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Sigismund

(Dem. I) war als schwedischer Prinz aus dem Hause Wasa bereits 1587 zum König von Polen erwählt worden, dessen Thron er als Sigismund III. bestieg. – Gustav Wasa, dem sein Vaterland die Befreiung vom dänischen Joche und die Einführung der Reformation verdankt, hinterließ nach seinem Tode (1560) den schwedischen Thron seinem ältesten Sohn (erster Ehe) Erich XIV., der jedoch eine finstere Natur war und Spuren von Wahnsinn verrieth, indem er oft die willkürlichsten Handlungen beging. So hatte er auch seinen Stiefbruder Johann, Sigismunds Vater, gefangen nehmen lassen, weil derselbe dem Könige von Polen Hülfsgelder gesandt; daher (Dem. S. 250) „in einem Kerker kamest du zur Welt.“ Als das schwedische Volk hierüber unzufrieden war, ließ er ihn wieder frei, worauf Johann seinen Bruder Erich absetzte, ihn in lebenslängliche Gefangenschaft schickte und 1568 selbst den Thron bestieg. Durch seine polnische Gemahlin verleitet, begünstigte er den Katholicismus, und eben so war auch sein Sohn Sigismund, der nach seinem Tode (1592) den schwedischen Thron bestieg, zum eifrigen Katholiken erzogen worden. So hatte Sigismund zwei Kronen, die eines streng katholischen und die eines streng lutherischen Landes zu tragen, während er selbst zwischen diesen beiden Richtungen in stetem Schwanken begriffen war, weshalb ihm besonders in Schweden „die Volksgesinnung (S. 258) widerstrebte.“ Zwar hatte er den Beschluß der schwedischen Stände, daß in ihrem Lande keine andere als die evangelische Lehre vorgetragen werden solle, bestätigt; als er aber nach erfolgter Krönung sogleich nach Polen zurückkehrte, wurden die Stände erbittert und ernannten seinen Oheim, den Herzog Karl v. Südermanland, Johann’s III. Bruder, zum Reichsvorsteher. In Folge dessen kam Sigismund mit einem polnischen Heer in’s Land, wurde jedoch geschlagen und mußte, da er sich weigerte, seinen elfjährigen Sohn nach Schweden zu schicken, um denselben in der evangelischen Lehre erziehen zu lassen, 1604 dem Throne entsagen, welchen nunmehr sein Oheim als Karl IX. bestieg. Daher die Lehren, welche Sigismund (S. 261) dem Demetrius ertheilt. Nach 45jähriger Regierung in Polen starb Sigismund 1632, in demselben Jahre, wo seines Oheims, Karl’s IX. Sohn, Gustav Adolph bei Lützen fiel.

 
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