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Schatten

gleichbedeutend mit Manen (s. d.), wurden im Alterthum die Seelen der Verstorbenen genannt, welche die Unterwelt (vergl. Tartarus) bewohnten; daher sagt (Ph. V, 6) der sterbende Hippolyt zu Theramén:

„Sag’ ihm, um meinen Schatten zu versöhnen,
Mög’ er an der Gefangnen gütig handeln.“

Desgl. Maria (M. St. I, 4) zu Hanna Kennedy:

„Es ist der blut’ge Schatten König Darnley’s.“

Vergleichungsweise braucht Beatrice (Br. v. M. 5, 425) diesen Ausdruck von den Bewohnern des Klosters, die ihr Dasein in stiller Abgeschiedenheit zubringen:

„Und so erwuchs ich still am stillen Ort
In Lebensglut den Schatten beigesellt.“

Desgleichen heißt es von der dramatischen Kunst, insofern sie die Gestalten der Verstorbenen heraufbeschwört (Wst. Prol.):

„Jetzt darf die Kunst auf ihrer Schattenbühne
Auch höhern Flug versuchen, ja sie muß,
Soll nicht des Lebens Bühne sie beschämen.“

 
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