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         Die Braut von Messina
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Erster Aufzug

Die Szene ist eine geräumige Säulenhalle, die beiden Seiten sind Eingänge, eine große Flügeltüre in der Tiefe führt zu einer Kapelle.

Donna Isabella in tiefer Trauer, die Ältesten von Messina stehen um sie her.

Isbella.
Der Not gehorchend, nicht dem eignen Trieb,
Tret' ich, ihr greisen Häupter dieser Stadt,
Heraus zu euch aus den verschwiegenen
Gemächern meines Frauensaals, das Antlitz
Vor euren Männerblicken zu entschleiern.
Denn es geziemt der Witwe, die den Gatten
Verloren, ihres Lebens Licht und Ruhm,
Die schwarz umflorte Nachtgestalt dem Aug'
Der Welt in stillen Mauern zu verbergen;
Doch unerbittlich, allgewaltig treibt
Des Augenblicks Gebieterstimme mich
An das entwohnte Licht der Welt hervor.
   Nicht zweimal hat der Mond die Lichtgestalt
Erneut, seit ich den fürstlichen Gemahl
Zu seiner letzten Ruhestätte trug,
Der mächtig waltend dieser Stadt gebot,
Mit starkem Arme gegen eine Welt
Euch schützend, die euch feindlich rings umlagert.
Er selber ist dahin, doch lebt sein Geist
In einem tapfern Heldenpaare fort
Glorreicher Söhne, dieses Landes Stolz.
Ihr habt sie unter euch in freud'ger Kraft
Aufwachsen sehen, doch mit ihnen wuchs
Aus unbekannt verhängnisvollem Samen
Auch ein unsel'ger Bruderhass empor,
Der Kindheit frohe Einigkeit zerreißend,
Und reifte furchtbar mit dem Ernst der Jahre.
Nie hab' ich ihrer Eintracht mich erfreut,
An diesen Brüsten nährt' ich beide gleich,
Gleich unter sie verteil' ich Lieb' und Sorge,
Und beide weiß ich kindlich mir geneigt.
In diesem einz'gen Triebe sind sie eins;
In allem andern trennt sie blut'ger Streit.
   Zwar, weil der Vater noch gefürchtet herrschte,
Hielt er durch gleiche Strenge furchtbare
Gerechtigkeit die heftig Brausenden im Zügel,
Und unter eines Joches Eisenschwere
Bog er vereinend ihren starren Sinn.
Nicht Waffen tragend durften sie sich nahn,
Nicht in denselben Mauern übernachten.
So hemmt' er zwar mit strengem Machtgebot
Den rohen Ausbruch ihres wilden Triebs;
Doch ungebessert in der tiefen Brust
Ließ er den Hass – der Starke achtet es
Gering, die leise Quelle zu verstopfen,
Weil er dem Strome mächtig wehren kann.
   Was kommen musste, kam. Als er die Augen
Im Tode schloss und seine starke Hand
Sie nicht mehr bändigt, bricht der alte Groll
Gleichwie des Feuers eingepresste Glut,
Zur offnen Flamme sich entzündend, los.
Ich sag' euch, was ihr alle selbst bezeugt:
Messina teilte sich, die Bruderfehde
Löst' alle heil'gen Bande der Natur,
Dem allgemeinen Streit die Losung gebend,
Schwert traf auf Schwert, zum Schlachtfeld ward die Stadt.
Ja, diese Hallen selbst bespritzte Blut.
   Des Staates Bande sahet ihr zerreißen,
Doch mir zerriss im Innersten das Herz –
Ihr fühltet nur das öffentliche Leiden
Und fragtet wenig nach der Mutter Schmerz.
Ihr kamt zu mir und spracht dies harte Wort:
"Du siehst, dass deiner Söhne Bruderzwist
Die Stadt empört in bürgerlichem Streit,
Die, von dem bösen Nachbarn rings umgarnt,
Durch Eintracht nur dem Feinde widersteht.
– Du bist die Mutter! Wohl, so siehe zu,
Wie du der Söhne blut'gen Hader stillst.
Was kümmert uns, die Friedlichen, der Zank
Der Herrscher? Sollen wir zu Grunde gehn,
Weil deine Söhne wütend sich befehden?
Wir wollen uns selbst raten ohne sie
Und einem andern Herrn uns übergeben,
Der unser Bestes will und schaffen kann!"
   So spracht ihr rauen Männer, mitleidlos
Für euch nur sorgend und für eure Stadt,
Und wälztet noch die öffentliche Not
Auf dieses Herz, das von der Mutter Angst
Und Sorgen schwer genug belastet war.
Ich unternahm das nicht zu Hoffende,
Ich warf mit dem zerrissnen Mutterherzen
Mich zwischen die Ergrimmten, Frieden rufend –
Unabgeschreckt, geschäftig, unermüdlich
Beschickt' ich sie, den einen um den andern,
Bis ich erhielt durch mütterliches Flehn,
Das sie's zufrieden sind, in dieser Stadt
Messina, in dem väterlichen Schloss
Unfeindlich sich von Angesicht zu sehn,
Was nie geschah, seitdem der Fürst verschieden.
   Dies ist der Tag! Des Boten harr' ich stündlich,
Der mir die Kunde bringt von ihrem Anzug.
– Seid denn bereit, die Herrscher zu empfangen
Mit Ehrfurcht, wie's dem Untertanen ziemt.
Nur eure Pflicht zu leisten seid bedacht,
Für's andre lasst uns andere gewähren.
Verderblich diesem Land und ihnen selbst
Verderben bringend war der Söhne Streit;
Versöhnt, vereinigt, sind sie mächtig gnug,
Euch zu beschützen gegen eine Welt
Und Recht sich zu verschaffen – gegen euch!

(Die Ältesten entfernen sich schweigend, die Hand auf der Brust. Sie winkt einem alten Diener, der zurückbleibt.)


Zweiter Auftritt

Isabella. Diego.

Isabella.
Diego!

Diego.
Was gebietet meine Fürstin?

Isabella.
Bewährter Diener! Redlich Herz! Tritt näher!
Mein Leiden hast du, meinen Schmerz geteilt,
So teil' auch jetzt das Glück der Glücklichen.
Verpfändet hab' ich deiner treuen Brust
Mein schmerzlich süßes, heiliges Geheimnis.
Der Augenblick ist da, wo es ans Licht
Des Tages soll hervorgezogen werden.
Zu lange schon erstickt' ich der Natur
Gewalt'ge Regung, weil noch über mich
Ein fremder Wille herrisch waltete.
Jetzt darf sich ihre Stimme frei erheben,
Noch heute soll dies Herz befriedigt sein,
Und dieses Haus, das lang verödet war,
Versammle alles, was mir teuer ist.
   So lenke denn die alterschweren Tritte
Nach jenem wohlbekannten Kloster hin,
Das einen teuren Schatz mir aufbewahrt.
Du warst es, treue Seele, der ihn mir
Dorthin geflüchtet hat auf bessre Tage,
Den traur'gen Dienst der Traurigen erzeigend.
Du bringe fröhlich jetzt der Glücklichen
Das teure Pfand zurück.

(Man hört in der Ferne blasen.)

O eile, eile
Und lass die Freude deinen Schritt verjüngen!
Ich höre kriegerischer Hörner Schall,
Der meiner Söhne Einzug mir verkündigt.

(Diego geht ab. Die Musik lässt sich noch von einer entgegen gesetzten Seite immer näher und näher hören.)

Isabella.
Erregt ist ganz Messina – Horch! ein Strom
Verworrner Stimmen wälzt sich brausend her –
Sie sind's! Das Herz der Mutter, mächtig schlagend,
Empfindet ihrer Nähe Kraft und Zug.
Sie sind's! O meine Kinder, meine Kinder!

(Sie eilt hinaus.)


Dritter Auftritt

Chor tritt auf.

Er besteht aus zwei Halbchören, welche zu gleicher Zeit, von zwei entgegen gesetzten Seiten, der eine aus der Tiefe, der andere aus dem Vordergrund eintreten, rund um die Bühne gehen und sich alsdann auf derselben Seite, wo jeder eingetreten, in eine Reihe stellen. Den einen Halbchor bilden die ältern, den andern die jüngern Ritter; beide sind durch Farbe und Abzeichen verschieden. Wenn beide Chöre einander gegenüber stehen, schweigt der Marsch, und die beiden Chorführer reden.1)

Erster Chor (Cajetan).
  
Dich begrüß' ich in Ehrfurcht,
Prangende Halle,
Dich, meiner Herrscher
Fürstliche Wiege,
Säulengetragenes herrliches Dach.
   Tief in der Scheide
Ruhe das Schwert,
Vor den Toren gefesselt
Liege des Streits schlangenhaarigtes Scheusal.
Denn des gastlichen Hauses
Unverletzliche Schwelle
Hütet der Eid, der Erinyen Sohn,
Der furchtbarste unter den Göttern der Hölle!

Zweiter Chor (Bohemund).
Zürnend ergrimmt mir das Herz im Busen,
Zu dem Kampf ist die Faust geballt,
Denn ich sehe das Haupt der Medusen,
Meines Feindes verhasste Gestalt.
Kaum gebiet' ich dem kochenden Blute.
Gönn' ich ihm die Ehre des Worts?
Oder gehorch' ich dem zürnenden Mute?
Aber mich schreckt die Eumenide,
Die Beschirmerin dieses Orts,
Und der waltende Gottesfriede.

Erster Chor (Cajetan).
  
Weisere Fassung
Ziemet dem Alter,
Ich, der Vernünftige, grüße zuerst.

(Zu dem zweiten Chor.)

   Sei mir willkommen,
Der du, mit mir
Gleiche Gefühle
Brüderlich teilend,
Dieses Palastes
Schützende Götter
Fürchtend verehrst!
Weil sich die Fürsten gütlich besprechen,
Wollen auch wir jetzt Worte des Friedens
Harmlos wechseln mit ruhigem Blut,
Denn auch das Wort ist, das heilende, gut.
Aber treff' ich dich draußen im Freien,
Da mag der blutige Kampf sich erneuen,
Da erprobe das Eisen den Muth.

Der ganze Chor.
Aber treff ich dich draußen im Freien,
Da mag der blutige Kampf sich erneuen,
Da erprobe das Eisen den Muth.

Erster Chor (Berengar).
Dich nicht hass' ich! Nicht du bist mein Feind!
Eine Stadt ja hat uns geboren,
Jene sind ein fremdes Geschlecht.
Aber wenn sich die Fürsten befehden,
Müssen die Diener sich morden und töten,
Das ist die Ordnung, so will es das Recht.

Zweiter Chor (Bohemund).
Mögen sie's wissen,
Warum sie sich blutig
Hassend bekämpfen! Mich ficht es nicht an.
Aber wir fechten ihre Schlachten,
Der ist kein Tapfrer, kein Ehrenmann,
Der den Gebieter lässt verachten.

Der ganze Chor.
Aber wir fechten ihre Schlachten;
Der ist kein Tapfrer, kein Ehrenmann,
Der den Gebieter lässt verachten.

Einer aus dem Chor (Berengar).
Hört, was ich bei mir selbst erwogen,
Als ich müßig daher gezogen
Durch des Korns hoch wallende Gassen,
Meinen Gedanken überlassen.
   Wir haben uns in des Kampfes Wut
Nicht besonnen und nicht beraten,
Denn uns betörte das brausende Blut.
   Sind sie nicht unser diese Saaten?
Diese Ulmen, mit Reben umsponnen,
Sind sie nicht Kinder unsrer Sonnen?
Könnten wir nicht in frohem Genuss
Harmlos vergnügliche Tage spinnen,
Lustig das leichte Leben gewinnen?
Warum ziehn wir mit rasendem Beginnen
Unser Schwert für das fremde Geschlecht?
Es hat an diesem Boden kein Recht.
Auf dem Meerschiff ist es gekommen
Von der Sonne rötlichem Untergang,
Gastlich haben wir's aufgenommen
(Unsre Väter! Die Zeit ist lang)
Und jetzt sehen wir uns als Knechte,
Untertan diesem fremden Geschlechte!

Ein Zweiter (Manfred).
Wohl! Wir bewohnen ein glückliches Land,
Das die Himmel umwandelnde Sonne
Ansieht mit immer freundlicher Helle,
Und wir können es fröhlich genießen;
Aber es lässt sich nicht sperren und schließen,
Und des Meers rings umgebende Welle,
Sie verrät uns dem kühnen Korsaren,
Die die Küste verwegen durchkreuzt.
Einen Segen haben wir zu bewahren,
Der das Schwert nur des Fremdlings reizt.
Sklaven sind wir in den eigenen Sitzen,
Das Land kann seine Kinder nicht schützen.
Nicht, wo die goldene Ceres lacht
Und der friedliche Pan, der Flurenbehüter,
Wo das Eisen wächst in der Berge Schacht,
Da entspringen der Erde Gebieter.

Erster Chor (Cajetan).
Ungleich verteilt sind des Lebens Güter
Unter der Menschen flücht'gem Geschlecht,
Aber die Natur, sie ist ewig gerecht.
Uns verlieh sie das Mark und die Fülle,
Die sich immer erneuend erschafft,
Jenen ward der gewaltige Wille
Und die unzerbrechliche Kraft.
Mit der furchtbaren Stärke gerüstet,
Führen sie aus, was dem Herzen gelüstet,
Füllen die Erde mit mächtigem Schall;
Aber hinter den großen Höhen
Folgt auf der tiefe, der donnernde Fall.

   Darum lob' ich mir niedrig zu stehen,
Mich verbergend in meiner Schwäche.
Jene gewaltigen Wetterbäche,
Aus des Hagels unendlichen Schlossen,
Aus den Wolkenbrüchen zusammen geflossen,
Kommen finster gerauscht und geschossen,
Reißen die Brücken und reißen die Dämme
Donnernd mit fort im Wogengeschwemme,
Nichts ist, das die Gewaltigen hemme.
Doch nur der Augenblick hat sie geboren,
Ihres Laufes furchtbare Spur
Geht verrinnend im Sande verloren,
Die Zerstörung verkündigt sie nur.
– Die fremden Eroberer kommen und gehen;
Wir gehorchen, aber wir bleiben stehen.


Vierter Auftritt

Die hintere Türe öffnet sich; Donna Isabella erscheint zwischen ihren Söhnen Don Manuel und Don Cesar.

Beide Chöre.
Preis ihr und Ehre,
Die uns dort aufgeht,
Eine glänzende Sonne!
Kniend verehr' ich dein herrliches Haupt.

Erster Chor (Cajetan).
Schön ist des Mondes
Mildere Klarheit
Unter der Sterne blitzendem Glanz,
Schön ist der Mutter
Liebliche Hoheit
Zwischen der Söhne feuriger Kraft,
Nicht auf der Erden
Ist ihr Bild und ihr Gleichnis zu sehn.
   2)Hoch auf des Lebens
Gipfel gestellt
Schließt sie blühend den Kreis des Schönen,
Mit der Mutter und ihren Söhnen
Krönt sich die herrlich vollendete Welt.
   Selber die Kirche, die göttliche, stellt nicht
Schöneres dar auf dem himmlischen Thron;
Höheres bildet
Selber die Kunst nicht, die göttlich geborne,
Als die Mutter mit ihrem Sohne.

Zweiter Chor (Berengar).
Freudig sieht sie aus ihrem Schoße
Einen blühenden Baum sich erheben,
Der sich ewig sprossend erneut.
Denn sie hat ein Geschlecht geboren,
Welches wandeln wird mit der Sonne
Und den Namen geben der rollenden Zeit.

(Roger.)

Völker verrauschen,
Namen verklingen,
Finstre Vergessenheit
Breitet die dunkel nachtenden Schwingen
Über ganzen Geschlechtern aus.
   Aber der Fürsten
Einsame Häupter
Glänzen erhellt,
Und Aurora berührt sie
Mit den ewigen Strahlen
Als die ragenden Gipfel der Welt.

Isabella (mit ihren Söhnen hervortretend).
Blick' nieder, hohe Königin des Himmels,
Und halte deine Hand auf dieses Herz,
Dass es der Übermut nicht schwellend hebe;
denn leicht vergesse sich der Mutter Freude,
Wenn sie sich spiegelt in der Söhne Glanz,
Zum ersten Mal, seitdem ich sie geboren,
Umfass' ich meines Glückes Fülle ganz.
Denn bis auf diesen Tag musst' ich gewaltsam
Des Herzens fröhliche Ergießung teilen,
Vergessen ganz musst' ich den einen Sohn,
Wenn ich der Nähe mich des andern freute.
O, meine Mutterliebe ist nur eine,
Und meine Söhne waren ewig zwei!
– Sagt, darf ich ohne Zittern mich der süßen
Gewalt des trunknen Herzens überlassen?

(Zu Don Manuel.)

Wenn ich die Hand des Bruders freundlich drücke,
Stoß' ich den Stachen nicht in deine Brust?

(Zu Don Cesar.)

Wenn ich das Herz an seinem Anblick weide,
Ist's nicht ein Raub an dir? – O ich muss zittern,
Dass meine Liebe selbst, die ich euch zeige,
Nur eures Hasses Flammen heft'ger schüre.

(Nachdem sie beide fragend angesehen.)

Was darf ich mir von euch versprechen? Redet!
Mit welchem Herzen kamet ihr hieher?
Ist's noch der alte unversöhnte Hass,
Den ihr mit herbringt in des Vaters Haus,
Und wartet draußen vor des Schlosses Toren
Der Krieg, auf Augenblicke nur gebändigt
Und knirschend in das eherne Gebiss,
Um alsobald, wenn ihr den Rücken mir
Gekehrt, mit neuer Wut sich zu entfesseln?

Chor (Bohemund).
Krieg oder Frieden! Noch liegen die Lose
Dunkel verhüllt in der Zukunft Schoße!
Doch es wird sich noch, eh wir uns trennen, entscheiden;
Wir sein bereit und gerüstet zu beiden.

Isabella (im ganzen Kreis umherschauend).
Und welcher furchtbar kriegerische Anblick?
Was sollen diese hier? Ist's eine Schlacht,
Die sich in diesen Sälen zubereitet?
Wozu die fremde Schar, wenn eine Mutter
Das Herz aufschließen will vor ihren Kindern?
Bis in den Schoß der Mutter fürchtet ihr
Der Arglist Schlingen, tückischen Verrat,
Dass ihr den Rücken euch besorglich deckt?
– O diese wilden Banden, die euch folgen,
Die raschen Diener eures Zorns – sie sind
Nicht eure Freunde! Glaubet nimmermehr,
Dass sie euch wohlgesinnt zum Besten raten!
Wie könnten sie's von Herzen mit euch meinen,
Den Fremdlingen, dem eingedrungnen Stamm,
Der aus dem eignen Erbe sie vertrieben,
Sich über die der Herrschaft angemaßt?
Glaubt mir! Es liebt ein jeder, frei sich selbst
Zu leben nach dem eigenen Gesetz,
Die fremde Herrschaft wird mit Neid ertragen.
Von eurer Macht allein und ihrer Furcht
Erhaltet ihr den gern versagten Dienst.
Lernt dies Geschlecht, das herzlos falsche, kennen!
Die Schadenfreude ist's, wodurch sie sich
An eurem Glück, an eurer Größe rächen.
Der Herrscher Fall, der hohen Häupter Sturz
Ist ihrer Lieder Stoff und ihr Gespräch,
Was sich vom Sohn zum Enkel forterzählt,
Womit sie sich die Winternächte kürzen.
– O meine Söhne! Feindlich ist die Welt
Und falsch gesinnt! Es liebt ein jeder nur
Sich selbst; unsicher, los und wandelbar
Sind alle Bande, die das leichte Glück
Geflochten – Laune löst, was Laune knüpfte –
Nur die Natur ist redlich! Sie allein
Liegt an dem ew'gen Ankergrunde fest,
Wenn alles andre auf den sturmbewegten Wellen
Des Lebens unstet treibt – Die Neigung gibt
Den Freund, es gibt der Vorteil den Gefährten,
Wohl dem, dem die Geburt den Bruder gab!
Ihn kann das Glück nicht geben! Anerschaffen
Ist ihm der Freund, und gegen eine Welt
Voll Kriegs und Truges steht er zweifach da!

Chor (Cajetan).
Ja, es ist etwas Großes, ich muss es verehren,
Um einer Herrscherin fürstlichen Sinn,
Über der Menschen Tun und Verkehren
Blickt sie mit ruhiger Klarheit hin.
Uns aber treibt das verworrene Streben
Blind und sinnlos durchs wüste Leben.

Isabella (zu Don Cesar).
Du, der das Schwert auf seinen Bruder zückt,
Sieh dich umher in dieser ganzen Schar,
Wo ist ein edler Bild als deines Bruders?

(Zu Don Manuel.)

Wer unter diesen, die du Freunde nennst,
Darf deinem Bruder sich zur Seite stellen?
Ein jeder ist ein Muster seines Alters,
Und keiner gleicht, und keiner weicht dem andern.
Wagt es, euch in das Angesicht zu sehn!
O Raserei der Eifersucht, des Neides!
Ihn würdest du aus tausenden heraus
Zum Freunde dir gewählt, ihn an das Herz
Geschlossen haben als den einzigen;
Und jetzt, da ihn die heilige Natur
Dir gab, dir in der Wiege schon ihn schenkte,
Trittst du, ein Frevler an dem eignen Blut,
Mit stolzer Willkür ihr Geschenk mit Füßen,
Dich wegzuwerfen an den schlechtern Mann,
Dich an den Feind und Fremdling anzuschließen!

Don Manuel.
Höre mich, Mutter!

Don Cesar.
Mutter, höre mich!

Isabella.
Nicht Worte sind's, die diesen traur'gen Streit
Erledigen – Hier ist das Mein und Dein,
Die Rache von der Schuld nicht mehr zu sondern.
– Wer möchte noch das alte Bette finden
Des Schwefelstroms, der glühend sich ergoss?
Des unterird'schen Feuers schreckliche
Geburt ist alles, eine Lavarinde
Liegt aufgeschichtet über dem Gesunden,
Und jeder Fußtritt wandelt auf Zerstörung.
– Nur dieses eine leg' ich euch ans Herz!
Das Böse, das der Mann, der mündige,
Dem Manne zufügt, das, ich will es glauben,
Vergibt sich und versöhnt sich schwer. Der Mann
Will seinen Hass, und keine Zeit verändert
Den Ratschluss, den er wohl besonnen fasst.
Doch eures Haders Ursprung steigt hinauf
In unverständ'ger Kindheit frühe Zeit,
Sein Alter ist's, was ihn entwaffnen sollte.
Fraget zurück, was euch zuerst entzweite;
Ihr wisst es nicht, ja, fändet ihr's auch aus,
Ihr würdet auch des kind'schen Haders schämen.
Und dennoch ist's der erste Kinderstreit,
Der fortgezeugt in unglücksel'ger Kette,
Die neuste Unbill dieses Tags geboren.
Denn alle schweren Taten, die bis jetzt geschahn,
Sind nur des Argwohns und der Rache Kinder.
– Und jene Knabenfehde wolltet ihr
Nicht jetzt fortkämpfen, da ihr Männer seid?

(Beider Hände fassend.)

O, meine Söhne! Kommt, entschließet euch,
Die Rechnung gegenseitig zu vertilgen,
Denn gleich auf beiden Seiten ist das Unrecht.
Seid edel, und großherzig schenkt einander
Die unabtragbar ungeheure Schuld.
Der Siege göttlichster ist das Vergeben!
In eueres Vaters Gruft werft ihn hinab,
Den alten Hass der frühen Kinderzeit!
Der schönen Leibe sei das neue Leben,
Der Eintracht, der Versöhnung sei's geweiht.

(Sie tritt einen Schritt zwischen beiden zurück, als wollte sie ihnen Raum geben, sich einander zu nähern. Beide blicken zur Erde ohne einander anzusehen.)

Chor (Cajetan).
Höret der Mutter vermahnende Rede,
Wahrlich, sie spricht ein gewichtiges Wort!
Lasst es genug sein und endet die Fehde,
Oder gefällt's euch, so setzet sie fort.
Was auch genehm ist, das ist mir gerecht,
Ihr seid die Herrscher, und ich bin der Knecht.

Isabella (nachdem sie einige Zeit innegehalten, und vergebens eine Äußerung der Brüder erwartet, mit unterdrücktem Schmerz).
Jetzt weiß ich nichts mehr. Ausgeleert hab' ich
Der Worte Köcher und erschöpft der Bitten Kraft.
Im Grabe ruht, der euch gewaltsam bändigte,
Und machtlos steht die Mutter zwischen euch.
– Vollendet! Ihr habt freie Macht! Gehorcht
Dem Dämon, der euch sinnlos wütend treibt,
Ehrt nicht des Hausgotts heiligen Altar,
Lasst diese Halle selbst, die euch geboren,
Den Schauplatz werden eines Wechselmords.
Vor eurer Mutter Aug' zerstöret euch
Mit euren eignen, nicht durch fremde Hände.
Leib gegen Leib, wie das thebanische Paar,
Rückt aufeinander an, und wutvoll ringend,
Umfanget euch mit eherner Umarmung.
Leben um Leben tauschend siege jeder,
Den Dolch einbohrend nicht des andern Brust,
Dass selbst der Tod nicht eure Zwietracht heile,
Die Flamme selbst, des Feuers rote Säule,
Die sich von eurem Scheiterhaufen hebt,
Sich zweigespalten voneinander teile,
Ein schaudernd Bild, wie ihr gestorben und gelebt.

(Sie geht ab. Die Brüder bleiben noch in der vorigen Entfernung voneinander stehen.)


Fünfter Auftritt

Beide Brüder. Beide Chöre.

Chor (Cajetan).
Es sind nur Worte, die sie gesprochen,
Aber sie haben den fröhlichen Mut
In der felsigten Brust mir gebrochen!
Ich nicht vergoss das verwandte Blut.
Rein zum Himmel erheb' ich die Hände,
Ihr seid Brüder! Bedenket das Ende!

Don Cesar (ohne Don Manuel anzusehen).
Du bist der ältre Bruder, rede du!
Dem Erstgebornen weich' ich ohne Schande.

Don Manuel (in derselben Stellung).
Sag' etwas Gutes, und ich folge gern
Dem edeln Beispiel, das der jüngre gibt.

Don Cesar.
Nicht weil ich für den Schuldigeren mich
Erkenne oder schwächer gar mich fühle –

Don Manuel.
Nicht Kleinmuts zeiht Don Cesarn, wer ihn kennt,
Fühlt' er sich schwächer, würd' er stolzer reden.

Don Cesar.
Denkst du von deinem Bruder nicht geringer?

Don Manuel.
Du bist zu stolz zur Demut, ich zur Lüge.

Don Cesar.
Verachtung nicht erträgt mein edles Herz.
Doch in des Kampfes heftigster Erbittrung
Gedachtest du mit Würde deines Bruders.

Don Manuel.
Du willst nicht meinen Tod, ich habe Proben.
Ein Mönch erbot sich dir, mich meuchlerisch
Zu morden; du bestraftest den Verräter.

Don Cesar (tritt etwas näher).
Hätt' ich dich früher so gerecht erkannt,
Es wäre vieles ungeschehn geblieben.

Don Manuel.
Und hätt' ich dir ein so versöhnlich Herz
Gewusst, viel Mühe spart' ich dann der Mutter.

Don Cesar.
Du wurdest mir viel stolzer abgeschildert.

Don Manuel.
Es ist der Fluch der Hohen, dass die Niedern
Sich ihres offnen Ohrs bemächtigen.

Don Cesar (lebhaft).
So ist's. Die Diener tragen alle Schuld.

Don Manuel.
Die unser Herz in bitterm Hass entfremdet.

Don Cesar.
Die böse Worte hin und wieder trugen.

Don Manuel.
Mit falscher Deutung jede Tat vergiftet.

Don Cesar.
Die Wunde nährten, die sie heilen sollten.

Don Manuel.
Die Flamme schürten, die sie löschen konnten.

Don Cesar.
Wir waren die Verführer, die Betrogenen!

Don Manuel.
Das blinde Werkzeug fremder Leidenschaft!

Don Cesar.
Ist's wahr, dass alles andre treulos ist –

Don Manuel.
Und falsch! Die Mutter sagt's, du darfst es glauben!

Don Cesar.
So will ich diese Bruderhand ergreifen –

(Er reicht ihm die Hand hin.)

Don Manuel (ergreift sie lebhaft).
Die mir die nächste ist auf dieser Welt.

(Beide stehen Hand in Hand und betrachten einander eine Zeitlang schweigend.)

Don Cesar.
Ich seh' dich an, und überrascht, erstaunt
Find' ich in dir der Mutter teure Züge.

Don Manuel.
Und eine Ähnlichkeit entdeckt sich mir
In dir, die mich noch wunderbarer rühret.

Don Cesar.
Bist du es wirklich, der dem jüngern Bruder
So hold begegnet und so gütig spricht?

Don Manuel.
Ist dieser freundlich sanft gesinnte Jüngling
Der übelwollend mir gehäß'ge Bruder?

(Wiederum Stillschweigen; jeder steht in den Anblick des andern verloren.)

Don Cesar.
Du nahmst die Pferde von arab'scher Zucht
In Anspruch aus dem Nachlass unsers Vaters.
Den Rittern, die du schicktest, schlug ich's ab.

Don Manuel.
Sie sind dir lieb, ich denke nicht mehr dran.

Don Cesar.
Nein, nimm die Rosse, nimm den Wagen auch
Des Vaters, nimm sie, ich beschwöre dich!

Don Manuel.
Ich will es tun, wenn du das Schloss am Meere
Beziehen willst, um das wir heftig stritten.

Don Cesar.
Ich nehm' es nicht, doch bin ich's wohl zufrieden,
Dass wir's gemeinsam brüderlich bewohnen.

Don Manuel.
So sei's! Warum ausschließend Eigentum
Besitzen, da die Herzen einig sind?

Don Cesar.
Warum noch länger abgesondert leben,
Da wir, vereinigt, jeder reicher werden?

Don Manuel.
Wir sind nicht mehr getrennt, wir sind vereinigt.

(Er eilt in seine Arme.)

Erster Chor (zum zweiten) (Cajetan).
Was stehen wir hier noch feindlich geschieden,
Da die Fürsten liebend sich umfassen?
Ihrem Beispiel folg' ich und biete dir Frieden,
Wollen wir einander denn ewig hassen?
Sind sie Brüder durch Blutes Bande,
Sind wir Bürger und Söhne von einem Lande.

(Beide Chöre umarmen sich.)


Sechster Auftritt

Ein Bote tritt auf.

Zweiter Chor (zu Don Cesar) (Bohemund).
Den Späher, den du ausgesendet, Herr,
Erblick' ich wiederkehrend. Freue dich,
Don Cesar! Gute Botschaft harret dein,
Denn fröhlich strahlt der Blick des Kommenden.

Bote.
Heil mir und Heil der Fluch befreiten Stadt!
Des schönsten Anblicks wird mein Auge froh.
Die Söhne meines Herrn, die Fürsten seh' ich
In friedlichem Gespräche, Hand in Hand,
Die ich in heißer Kampfeswut verlassen.

Don Cesar.
Du siehst die Liebe aus des Hasses Flammen
Wie einen neu verjüngten Phönix steigen.

Bote.
Ein zweites leg' ich zu dem ersten Glück!
Mein Botenstab ergrünt von frischen Zweigen!

Don Cesar (ihn bei Seite führend).
Lass hören, was du bringst.

Bote.
Ein einz'ger Tag
Will alles, was erfreulich ist, versammeln.
Auch die Verlorene, nach der wir suchten,
Sie ist gefunden, Herr, sie ist nicht weit.

Don Cesar.
Sie ist gefunden! O, wo ist sie? Sprich!

Bote.
Hier in Messina, Herr, verbirgt sie sich.

Don Manuel (zu dem ersten Halbchor gewendet).
Von hoher Röte Glut seh' ich die Wangen
Des Bruders glänzen, und sein Auge blitzt.
Ich weiß nicht, was es ist; doch ist's die Farbe
Der Freude, und mitfreuend teil' ich sie.

Don Cesar (zu dem Boten).
Komm, führe mich! – Leb wohl, Don Manuel!
Im Arm der Mutter finden wir uns wieder,
Jetzt fordert mich ein dringend Werk von hier.

(Er will gehen.)

Don Manuel.
Verschieb es nicht. Das Glück begleite dich.

Don Cesar (besinnt sich und kommt zurück).
Don Manuel! Mehr, als ich sagen kann,
Freut mich dein Anblick – ja, mir ahnet schon,
Wir werden uns wie Herzensfreunde lieben,
Der lang gebundne Trieb wird freud'ger nur
Und mächt'ger streben in der neuen Sonne.
Nachholen werd' ich das verlorne Leben.

Don Manuel.
Die Blüte deutet auf die schöne Frucht.

Don Cesar.
Es ist nicht recht, ich fühl's und tadle mich,
Dass ich mich jetzt aus deinen Armen reiße.
Denk' nicht, ich fühle weniger, als du,
Weil ich die festlich schöne Stunde rasch zerschneide.

Don Manuel (mit sichtbarer Zerstreuung).
Gehorche du dem Augenblick! Der Liebe
Gehört von heute an das ganze Leben.

Don Cesar.
Entdeckt' ich dir, was mich von hinnen ruft –

Don Manuel.
Lass mir dein Herz! Dir bleibe dein Geheimnis.

Don Cesar.
Auch kein Geheimnis trenn' uns ferner mehr,
Bald soll die letzte dunkle Falte schwinden!

(Zu dem Chor gewendet.)

Euch künd' ich's an, damit ihr's alle wisset!
Der Streit ist abgeschlossen zwischen mir
Und dem geliebten Bruder! Den erklär' ich
Für meinen Todfeind und Beleidiger
Und werd' ihn hassen wie der Hölle Pforten,
Der den erloschnen Funken unsers Streits
Aufbläst zu neuen Flammen – Hoffe keiner
Mir zu gefallen oder Dank zu ernten,
Der von dem Bruder Böses mir berichtet,
Mit falscher Dienstbegier den bittern Pfeil
Des raschen Worts geschäftig weiter sendet.
– Nicht Wurzeln auf der Lippe schlägt das Wort,
Das unbedacht dem schnellen Zorn entflohen,
Doch von dem Ohr des Argwohns aufgefangen,
Kriecht es wie Schlingkraut endlos treibend fort,
Und hängt ans Herz sich an mit tausend Ästen:
So trennen endlich in Verworrenheit
Unheilbar sich die Guten und die Besten!

(Er umarmt den Bruder noch einmal und geht ab, von dem zweiten Chor begleitet.)


Siebenter Auftritt

Don Manuel und der erste Chor.

Chor (Cajetan).
Verwundrungsvoll, o Herr, betracht' ich dich,
Und fast muss ich dich heute ganz verkennen.
Mit karger Rede kaum erwiderst du
Des Bruders Liebesworte, der gut meinend
Mit offnem Herzen dir entgegen kommt.
Versunken in dich selber stehst du da,
Gleich einem Träumenden, als wäre nur
Dein Leib zugegen, und die Seele fern.
Wer so dich sähe, möchte leicht der Kälte
Dich zeihn und stolz unfreundlichen Gemüts;
Ich aber will dich drum nicht fühllos schelten,
Denn heiter blickst du, wie ein Glücklicher
Um dich, und Lächeln spielt um deine Wangen.

Don Manuel.
Was soll ich sagen? Was erwidern? Mag
Der Bruder Worte finden! Ihn ergreift
Ein überraschend neu Gefühl, er sieht
Den alten Hass aus seinem Busen schwinden,
Und wundernd fühlt er sein verwandtes Herz.
Ich – habe keinen Hass mehr mitgebracht,
Kaum weiß ich noch, warum wir blutig stritten.
Denn über allen ird'schen Dingen hoch
Schwebt mir auf Freudenfittigen die Seele,
Und in dem Glanzesmeer, das mich umfängt,
Sind alle Wolken mir und finstre Falten
Des Lebens ausgeglättet und verschwunden.
– Ich sehe diese Hallen, diese Säle,
Und denke mir das freudige Erschrecken
Der überraschten, hoch erstaunten Braut,
Wenn ich als Fürstin sie und Herrscherin
Durch dieses Hauses Pforten führen werde.
– Noch liebt sie nur den Liebenden! Dem Fremdling,
Dem Namenlosen hat sie sich gegeben.
Nicht ahnet sie, dass es Don Manuel,
Messina's Fürst ist, der die goldne Binde
Ihr um die schöne Stirne flechten wird.
Wie süß ist's, das Geliebte zu beglücken
Mit ungehoffter Größe, Glanz und Schein!
Längst spart' ich mir dies höchste der Entzücken,
Wohl bleibt es stets sein höchster Schmuck allein,
Doch auch die Hoheit darf das Schöne schmücken,
Der goldne Reif erhebt den Edelstein.

Chor (Cajetan).
Ich höre dich, o Herr, vom langen Schweigen
Zum ersten Mal den stummen Mund entsiegeln.
Mit Späheraugen folgt' ich dir schon längst,
Ein seltsam wunderbar Geheimnis ahnend,
Doch nicht erkühnt' ich mich, was du vor mir
In tiefes Dunkel hüllst, dir abzufragen.
Dich reizt nicht mehr der Jagden muntre Lust,
Der Rosse Wettlauf und des Falken Sieg.
Aus der Gefährten Aug' verschwindest du,
So oft die Sonne sinkt zum Himmelsrande,
Und keiner unsers Chors, die wir dich sonst
In jeder Kriegs- und Jagdgefahr begleiten,
Mag deines stillen Pfads Gefährte sein.
Warum verschleierst du bis diesen Tag
Dein Liebesglück mit dieser neid'schen Hülle?
Was zwingt den Mächtigen, dass er verhehle?
Denn Furcht ist fern von deiner großen Seele.

Don Manuel.
Geflügelt ist das Glück und schwer zu binden,
Nur in verschlossner Lade wird's bewahrt.
Das Schweigen ist zum Hüter ihm gesetzt,
Und rasch entfliegt es, wenn Geschwätzigkeit
Voreilig wagt, die Decke zu erheben.
Doch jetzt, dem Ziel so nahe, darf ich wohl
Das lange Schweigen brechen, und ich will's.
Denn mit der nächsten Morgensonne Strahl
Ist sie die Meine, und des Dämons Neid
Wird keine Macht mehr haben über mich.
Nicht mehr verstohlen werd' ich zu ihr schleichen,
Nicht rauben mehr der Liebe goldne Frucht,
Nicht mehr die Freude haschen auf der Flucht,
Das Morgen wird dem schönen Heute gleichen,
Nicht Blitzen gleich, die schnell vorüber schießen
Und plötzlich von der Nacht verschlungen sind,
Mein Glück wird sein, gleich wie des Baches Fließen,
Gleichwie der Sand des Stundenglases rinnt.

Chor (Cajetan).
So nenne sie uns, Herr, die dich im stillen
Beglückt, dass wir dein Los beneidend rühmen
Und würdig ehren unsers Fürsten Braut.
Sag an, wo du sie fandest, wo verbirgst,
In welches Orts verschwiegner Heimlichkeit?
Denn wir durchziehen schwärmend weit und breit
Die Insel auf der Jagd verschlungnen Pfaden,
Doch keine Spur hat uns dein Glück verraten,
So dass ich bald mich überreden möchte,
Es hülle sie ein Zaubernebel ein.

Don Manuel.
Den Zauber lös' ich auf, denn heute noch
Soll, was verborgen war, die Sonne schauen.
Vernehmet denn und hört, wie mir geschah.
Fünf Monde sind's, es herrschte noch im Lande
Des Vaters Macht und beugete gewaltsam
Der Jugend starren Nacken in das Joch –
Nichts kannt' ich als der Waffen wilde Freuden
Und als des Waidwerks kriegerische Lust.
– Wir hatten schon den ganzen Tag gejagt
Entlang des Waldgebirges – da geschah's,
Dass die Verfolgung einer weißen Hindin
Mich weit hinweg aus eurem Haufen riss.
Das scheue Tier floh durch des Tales Krümmen,
Durch Busch und Kluft und bahnenlos Gestrüpp,
Auf Wurfes Weite sah ich's stets vor mir,
Doch konnt' ich's nicht erreichen, noch erzielen,
Bis es zuletzt an eines Gartens Pforte mir
Verschwand. Schnell von dem Ross herab mich werfend
Dring' ich ihm nach, schon mit dem Speere zielend,
Da seh' ich wundern das erschrockne Tier
Zu einer Nonne Füßen zitternd liegen,
Die es mit zarten Händen schmeichelnd kost.
Bewegungslos starr' ich das Wunder an,
Den Jagdspieß in der Hand, zum Wurf ausholend –
Sie aber blickt mit großen Augen flehend
Mich an. So stehn wir schweigend gegen einander –
Wie lange Frist, das kann ich nicht ermessen,
Denn alles Maß der Zeiten war vergessen.
Tief in die Seele drückt sie mir den Blick,
Und umgewandelt schnell ist mir das Herz.
– Was ich nun sprach, was die Holdsel'ge mir
Erwidert, möge Niemand mich befragen,
Denn wie ein Traumbild liegt es hinter mir
Aus früher Kindheit dämmerhellen Tagen,
An meiner Brust fühlt' ich die ihre schlagen,
Als die Besinnungskraft mir wieder kam.
Da hört' ich einer Glocke helles Läuten,
Den Ruf zur Hora schien es zu bedeuten,
Und schnell, wie Geister in die Luft verwehen,
Entschwand sie mir und ward nicht mehr gesehen.

Chor (Cajetan).
Mit Furcht, o Herr, erfüllt mich dein Bericht.
Raub hast du an dem Göttlichen begangen,
Des Himmels Braut berührt mit sündigem Verlangen,
Denn furchtbar heilig ist des Klosters Pflicht.

Don Manuel.
Jetzt hatt' ich eine Straße nur zu wandeln,
Das unstet schwanke Sehnen war gebunden,
Dem Leben war sein Inhalt ausgefunden.
Und wie der Pilger sich nach Osten wendet,
Wo ihm die Sonne der Verheißung glänzt,
So kehrte sich mein Hoffen und mein Sehnen
Dem einen hellen Himmelspunkte zu.
Kein Tag entstieg dem Meer und sank hinunter,
Der nicht zwei glücklich Liebende vereinte.
Geflochten still war unsrer Herzen Bund,
Nur der allsehnde Äther über uns
War des verschwiegnen Glücks vertrauter Zeuge,
Es brauchte weiter keines Menschen Dienst.
Das waren goldne Stunden, sel'ge Tage!
– Nicht Raub am Himmel war mein Glück, denn noch
Durch kein Gelübde war das Herz gefesselt,
Das sich auf ewig mir zu eigen gab.

Chor (Cajetan).
So war das Kloster eine Freistatt nur
Der zarten Jugend, nicht des Lebens Grab?

Don Manuel.
Ein heilig Pfand ward sie dem Gotteshaus
Vertraut, das man zurück einst werde fordern.

Chor (Cajetan).
Doch welches Blutes rühmt sie sich zu sein?
Denn nur vom Edeln kann das Edle stammen.

Don Manuel.
Sich selber ein Geheimnis wuchs sie auf,
Nicht kennt sie ihr Geschlecht, noch Vaterland.

Chor (Cajetan).
Und leitet keine dunkle Spur zurück
Zu ihres Daseins unbekannten Quellen?

Don Manuel.
Dass sie von edelm Blut, gesteht der Mann,
Der einz'ge, der um ihre Herkunft weiß.

Chor (Cajetan).
Wer ist der Mann? Nichts halte mir zurück,
Denn wissend nur kann ich dir nützlich raten.

Don Manuel.
Ein alter Diener naht von Zeit zu Zeit,
Der einz'ge Bote zwischen Kind und Mutter.

Chor (Cajetan).
Von diesem Alten hast du nichts erforscht?
Feigherzig und geschwätzig ist das Alter.

Don Manuel.
Nie wagt' ich's, einer Neugier nachzugeben,
Die mein verschwiegnes Glück gefährden konnte.

Chor (Cajetan).
Was aber war der Inhalt seiner Worte,
Wenn er die Jungfrau zu besuchen kam?

Don Manuel.
Auf eine Zeit, die alles lösen werde,
Hat er von Jahr zu Jahren sie vertröstet.

Chor (Cajetan).
Und diese Zeit, die alles lösen soll,
Hat er sie näher deutend nicht bezeichnet?

Don Manuel.
Seit wenig Monden drohete der Greis
Mit einer nahen Änderung des Schicksals.

Chor (Cajetan).
Er drohte, sagst du? Also fürchtest du
Ein Licht zu schöpfen, das dich nicht erfreut?

Don Manuel.
Ein jeder Wechsel schreckt den Glücklichen,
Wo kein Gewinn zu hoffen, droht Verlust.

Chor (Cajetan).
Doch konnte die Entdeckung, die du fürchtest,
Auch deiner Liebe günst'ge Zeichen bringen.

Don Manuel.
Auch stürzen konnte sie mein Glück, drum wählt' ich
Das sicherste, ihr schnell zuvor zu kommen.

Chor (Cajetan).
Wie das, o Herr? Mit Furcht erfüllst du mich,
Und eine rasche Tat muss ich besorgen.

Don Manuel.
Schon seit den letzten Monden ließ der Greis
Geheimnisvolle Winke sich entfallen,
Dass nicht mehr ferne sei der Tag, der sie
Den Ihrigen zurücke geben werde.
Seit gestern aber sprach er's deutlich aus,
Dass mit der nächsten Morgensonne Strahl –
Dies aber ist der Tag, der heute leuchtet –
Ihr Schicksal sich entscheidend werde lösen.
Kein Augenblick war zu verlieren, schnell
War mein Entschluss gefasst und schnell vollstreckt.
In dieser Nacht raubt' ich die Jungfrau weg
Und brachte sie verborgen nach Messina.

Chor (Cajetan).
Welch kühn verwegen-räuberische Tat!
– Verzeih, o Herr, die freie Tadelrede!
Doch solches ist des weisern Alters Recht,
Wenn sich die rasche Jugend kühn vergisst.

Don Manuel.
Unfern vom Kloster der Barmherzigen,
In eines Gartens abgeschiedner Stille,
Der von der Neugier nicht betreten wird,
Trennt' ich mich eben jetzt von ihr, hieher
Zu der Versöhnung mit dem Bruder eilend.
In banger Furcht ließ ich sie dort allein
Zurück, die sich nichts weniger erwartet,
Als in dem Glanz der Fürstin eingeholt
Und auf erhabnem Fußgestell des Ruhms
Vor ganz Messina ausgestellt zu werden.
Denn anders nicht soll sie mich wieder sehn,
Als in der Größe Schmuck und Staat und festlich
Von eurem ritterlichen Chor umgeben.
Nicht will ich, dass Don Manuels Verlobte
Als eine Heimatlose, Flüchtige
Der Mutter nahen soll, die ich ihr gebe,
Als eine Fürstin fürstlich will ich sie
Einführen in die Hofburg meiner Väter.

Chor (Cajetan).
Gebiete, Herr! Wir harren deines Winks.

Don Manuel.
Ich habe mich aus ihrem Arm gerissen,
Doch nur mit ihr werd' ich beschäftigt sein.
Denn nach dem Bazar sollt ihr mich anjetzt
Begleiten, wo die Mohren zum Verkauf
Ausstellen, was das Morgenland erzeugt
An edelm Stoff und feinem Kunstgebild.
Erst wählet aus die zierlichen Sandalen,
Der zartgeformten Füße Schutz und Zier;
Dann zum Gewande wählt das Kunstgewebe
Des Indiers, hell glänzend, wie der Schnee
Des Ätna, der der Nächste ist dem Licht –
Und leicht umfließ' es, wie der Morgenduft,
Den zarten Bau der jugendlichen Glieder.
Von Purpur sei, mit zarten Fäden Goldes
Durchwirkt, der Gürtel, der die Tunica
Unter dem zücht'gen Busen reizend knüpft.
Dazu den Mantel wählt, von glänzender
Seide gewebt, in bleichem Purpur schimmernd,
Über der Achsel heft' ihn eine goldne
Zikade – Auch die Spangen nicht vergesst,
Die schönen Arme reizend zu umzirken,
Auch nicht der Perlen und Korallen Schmuck,
Der Meeresgöttin wundersame Gaben.
Um die Locken winde sich ein Diadem,
Gefüget aus dem köstlichsten Gestein,
Worin der feurig glühende Rubin
Mit dem Smaragd die Farbenblitze kreuze.
Oben im Haarschmuck sei der lange Schleier
Gleich einem hellen Lichtgewölk, umfließe,
Und mit der Myrte jungfräulichem Kranze
Vollende krönend sich das schöne Ganze.

Chor (Cajetan).
Es soll geschehen, Herr, wie du gebietest,
Denn fertig und vollendet findet sich
Dies alles auf dem Bazar ausgestellt.

Don Manuel.
Den schönsten Zelter führet dann hervor
Aus meinen Ställen; seine Farbe sei
Lichtweiß, gleichwie des Sonnengottes Pferde,
Von Purpur sei die Decke, und Geschirr
Und Zügel reich besetzt mit edeln Steinen,
Denn tragen soll er meine Königin.
Ihr selber haltet euch bereit, im Glanz
Des Ritterstaates, unterm freud'gen Schall
Der Hörner, eure Fürstin heimzuführen.
Dies alles zu besorgen, geh' ich jetzt,
Zwei unter euch erwähl' ich zu Begleitern,
Ihr andern wartet mein – was ihr vernahmt,
Bewahrt's in eures Busens tiefem Grunde,
Bis ich das Band gelöst von eurem Munde.

(Er geht ab, von Zweien aus dem Chor begleitet.)


Achter Auftritt

Chor.

Chor (Cajetan).
Sage, was werden wir jetzt beginnen,
Da die Fürsten ruhen vom Streit,
Auszufüllen die Leere der Stunden
Und die lange unendliche Zeit?
Etwas fürchten und hoffen und sorgen
Muss der Mensch für den kommenden Morgen,
Dass er die Schwere des Daseins ertrage
Und das ermüdende Gleichmaß der Tage,
Und mit erfrischendem Windesweben
Kräuselnd bewege das stockende Leben.

Einer aus dem Chor (Manfred).
Schön ist der Friede! Ein lieblicher Knabe
Liegt er gelagert am ruhigen Bach,
Und die hüpfenden Lämmer grasen
Lustig um ihn auf dem sonnigten Rasen,
Süßes Tönen entlockt er der Flöte,
Und das Echo des Berges wird wach,
Oder im Schimmer der Abendröte
Wiegt ihn in Schlummer der murmelnde Bach –
Aber der Krieg auch hat seine Ehre,
Der Beweger des Menschengeschicks;
Mir gefällt ein lebendiges Leben,
Mir ein ewiges Schwanken und Schwingen und Schweben
Auf der steigenden, fallenden Welle des Glücks.
   Denn der Mensch verkümmert im Frieden,
Müßige Ruh' ist das Grab des Muts.
Das Gesetz ist der Freund des Schwachen,
Alles will es nur eben machen,
Möchte gerne die Welt verflachen;
Aber der Krieg lässt die Kraft erscheinen,
Alles erhebt er zum Ungemeinen,
Selber dem Feigen erzeugt er den Muth.

Ein Zweiter (Berengar).
Stehen nicht Amors Tempel offen?
Wallet nicht zu dem Schönen die Welt?
Da ist das Fürchten! Da ist das Hoffen!
König ist hier, wer den Augen gefällt!
Auch die Liebe beweget das Leben,
Dass sich die graulichten Farben erheben.
Reizend betrügt sie die glücklichen Jahre,
Die gefällige Tochter des Schaums;
In das Gemeine und Traurigwahre
Webt sie die Bilder des goldenen Traums.

Ein Dritter (Cajetan).
Bleibe die Blume dem blühenden Lenze,
Scheine das Schöne, und flechte sich Kränze,
Wem die Locken noch jugendlich grünen;
Aber dem männlichen Alter ziemt's,
Einem ernsteren Gott zu dienen.

Erster (Manfred).
Der strengen Diana, der Freundin der Jagden,
Lasset uns folgen ins wilde Gehölz,
Wo die Wälder am dunkelsten nachten,
Und den Springbock stürzen vom Fels.
Denn die Jagd ist ein Gleichnis der Schlachten,
Des ernsten Kriegsgotts lustige Braut –
Man ist auf mit dem Morgenstrahl,
Wenn die schmetternden Hörner laden
Lustig hinaus in das dampfende Tal,
Über Berge, über Klüfte,
Die ermatteten Glieder zu baden
In den erfrischenden Strömen der Lüfte!

Zweiter (Berengar).
Oder wollen wir uns der blauen
Göttin, der ewig bewegten, vertrauen,
Die uns mit freundlicher Spiegelhelle
Ladet in ihren unendlichen Schoß?
Bauen wir auf der tanzenden Welle
Uns ein lustig schwimmendes Schloss?
Wer das grüne, kristallene Feld
Pflügt mit des Schiffes eilendem Kiele,
Der vermählt sich das Glück, dem gehört die Welt,
Ohne die Saat erblüht ihm die Ernte!
Denn das Meer ist der Raum der Hoffnung
Und der Zufälle launisch Reich:
Hier wird der Reiche schnell zum Armen,
Und der Ärmste dem Fürsten gleich.
Wie der Wind mit Gedankenschnelle
Läuft um die ganze Windesrose,
Wechseln hier des Geschickes Lose,
Dreht das Glück seine Kugel um,
Auf den Wellen ist alles Welle,
Auf dem Meer ist kein Eigentum.

Dritter (Cajetan).
Aber nicht bloß im Wellenreiche,
Auf der wogenden Meeresflut,
Auch auf der Erde, so fest sie ruht
Auf den ewigen, alten Säulen,
Wanket das Glück und will nicht weilen.
– Sorge gibt mir dieser neue Frieden,
Und nicht fröhlich mag ich ihm vertrauen,
Auf der Lava, die der Berg geschieden,
Möcht' ich nimmer meine Hütte bauen.
Denn zu tief schon hat der Hass gefressen,
Und zu schwere Taten sind geschehn,
Die sich nie vergeben und vergessen;
Noch hab' ich das Ende nicht gesehn.
Und mich schrecken ahnungsvolle Träume!
Nicht Wahrsagung reden soll mein Mund;
Aber sehr missfällt mir dies Geheime,
Dieser Ehe segenloser Bund,
Diese lichtscheu krummen Liebespfade,
Dieses Klosterraubs verwegne Tat;
Denn das Gute liebt sich das Gerade,
Böse Früchte trägt die böse Saat.

(Berengar.)

Auch ein Raub war's, wie wir alle wissen,
Der des alten Fürsten ehliches Gemahl
In ein frevelnd Ehebett gerissen,
Denn sie war des Vaters Wahl.
Und der Ahnherr schüttete im Zorne
Grauenvoller Flüche schrecklichen Samen
Auf das sündige Ehebett aus.
Greueltaten ohne Namen,
Schwarze Verbrechen verbirgt dies Haus.

Chor (Cajetan).
Ja, es hat nicht gut begonnen,
Glaubt mir, und es endet nicht gut;
Denn gebüßt wird unter der Sonnen
Jede Tat der verblendeten Wut.
Es ist kein Zufall und blindes Los,
Dass die Brüder sich wütend selbst zerstören,
Denn verflucht ward der Mutterschoß,
Sie sollte den Hass und den Streit gebären.
– Aber ich will es schweigend verhüllen.
Denn die Rachgötter schaffen im Stillen;
Zeit ist's, die Unfälle zu beweinen,
Wenn sie nahen und wirklich erscheinen.

(Der Chor geht ab.)

Ü   Þ


1) Anmerkung: Der Verfasser hat bei Übersendung des Manuskripts an das Theater zu Wien einen Vorschlag beigefügt, wie die Reden des Chors unter einzelne Personen verteilt werden könnten. Der erste Chor sollte nämlich aus Cajetan, Berengar, Manfred, Tristan und acht Rittern Don Manuels, der zweite aus Bohemund, Roger, Hippolyt und neun Rittern Don Cesars bestehen. Was jede dieser Personen nach des Verfassers Plane zu sagen haben würde, ist bei dieser Ausgabe angedeutet worden. ­
2) Anmerkung: Nach der Absicht des Verfassers sollte die Stelle: "Hoch auf des Lebens - ihrem Sohn," auf dem Theater wegbleiben.
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