Friedrich
Schiller

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Gedichte

Die Antike an den nordischen Wanderer

Über Ströme hast du gesetzt und Meere durchschwommen,
   Über der Alpen Gebirg trug dich der schwindlichte Steg.
Mich in der Nähe zu schaun und meine Schöne zu preisen,
   Die der begeisterte Ruf rühmt durch die staunende Welt;
Und nun stehst du vor mir, du darfst mich Heil’ge berühren,
   Aber bist du mir jetzt näher, und bin ich es dir?1


Bemerkungen

Mehr Informationen zu diesem Gedicht finden Sie im Lexikon.

1 Im 9. Stück der Horen von 1795 > folgen hierauf noch die Verse:

Hinter dir liegt zwar dein neblichter Pol und dein eiserner Himmel;
   Deine arkturische* Nacht flieht vor Ausoniens* Tag;
Aber hast du die Alpenwand des Jahrhunderts gespalten,
   Die zwischen dir und mir finster und traurig sich thürmt
Hast du von deinem Herzen gewälzt die Wolke des Nebels,
   Die von dem wundernden Aug’ wälzte der fröhliche Strahl?
Ewig umsonst umstrahlt dich in mir Ioniens* Sonne,
   Den verdüsterten Sinn bindet der nordische Fluch. ^

 
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