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Vließ

eig. ein mit Wolle versehenes Fell; dann Fell überhaupt, wie (Ged. D. Kampf m. d. Drachen): „des Bauches weiches Vließ“. – „Das goldne Vließ erobern“ (Sp. u. d. L.) ist eine Anspielung auf den 1250 v. Chr. von Jason (vergl. Medea) unternommenen Argonautenzug, um aus Colchis das Fell des goldenen Widders (vergl. Helle) zu holen. – „Das goldne Vließ“ (Wst. T. V, 11) od. der Orden des goldenen Vließes (Wst. T. III, 19 kurz „das Widderfell“ genannt) wurde von Herzog Philipp III. od. dem Guten von Burgund am 10. Januar 1430 zu Brügge gestiftet, als er sich mit Isabella, der Tochter König Johanns I. von Portugal, vermählte. Durch die i. J. 1477 vollzogene Verbindung des nachmaligen Kaisers Maximilians I. mit Maria von Burgund, der Tochter Karls des Kühnen, ging die Verleihung des Ordens, dessen ursprünglicher Zweck die Beschützung der Kirche war, auf die Habsburger über. – Die Ordensdecoration besteht in einer aus Feuersteinen und Feuereisen abwechselnd zusammengesetzten Kette, an welcher das goldene Vließ hängt. Seit Kaiser Klar V. wurde die Kette nur bei größeren Feierlichkeiten, für gewöhnlich dagegen das goldene Vließ an einem rothseidenen Bande getragen. Wallenstein war dieser Orden von Philipp IV. von Spanien umgehängt worden; er pflegte ihn stets zu tragen, wurde dadurch aber eben so wenig geschützt wie einst Egmont. Als Graf Gallas den Orden in Eger fand (Wst. T. V, 11), schickte er ihn dem Kaiser zurück.

 
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