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Die Worte des Wahns (Gedicht)Zum Gedicht Die Worte des Wahns. ein Gegenstück zu dem vorigen, welches 1799 gedichtet wurde. Die Worte des Wahns sind nicht wie die des Glaubens inhaltschwer, sondern bedeutungsschwer, weil sie keine wirkliche Wahrheit enthalten, wohl aber zum Nachdenken auffordern. Die drei Mittelstrophen beginnen alle mit dem Anfang des letzten Verses der ersten, an deren Schlußgedanken sie angeknüpft sind. Der Glaube an die goldene Zeit ist ein Traumgebilde edler aber schwacher Gemüther, die, wenn sie ihre Ideale nicht verwirklicht sehen, in Weltschmerz versinken, statt einen Charakter zu zeigen, der das Ideal ein seiner Gesinnung zur Erscheinung bringt. Der Vorstellung, daß das Glück eine Folge der Tugend sein müsse, widerspricht die allgemeine Erfahrung; die Tugend hat daher ihr Glück nicht in irdischen Gütern, sondern darin zu suchen, daß sie sich im Besitze des Idealen befindet. Eben so kann die Wahrheit nur erstrebt, aber nie entschleiert werden (vergl. das verschleierte Bild zu Sais); ja selbst unsere Sprache ist zu arm, um das als wahr Erkannte in voller Klarheit darzustellen. Darum sollen wir den Wahn der Existenz dieser „Schatten“ von uns werfen, nicht aber den Glauben an das Schöne, Gute und Wahre verlieren. Das Leben freilich kann es uns nicht gewähren, im Reiche des Idealen aber werden wir es finden. (Vergl. das Ideal und das Leben). |
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