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Semele in zwei Scenen (Gedicht)eine Jugendarbeit aus d. J. 1780, in welcher Sch. sich zuerst in dem Versmaße der Jamben übte, die ihm aber neun Jahre später so zuwider war, daß er an eine Freundin in Weimar schrieb: „Daß Sie der Semele erwähnen, hat mich ordentlich erschreckt. Möge es mir Apoll und seine Musen vergeben, daß ich mich so gröblich an ihnen versündigt habe.“ Gleichwohl verschmähte er es nicht, im Jahre 1802 noch einmal die umformende Hand an die Arbeit zu legen. Der Mythus, welcher ihr zu Grunde liegt, ist folgender: Semele, die Mutter des Bacchus, Tochter des Kadmus und der Harmonia, war Jupiters Geliebte. Juno hatte sie einst in Gestalt einer alten Amme beredet, daß der Fremdling, dem sie ihre Liebe geschenkt, und der sich für Jupiter ausgegeben, ein Betrüger sei. Um hierüber ins Klare zu kommen, möge sie ihn bitten, daß er ihr in seinem Götterglanz erscheine, so wie er Juno selbst umarme. Semele, welche nichts Arges dabei dachte, that die vorgeschriebene Bitte, die Jupiter ihr gewähren mußte, da er beim Styx (s. d.) geschworen hatte, ihr den ausgesprochenen Wunsch zu erfüllen. Die Folge davon war, daß sie durch den Feuerglanz seiner göttlichen Erscheinung vernichtet ward. Das Knäblein aber, welches sie in ihrem Schooße trug, verbarg Jupiter in seiner Hüfte, aus der es drei Monate später an das Licht trat. – (S. 54): „Deine Riesenrüstung mag dich erdrücken“, s. v. w. deine riesige Anstrengung, einen Gott in dien Netz zu ziehen. – (S. 56) „Den Sohn verbrennt die Mutter, seine Braut der Bräutigam“, weil bei den Alten die Todten verbrannt wurden. – (S. 67) „meine Sinnen vom wilden Sturm der Weltregierung eingelullt“, d. h. vor dem w. St. etc. verhüllt, nichts davon wissend. – (S. 69) „Kein Sohn des Morgennimmerseins“, d. h. der Ewigkeit. |
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