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Ritter(J. v. O. III, 5) nannte man im Mittelalter die höher Gestellten und Vornehmen, deren Thun und Treiben in der eigenthümlichen Bildung der germanischen Völker seinen Grund hatte. Zur Erhaltung des kriegerischen Geistes waren die Turniere (D. C. I, 1 – W. T. II, 1) oder „Ritterspiele“ (M. St. II, 1) eingerichtet, die seit dem 11. Jahrh. in Deutschland und später auch in den Nachbarländern abgehalten wurden. Besonders geschah dies bei festlichen Gelegenheiten, wo alle Theilnehmer (Br. v. M. 5, 419) „im Glanz des Ritterstaates“ auf dem „Turnierplatz“ (M. St. II, 1) erscheinen, und eine große Pracht in Kleidung, Waffen und Pferden entfaltet wurde. Der Hauptkampf (Ged. D. vier Weltalter: „turnieren“) bestand in Lanzenbrechen, dem Anrennen mit eingelegter Lanze gegen die Rüstung des Gegners, wobei es darauf ankam, denselben aus dem Sattel zu heben; daher stellt die Königin (D. C. I, 4) den Marquis mit den Worten vor:
Da die Ritter verhüllt erschienen, so gaben sie sich durch äußere Zeichen, besonders durch Farben, zu erkennen, in welche der Schild getheilt war. Der Sitte des Mittelalters gemäß pflegte der Ritter seinen Dienst einer Dame zu weihen, der er Treue gelobte und der er sich auch empfahl, wenn er in den Kampf zog; daher sagt König Karl (J. v. O. III, 5) zu Agnes: „Dein Ritter sagt dir Lebewohl!“ Außerdem aber traten die Ritter häufig als Vertheidiger der Frauenehre auf; daher (M. St. III, 4) die Worte der Elisabeth:
Forderte ein Ritter einen andern zum Kampfe heraus, so warf er ihm (J. v. O. IV, 11 – W. T. III, 3) den Handschuh hin, durch dessen Aufnahme derselbe sich bereit erklärte, den Kampf anzunehmen. Mit dem Ritterwesen in naher Beziehung standen die Ordensverbrüderungen (s. Orden), welche sich gleichfalls durch äußere Abzeichen von einander unterschieden, die später zu Ehrenzeichen oder „Ritterkreuzen“ (D. C. III, 7) wurden. |
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