Friedrich
Schiller

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Gedichte

Die Führer des Lebens1

Zweierlei Genien* sind’s, die dich durchs Leben geleiten;
   Wohl dir, wenn sie vereint helfend zur Seite dir stehn!
Mit erheiterndem Spiel verkürzt dir der eine die Reise,
   Leichter an seinem Arm werden dir Schicksal und Pflicht.
Unter Scherz und Gespräch begleitet er bis an die Kluft dich,
   Wo an der Ewigkeit Meer schaudernd der Sterbliche steht.
Hier empfängt dich entschlossen und ernst und schweigend der andre,
   Trägt mit gigantischem Arm über die Tiefe dich hin.
Nimmer widme dich einem allein! Vertraue dem erstern
   Deine Würde nicht an, nimmer dem andern dein Glück!


Bemerkungen

Mehr Informationen zu diesem Gedicht finden Sie im Lexikon.

1 In den Horen von 1795 war dies Gedicht überschrieben: „Schön und Erhaben“. ^

 
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