Friedrich
Schiller

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Gedichte

Einem jungen Freunde,

als er sich der Weltweisheit widmete

Schwere Prüfungen mußte der griechische Jüngling bestehen,
   Eh das eleusische Haus* nun den Bewährten empfing;
Bist du bereitet und reif, das Heiligthum zu betreten,
   Wo den verdächtigen Schatz Pallas Athene* verwahrt?
Weißt du schon, was deiner dort harrt? wie theuer du kaufest?
   Daß du ein ungewiß Gut mit dem gewißen bezahlst?
Fühlst du dir Stärke genug, der Kämpfe schwersten zu kämpfen,
   Wenn sich Verstand und Herz, Sinn und Gedanken entzwein?
Muth genug, mit des Zweifels unsterblicher Hydra* zu ringen,
   Und dem Feind in dir selbst männlich entgegen zu gehn?
Mit des Auges Gesundheit, des Herzens heiliger Unschuld
   Zu entlarven den Trug, der dich als Wahrheit versucht?
Fliehe, bist du des Führers im eigenen Busen nicht sicher,
   Fliehe den lockenden Rand, ehe der Schlund dich verschlingt!
Manche gingen nach Licht und stürzten in tiefere Nacht nur;
   Sicher im Dämmerschein wandelt die Kindheit dahin.


Bemerkungen

Mehr Informationen zu diesem Gedicht finden Sie im Lexikon.

 
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