
Das Kind des Lagers spricht aus dir, mein Sohn.
Ein fünfzehnjähr’ger Krieg hat dich erzogen,
– Du hast den Frieden nie gesehn! Es gibt
Noch höhern Wert, mein Sohn, als kriegerischen;
Im Kriege selber ist das Letzte nicht der Krieg.
Die großen, schnellen Taten der Gewalt,
Des Augenblicks erstaunenswerte Wunder,
Die sind es nicht, die das Beglückende,
Das ruhig, mächtig Dauernde erzeugen.
In Hast und Eile bauet der Soldat
Von Leinwand seine leichte Stadt; da wird
Ein augenblicklich Brausen und Bewegen,
Der Markt belebt sich, Straßen, Flüsse sind
Bedeckt mit Fracht, es rührt sich as Gewerbe.
Doch eines Morgens plötzlich siehet man
Die Zelte fallen, weiter rückt die Horde,
Und ausgestorben, wie ein Kirchhof, bleibt
Der Acker, das zerstampfte Saatfeld liegen,
Und um des Jahres Ernte ist’s getan.
Max.
O. lass den Kaiser Friede machen, Vater!
Den blut’gen Lorbeer geb’ ich hin mit Freuden
Für’s erste Veilchen, das der März uns bringt,
Das duft’ge Pfand der neu verjüngten Erde.
Octavio.
Wie wird dir? Was bewegt dich so auf einmal?
Max.
Ich hab’ den Frieden nie gesehn? – Ich hab’ ihn
Gesehen, alter Vater, eben komm’ ich –
Jetzt eben davon her – es führte mich
Der Weg durch Länder, wo der Krieg nicht hin
Gekommen – O! Das Leben, Vater,
Hat Reize, die wir nie gekannt. – Wir haben
Des schönen Lebens öde Küste nur
Wie ein umirrend Räubervolk befahren,
Das, in fein dumpfig enges Schiff gepresst,
Im wüsten Meer mit wüsten Sitten haust,
Vom großen Land nichts als die Buchten kennt,
Wo es die Diebeslandung wagen darf.
Was in den innern Tälern Köstliches
Das Land verbirgt, o! Davon – davon ist
Auf unsrer wilden Fahrt uns nichts erschienen.
Octavio (wird aufmerksam).
Und hätt’ es diese Reise dir gezeigt?
Max.
Es war die erste Muße meines Lebens.
Sag mir, was ist der Arbeit Ziel und Preis,
Der peinlichen, die mir die Jugend stahl,
Das Herz mir öde ließ und unerquickt
Den Geist, den keine Bildung noch geschmücket?
Denn dieses Lagers lärmendes Gewühl,
Der Pferde Wiehern, der Trompete Schmettern,
Des Dienstes immer gleichgestellte Uhr,
Die Waffenübung, das Kommandowort –
Dem Herzen gibt es nichts, dem lechzenden.
Die Seele fehlt dem nichtigen Geschäft –
Es gibt ein andres Glück und andre Freuden.
Octavio.
Viel lerntest du auf diesem kurzen Weg, mein Sohn!
Max.
O schöner Tag wenn endlich der Soldat
Ins Leben heimkehrt, in die Menschlichkeit,
Zum frohen Zug die Fahnen sich entfalten,
Und heimwärts schlägt der sanfte Friedensmarsch,
Wenn alle Hüte sich und Helme schmücken
Mit grünen Maien, dem letzten Raub der Felder!
Der Städte Thore gehen auf, von selbst,
Nicht die Petarde braucht die mehr zu sprengen,
Von Menschen sind die Wälle rings erfüllt,
Von friedlichen, die in die Lüfte grüßen, -
Hell klingt von allen Türmen das Geläut,
Des blut’gen Tages frohe Vesper schlagend.
Aus Dörfern und aus Städten wimmelnd strömt
Ein jauchzend Volk, mit leibend emsiger
Zudringlichkeit des Heeres Fortzug hindernd –
Da schüttelt, froh des noch erlebten Tags,
Dem heimgekehrten Sohn des Greis die Hände.
Ein Fremdling tritt er in sein Eigentum,
Das längst verlassne, ein; mit breiten Ästen
Deckt ihn der Baum bei seiner Wiederkehr,
Der sich zur Gerte bog, als er gegangen,
Und schamhaft tritt als Jungfrau ihm entgegen,
Die er einst an der Amme Brust verließ.
O! Glücklich, wem dann auch sich eine Tür,
Sich zarte Arme sanft umschlingend öffnen –
Questenberg (gerührt).
O, dass sie von so ferner, ferner Zeit,
Und nicht von morgen, nicht von heute sprechen!
Max (sich mit Heftigkeit zu
ihm wendend).
Wer sonst ist schuld daran, als ihr in Wien?
Ich will’s nur frei gestehen, Questenberg!
Als ich vorhin sie stehen sah, es presste
Der Unmut mir das Innerste zusammen –
Ihr seid es, die den Frieden hindern, ihr!
Der Krieger ist’s, der ihn erzwingen muss.
Dem Fürsten macht ihr’s Leben sauer, macht
Ihm alle Schritte schwer, ihr schwärzt ihn an –
Warum? Weil an Europa’s großem Besten
Im mehr liegt als an ein Paar Hufen Landes,
Die Östreich mehr hat oder weniger –
Ihr macht ihn zum Empörer und, Gott weiß!
Zu was noch mehr, weil er die Sachsen schont,
Beim Feind Vertrauen zu erwecken sucht,
Das doch er einz’ge Weg zum Frieden ist;
Denn hört der Krieg im Kriege nicht schon auf,
Woher soll Friede kommen? – Geht nur, geht!
Wie ich das Gute leibe, hass’ ich euch –
Und hier gelob’ ich’s an, verspritzen will ich
Für ihn, für diesen Wallenstein, mein Blut,
Das letzte meines Herzens, tropfenweis’, eh’ dass
Ihr über seinen Fall frohlocken sollt!
(Er geht ab.)
Fünfter Auftritt
Questenberg. Qctavio
Piccolomini.
Questenberg.
O weh uns! Steht es so?
(Dringend und ungeduldig.)
Freund, und wir lassen ihn in diesem Wahn
Dahingehn, rufen ihn nicht gleich
Zurück, dass wir die Augen auf der Stelle
Ihm öffnen?
Octavio (aus einem tiefen
Nachdenken zu sich kommend).
Mir hat er sie jetzt geöffnet,
Und mehr erblick’ ich, als mich freut.
Questenberg.
Was ist es, Freund?
Octavio.
Fluch über diese Reise!
Questenberg.
Wie so? Was ist es?
Octavio.
Kommen sie! Ich muss
Sogleich die unglückselige Spur verfolgen,
Mit meinen Augen sehen – Kommen sie –
(Will ihn fortführen.)
Questenberg.
Was denn? Wohin?
Octavio (pressiert).
Zu ihr!
Questenberg.
Zu –
Octavio (korrigiert sich).
Zum Herzog! Gehen wir. O! Ich fürchte alles,
Ich seh’ das Netz geworfen über ihn,
Er kommt mir nicht zurück, wie er gegangen.
Questenberg.
Erklären sie mir nur –
Octavio.
Und konnt’ ich’s nicht
Vorhersehn? Nicht die Reise hintertreiben?
Warum verschwieg ich’s ihm? – Sie hatten Recht,
Ich musst’ ihn warnen – Jetzo ist’s zu spät.
Questenberg.
Was ist zu spät? Besinnen sie sich, Freund,
Dass sie in lauter Rätseln zu mir reden.
Octavio (gefasster).
Wir gehen zum Herzog. Kommen sie. Die Stunde
Rückt auch heran, die er zur Audienz
Bestimmt hat. Kommen Sie! –
Verwünscht, dreimal verwünscht sei diese Reise!
(Er führt ihn weg, der
Vorhang fällt.)
Ü
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