Friedrich
Schiller

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Gedichte

Dithyrambe1

Nimmer, das glaubt mir, erscheinen die Götter
Nimmer allein.
Kaum daß ich Bacchus*, den Lustigen, habe,
Kommt auch schon Amor*, der lächelnde Knabe,
Phöbus*, der Herrliche, findet sich ein.
   Sie nahen, sie kommen, die Himmlischen alle,
   Mit Göttern erfüllt sich die irdische Halle.

Sagt, wie bewirth’ ich, der Erdgeborne,
Himmlischen Chor*?
Schenket mir euer unsterbliches Leben,
Götter! was kann euch der Sterbliche geben?
Hebet zu eurem Olymp* mich empor!
   Die Freude, sie wohnt nur in Jupiters* Saale,
   O füllet mit Nektar, o reicht mir die Schale!

Reich’ ihm die Schale! Schenke dem Dichter,
Hebe, nur ein!
Netz’ ihm die Augen mit himmlischem Thaue,
Daß er den Styx*, den verhaßten, nicht schaue,
Einer der Unsern sich dünke zu seyn.
   Sie rauschet, sie perlet, die himmlische Quelle,
   Der Busen wird ruhig, das Auge wird helle.


Bemerkungen

Mehr Informationen zu diesem Gedicht finden Sie im Lexikon.

1 Die frühere Überschrift dieses Gedichts (im Musenalmanach von 1797) war „Der Besuch“. ^

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