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Zeus(Myth.) (Ged. Semele 1 – Hero u. Leander – Klage d. Ceres), bei den Römern Jupiter (Ged. Dithyrambe – D. Glück), im Gen. Jovis (Ged. 2. B. d. Aen. 102 – Klage d. Ceres – Iph. IV. Zw.-Handl.) ist der oberste unter den zwölf Göttern, mit welchen die neue Götterordnung (vergl. Götter) beginnt und wir dals Sohn des Kronos (s. d.) oder Saturn und der Rhea angesehen; daher (Ged. Semele 1) „Kronos großer Sohn“. Ebendeshalb wird er auch Kronion (Ged. D. Triumph d. Liebe – Semele 1 – 4. B. d. Aen. 69 – D. Ideal u. d. Leben), Kronide (Ged. D. Triumph d. Liebe – D. Siegesfest) und Saturnius (Ged. Semele 1) genannt. Als Stätte seiner Geburt wird der Berg Ida auf der Insel Kreta angegeben, wo er, von der Amalthea (s. d.) genährt, heranwuchs und sich bald so kräftig entwickelte, daß er den Kampf mit seinem Vater wagen konnte. Im Bunde mit seinen Brüdern, welche die Cyclopen entfesselten, von denen er den Blitz geschenkt erhielt (daher: Ged. Semele 1 – D. Götter Griechenlands „der Donnerer“) entthronte er den Kronos und besiegte die zu dessen Unterstützung herbeigeeilten Titanen, weshalb er (Ged. D. Triumph d. Liebe – Semele 1) mit dem Namen „Riesentödter“ bezeichnet wird. Hierauf nahm er seinen Sitz auf dem Olymp, erschien fortan als „Himmelskönig“ (Ged. 2. B. d. Aen. 105) und wendete sich nunmehr dem Menschengeschlechte zu, um dasselbe zu bessern, indem er die Gutherzigen belohnte und die Hochmüthigen (vergl. Kapaneus u. Salmoneus) bestrafte. – Des Zeus erste Gemahlin war Metis (die Klugheit), die er indessen verschlang, als man ihm verkündete, das von ihr geborene Kind werde ihn dereinst aus dem Himmel vertreiben. In Folge dessen entsprang seinem Haupte die Göttin Pallas (s. d.), die deshalb (Ged. D. Künstler) „Jovis Tochter“ genannt wird. Als seine zweite Gemahlin wird Themis (die Gerechtigkeit) genannt; die dritte aber war seine Zwillingsschwester Here; daher (Ged. Semele 1) deren Worte:
Aus dieser Ehe stammen Ares, Hephästos und Hebe. Außerdem aber war er auch seiner Schwester Ceres (Ged. D. Eleusische Fest), welche ihm die Persephone gebar, so wie vielen anderen Göttinnen und sterblichen Weibern in Liebe zugethan. Kinder aus diesen Verbindungen waren: Apollo und Diana, Mercur, Venus, Bacchus, die Musen, die Grazien, Minos, Perseus, Kastor u. Pollux, die schöne Helena, Amphion u. Zethus, Hercules und viele Andere. Aus diesem Grunde wird auch Hecuba (Iph. III. Zw.-Handl.) „die Tochter Jovis“ genannt, und ebendeshalb sagt Phädra als Tochter des Minos und Enkelin des Zeus (Ph. III, 3) von ihren Kindern:
Als oberste Diener des Zeus sind Mercur, Ganymedes und Hebe (s. d.) zu nennen. Seiner eigentlichen Bedeutung nach erscheint Zeus als der lebendige Naturgeist, wie er sich in den Bewegungen am Himmel, in Gewittern und Wolken offenbart. Daher sind die Donnerkeile (Ged. Semele 1 u. 2) oder Keile (Ged. Semele 2) sein vornehmstes Attribut, denn (Ged. D. Eleusische Fest):
Eben so bewegt er die Aegis (s. d.), die Gewitterwolke, daher (Ged. D. Siegesfest):
Durch Blitz und Donner gab er den Sterblichen seinen Willen kund. Ein erfreulicheres Attribut aber war der Adler, (R. I, 2) „Jupiters königlicher Vogel“ genannt, denn (Ged. D. Glück):
Daher sendet er ihn auch seiner Schwester, von deren Altar es (Ged. D. Eleusische Fest) heißt:
In Arkadien, wie an vielen anderen Orten wurde Zeus besonders auf Bergen verehrt, deren Gipfel bis in die Wolken ragten. Alle diese Höhen umstrahlte der Volksanschauung gemäß himmlische Herrlichkeit, in welcher sich die Geheimnisse der Götter verbargen, und so wurde denn bisweilen der ganze Himmel als Zeus bezeichnet, wie (Ged. Klage d. Ceres):
Der Haupttempel des Zeus befand sich zu Olympia (s. d.), weshalb derselbe auch (Ged. 4. B. d. Aen. 90) den Beinamen „Olympius“ führt. Hier befand sich das berühmte Meisterwerk des Phidias, die aus Gold und Elfenbein gearbeitete Bildsäule des Zeus, das Antlitz gegen Morgen gewendet, auf der einen Hand einen Adler, in der andern den Blitz haltend, mit vorwärts geneigtem Haupte. Da schon von dem Neigen seines Hauptes der ganze Olymp erbebte, so muß auch (Ged. D. Künstler):
Einer andern Ueberlieferung zufolge trug die Statue in der linken Hand den Scepter mit einem Adler auf der Spitze, auf der rechten dagegen die Siegesgöttin, welche ihn bekränzt, daher (Br. v. M. 5, 431):
Sinnbildlich heißt es mit Rücksicht auf ihren Glanz und ihre Erhabenheit (Iph. V, 6) von der Sonne:
Ferner ist im Hinblick auf des mächtigen Gottes Kraft (R. II, 3) von „Jupiters Keule“ die Rede, und (Picc. II, 6) nennt Wallenstein die Menschen, denen in der Geburtsstunde der Planet Jupiter emporstieg, „hellgeborene, heitere Joviskinder“, für welche durch Jupiters Einfluß das in dem Schooß der Erde, wie in dem Herzen des Menschen geheimnißvoll vorbereitete Böse (vergl. Wst. T. I, 1, V. 25-32) zu einem glücklichen Ende geführt wird. Der „stygische Zeus“ (Ged. Nenie) ist Pluto (vergl. Aïdes u. Styx). |
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