Friedrich
Schiller

www.wissen-im-Netz.info

Werke - Gedichte

Homepage
   Literatur
      Schiller, Friedrich

         Werke
           
Gedichte

Der Jüngling am Bache

An der Quelle saß der Knabe,
   Blumen wand er sich zum Kranz.
Und er sah sie fortgerissen,
   Treiben in der Wellen Tanz.
Und so fliehen meine Tage,
   Wie die Quelle, rastlos hin!
Und so bleichet meine Jugend,
   Wie die Kränze schnell verblühn.

Fraget nicht, warum ich traure
   In des Lebens Blüthenzeit!
Alles freuet sich und hoffet,
   Wenn der Frühling sich erneut.
Aber diese tausend Stimmen
   Der erwachenden Natur
Wecken in dem tiefen Busen
   Mir den schweren Kummer nur.

Was soll mir die Freude frommen,
   Die der schöne Lenz* mir beut?
Eine nur ist’s, die ich suche,
   Sie ist nah und ewig weit.
Sehnend breit’ ich meine Arme
   Nach dem teuren Schattenbild,
Ach, ich kann es nicht erreichen,
   Und das Herz bleibt ungestillt!

Komm herab, du schöne Holde,
   Und verlaß dein stolzes Schloß!
Blumen, die der Lenz* geboren,
   Streu’ ich dir in deinen Schooß.
Horch, der Hain erschallt von Liedern,
   Und die Quelle rieselt klar!
Raum ist in der kleinsten Hütte
   Für ein glücklich liebend Paar.


Bemerkungen

Mehr Informationen zu diesem Gedicht finden Sie im Lexikon.

 
Google
© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.