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Pegasus im Joche (Gedicht)

Zum Gedicht Pegasus im Joche.

eine satyrische Fabel aus dem Jahre 1795, deren leichter, munterer Gang zuerst an Gellert erinnert, während der Schluß das unverkennbare Gepräge des Schiller’schen Genius an sich trägt. „Die Theilung der Erde“, die demselben Jahre angehört, schildert das Loos des mit Armuth kämpfenden Dichters, der hier genöthigt ist, mit seinen poetischen Gaben in den Dienst des materiellen Lebens zu treten, um seine äußeren Bedürfnisse zu befriedigen. Allerdings werden hohe Dichtergaben auch oft von prosaischen Naturen bewundert, denen aber gewöhnlich der geniale Aufschwung („das Flügelpaar“) mißfällig erscheint. Wird nun ein solches Genie in einem prosaischen Berufe verwendet, so rächt sich ein solcher Mißbrauch, indem die auf das Ideale gerichtete Natur sich den beengenden Schranken einer vorwiegend praktischen Thätigkeit unmöglich fügen kann. Selbst die Vereinigung mit sicher eingeübten und somit brauchbaren Arbeitern (man denke an Schiller’s Professur in Jena) kann nur von kurzer Dauer sein, da der geniale Schwung eines solchen Menschen auch die Andern mit fortreißt und die zu erzielende Wirkung eher hemmt als fördert. Wir die Noth des äußeren Lebens nun aber dringender, so sehen sich solche Naturen oft zu den trivialsten Beschäftigungen genöthigt, die dann freilich alle Geisteskraft lähmen können, um so mehr als der Kummer über ein verfehltes Dasein zugleich die Körperkraft verzehrt. Ein Glück, wenn dann noch zu rechter Zeit Apoll sich seines Lieblings erbarmt und ihn der schmachvollen Fesseln entledigt; denn nur in sorgenfreien Verhältnissen vermag sich der freie Geist des Dichters zu idealen Höhen zu erheben.

 
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