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Das Siegesfest (Gedicht)Zum Gedicht Das Siegesfest. Das Gedicht wurde im Jahre 1801 entworfen und 1803 vollendet. Sch. bezeichnet es in seinem Briefwechsel mit Goethe, wie in dem mit Humboldt merkwürdiger Weise als ein Gesellschaftslied. Er wollte durch dasselbe dem geselligen Gesange einen höheren Text unterlegen, um die Singenden aus dem platten prosaischen Tone, wie ihn die Lebensverhältnisse bedingen, und wie er so häufig in den Freimaurerliedern herrscht, in eine bessere Gesellschaft zu versetzen. Indessen steht wohl fest, daß Sch. sich für das Gesellschaftslied wenig eignete, und daß auch das vorliegende Gedicht dem Charakter eines solchen wenig entspricht. Die Strophenform stimmt mit seinem Liede „An die Freude“ überein; die acht Hauptverse jeder Strophe haben einen vorherrschend epischen Charakter, während die vier vom Chor als Refrain zu singenden Schlußverse ein lyrisches Moment hinzufügen, gleich dem Chor der antiken Tragödie. – Die beiden ersten Strophen führen uns die Griechen in ihrer Siegesfreude und die Trojanerinnen in ihrem Schmerze vor. Hierauf werden bedeutungsvolle Personen redend eingeführt. Kalchas, der Opferpriester (3), eröffnet die Reihe; Agamemnon und Ulysses (4 u. 5) sind mit Gedanken an die Heimkehr beschäftigt; Menelaus und Ajax (6 u. 7) erinnern an das Walten der Götter; Teukros und Neoptolemos (8 u. 9) gedenken der Abgeschiedenen; Diomedes und Nestor (10 u. 11-12) geben zu erkennen, daß man auch für den besiegten Feind ein Herz haben müsse; schließlich lenkt Kassandra, die Seherin (13), den Blick auf die sich ewig gleichbleibenden Götter im Gegensatz zur Vergänglichkeit aller irdischen Größe zurück. – Str. 4. Atreus Sohn ist Agamemnon. – Str. 5 deutet auf das Schicksal Agamemnons hin, der bei seiner Rückkehr auf Anstiften seiner Gattin Klytämnestra von Aegisthos erschlagen wurde (vergl. die Prophezeihung der Klytämnestra; Iph. V, 3); im Gegensatz dazu erinnern V. 9 u. 10 an die rührende Treue der Penelope. – Str. 6. „Das frisch erkämpfte Weib“ ist die schöne Helena; „der Atride“ ist Menelaus, Agamemnons Bruder. „Das böse Werk“ war die That des Paris, welcher das Gastrecht mißbraucht und die Helena entführt hatte; an dem Geschlechte des Priamus ward von Zeus die Rache vollzogen. – Str. 7. Mit der Tonne ist ein Attribut der Fortuna (s. d.), eine Kugel oder ein Rad gemeint, aus welchem sie die Schicksalsloose verstreute (nicht „zerstreut“, wie in einigen Ausgaben steht). – Str. 8 sind Worte des Teukros, des Bruders des berühmten Ajax (Telamon’s Sohn). – Str. 10. „Des Leidens Stimmen schweigen“, d. h. den besiegten Trojanern war die Lust vergangen, ihre Helden, besonders einen Hektor, in Preisgesängen zu feiern. |
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