Friedrich
Schiller

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Gedichte

Die Blumen

Kinder der verjüngten Sonne,
   Blumen der geschmückten Flur,
Euch erzog zu Lust und Wonne,
   Ja, euch liebte die Natur.
Schön das Kleid mit Licht gesticket,
Schön hat Flora* euch geschmücket
   Mit der Farben Götterpracht.
Holde Frühlingskinder, klaget!
Seele hat sie euch versaget,
   Und ihr selber wohnt in Nacht.

Nachtigall und Lerche singen
   Euch der Liebe selig Loos,
Gaukelnde Sylphiden* schwingen
   Buhlend sich auf eurem Schooß.
Wölbte eures Kelches Krone
Nicht die Tochter der Dione*
   Schwellend zu der Liebe Pfühl?
Zarte Frühlingskinder, weinet!
Liebe hat sie euch verneinet,
   Euch das selige Gefühl.

Aber hat aus Nanny’s Blicken
   Mich der Mutter Spruch verbannt*,
Wenn euch meine Hände pflücken
   Ihr zum zarten Liebespfand:
Leben, Sprache, Seelen, Herzen,
Stumme Boten süßer Schmerzen,
   Goß euch dies Berühren ein,
Und der mächtigste der Götter
Schließt in eure stillen Blätter
   Seine hohe Gottheit ein.


Bemerkungen

Mehr Informationen zu diesem Gedicht finden Sie im Lexikon.
Dieses Gedicht zählt zu den Lauraliedern. Mehr Informationen zu diesen finden Sie auch im Lexikon.

 
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