Friedrich
Schiller

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Gedichte

Der Kampf

Nein, länger werd’ ich diesen Kampf nicht kämpfen,
   Den Riesenkampf der Pflicht.
Kannst du des Herzens Flammentrieb nicht dämpfen,
   So fodre, Tugend, dieses Opfer nicht.

Geschworen hab ich’s ja, ich hab’s geschworen
   Mich selbst zu bändigen.
Hier ist dein Kranz, er sei auf ewig mir verloren!
   Nimm ihn zurück und laß mich sündigen!

Zerrissen sey, was wir bedungen haben!
   Sie liebt mich – deine Krone sey verscherzt!
Glückselig, wer, in Wonnetrunkenheit begraben,
   So leicht, wie ich, den tiefen Fall verschmerzt!

Sie sieht den Wurm an meiner Jugend Blume nagen,
   Und meinen Lenz* entflohn,
Bewundert still mein heldenmüthiges Entsagen,
   Und großmuthsvoll beschließt sie meinen Lohn.

Mißtraue, schöne Seele, dieser Engelsgüte!
   Dein Mitleid waffnet zum Verbrechen mich.
Gibt’s in des Lebens unermeßlichem Gebiete,
   Gibt’s einen andern, schönern Lohn, als dich?

Als das Verbrechen, das ich ewig fliehen wollte? –
   Tyrannisches* Geschick!
Der einz’ge Lohn, der meine Tugend krönen sollte!
   Ist meiner Tugend letzter Augenblick!


Bemerkungen

Mehr Informationen zu diesem Gedicht finden Sie im Lexikon.

 
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