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Selene oder Luna

(Myth.), bei den Römern Luna, war die Tochter des Hyperion (s. d.), nach Anderen des Helios (s. d.) und die Führerin des Mondes; daher (Ged. D. Götter Griechenlands):

„Dich Selene find’ ich dort nicht mehr.“

und (Phön.):

„O Luna, Licht im goldnen Kreise! Tochter
Der Sonne, die im Sternengürtel glänzt!“

Luna unterschied sich von der jungfräulichen Diana (vergl. Artemis) dadurch, daß sie der Liebe geneigt war; besonders wird von ihrem Verhältniß zu Endymion erzählt, dem Jupiter auf ihre Bitten ewige Jugend und Unsterblichkeit verlieh, zugleich aber auch ewigen Schlaf. Sie entführte den Geliebten in eine Höhle des Berges Latmus, bewunderte daselbst seine Schönheit und küßte ihn im Schlummer. Hierauf anspielend sagt Fiesco (F. II, 15) von Lomellino ironisch in Beziehung auf eine gewisse Diana Bononi: „Vielleicht ist er heute Nacht dieser keuschen Luna Endymion.“ – Endlich ist Luna der Mond selbst, wie (Ged. D. Triumph d. Liebe): „Luna’s Nebelschein“ und (Ged. D. Ideal u. d. Leben):

„Wenn sich Lunens Silberhörner füllen.“

 
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