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Tyrann

gr. týrannos, überh. ein Herrscher, Gebieter; 1) im Alterthum jeder Alleinherrscher in einem früher freien Staate, wie Dionys (Ged. D. Bürgschaft), Polykrates (Ged. D. Ring d. P.) und (Wst. L. 11):

„Alle großen Tyrannen und Kaiser
Hieltens so und waren viel weiser.“

2) ein eigenmächtiger, grausamer Herrscher oder Zwingherr, wie (W. T. II, 2) die Vögte des Kaisers; bes. auch Unterdrücker der Freiheit, wie (F. I, 1 u. II, 8); in diesem Sinne wird auch (Ged. Melancholie an Laura) der Tod ein Tyrann genannt. – Hiervon. Tyrannei; 1) angemaßte Herrschaft, wie (J. v. O. IV, 10) „das Joch der fremden Tyrannei“ und (W. T. II, 2) „Haß der Tyrannei“; 2) Grausamkeit od. willkürliche Härte, wie (D. C. II, 15) Philipps, desgl. (M. St. I, 6) Elisabeths gewaltsames Verfahren und (Wst. T. I, 5) „des Glaubens Tyrannei“. – Ferner: tyrannisiren (K. d. H.), hart und willkürlich behandeln; daher auch (R. I, 3) „tyrannischer Vater“; bildl. Tyrannin (R. I, 1) von der Feder des Schreibenden; endlich Zusammensetzungen wie: Tyrannenfurcht (Ph. II, 1), Tyrannenjoch (W. T. I, 4), Tyrannenwehre (Ged. D. unüberwindliche Flotte), Tyrannenweise (Picc. V, 1).

 
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