Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
Homepage
   Literatur
      Schiller, Friedrich

         Wallenstein
            Erster Teil
               Wallensteins Lager
                  Prolog
                  Personen
                  Erster Auftritt
                  Zweiter Auftritt
                  Dritter Auftritt
                  Vierter Auftritt
                  Fünfter Auftritt
                  Sechster Auftritt
                  Siebenter Auftritt
                  Achter Auftritt
                  Neunter Auftritt
                  Zehnter Auftritt
                  Elfter Auftritt
               Die Piccolomini
            Zweiter Teil
               Wallensteins Tod

Zweiter Auftritt

Vorige. Wachtmeister. Trompeter. Ulan.

Trompeter.
Was will der Bauer da? Fort, Halunk!

Bauer.
Gnädige Herren, einen Bissen und Trunk!
Haben heut noch nichts Warmes gegessen.

Trompeter.
Ei, das muss immer saufen und fressen.

Ulan (mit einem Glase).
Nichts gefrühstückt? Da trink, du Hund!

(Führt den Bauer nach dem Zelte; jene kommen vorwärts.)

Wachtmeister (zum Trompeter).
Meinst du, man hab’ uns ohne Grund
Heute die doppelte Löhnung gegeben,
Nur dass wir flott und lustig leben?

Trompeter.
Die Herzogin kommt ja heute herein
Mit dem fürstlichen Fräulein –

Wachtmeister.
Das ist nur der Schein.
Die Truppen, die aus fremden Landen
Sich hier vor Pilsen zusammen fanden,
Die sollen wir gleich an uns locken
Mit gutem Schluck und guten Brocken,
Damit sie sich gleich zufrieden finden,
Und fester sich mit uns verbinden.

Trompeter.
Ja, es ist wieder was im Werke.

Wachtmeister
Die Herren Generäle und Kommendanten –

Trompeter.
Es ist gar nicht geheuer, wie ich merke.

Wachtmeister.
Die sich so dick hier zusammen fanden –

Trompeter.
Sind nicht für die Langweil herbemüht.

Wachtmeister.
Und das Gemunkel und das Geschicke –

Trompeter.
Ja, ja!

Wachtmeister.
Und von Wien die alte Perücke,
Die man seit gestern herumgehn sieht.
Mit der guldenen Gnadenkette,
Das hat was zu bedeuten, ich wette.

Trompeter.
Wieder so ein Spürhund, gebt nur Acht,
Der die Jagd auf den Herzog macht.

Wachtmeister.
Merkst du wohl? Sie trauen uns nicht,
Fürchten des Friedländers heimlich Gesicht.
Er ist ihnen zu hoch gestiegen,
Möchten ihn gern herunterkriegen.

Trompeter.
Aber wir halten ihn aufrecht, wir,
Dächten doch alle, wie ich und ihr!

Wachtmeister.
Unser Regiment und die andern vier,
Die der Terschka anführt, des Herzogs Schwager,
Das resoluteste Korps im Lager,
Sind ihm ergeben und gewogen,
Hat er uns selbst doch herangezogen.
Alle Hauptleute setzt’ er ein,
Sind alle mit Leib und Leben sein.

Ü   Þ

© 1999 - 2004 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de