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Nymphen

(Myth.), halbgöttliche Wesen weiblichen Geschlechts, Töchter des Zeus. Sie erscheinen als untergeordnete Glieder in dem Götterstaate, werden aber bisweilen in die Versammlung der Unsterblichen auf den Olymp berufen. Ihrer Bedeutung nach sind sie Repräsentantinnen der Naturkräfte, besonders derjenigen, die sich in ernährenden Flüssigkeiten kund geben, weshalb sie auch mit den Wassergottheiten in naher Beziehung stehen. Die Nymphen bleiben stets jung und schön, erscheinen als Wesen, die sich sichtbar und unsichtbar machen können, dürfen sich mit den Göttern im Reihentanze ergötzen, sind aber selbst nicht unsterblich.

Die Nymphen zerfallen in verschiedene Abtheilungen, wie Dryaden, Oreaden, Najaden, Nereïden u. a. m., werden indessen nicht immer streng von einander geschieden, daher auch oft beisammen genannt, wie (Ged. D. Götter Griechenlands):

„Diese Höhen füllten Oreaden,
Eine Dryas lebt in jedem Baum,
Aus den Urnen lieblicher Najaden
Sprang der Ströme Silberschaum.“

Da sie meist in der Umgebung der höheren Götter, besonders im Dienste der Venus und der Diana erscheinen, so werden sie auch von der bildenden Kunst in dieser Weise dargestellt. Ja sie werden von der letzteren nicht selten als Ideale höherer weiblicher Schönheit benutzt; daher (Ged. D. Künstler):

„Der Reiz, der diese Nymphe schmückt,
Schmilzt sanft in eine göttliche Athene.“

Wo Sch. von den Nymphen im Allgemeinen spricht, braucht er den Ausdruck meist bildlich, wie (Ged. An einen Moralisten), wo es in Beziehung auf junge Mädchen heißt:

„Einst, als du noch das Nymphenvolk bekriegtest,
Ein Held des Carnevals, den deutschen Wirbel flogst etc.“

oder (F. II, 17), wo Fiesco bei dem Anblick eines schönen Mädchenbildes sagt:

„Mehr solcher Nymphen, Romano!“

Bei Sch. kommen vier Arten von Nymphen vor:

1) Die Dryaden od. Baumnymphen. Sie leben in den Bäumen und entstehen und vergehen mit denselben, lassen sie gedeihen und blühen, und schützen sie vor der Axt des Menschen. Wenn aber die Parze des Todes der Dryade sich naht, so vertrocknet die Rinde, die Zweige sterben ab, und die Seele der Nymphe flieht dahin. – H. d. K. bitten die Mädchen bei dem Anblick des gepflanzten Orangenbaumes:

„Pflegt ihn, zärtliche Dryaden!“

Und (Ged. D. Spaziergang) heißt es:

„Zischend fliegt in den Baum die Axt, es erseufzt die Dryade.“

2) Die Oreaden od. Bergnymphen erscheinen als leichtgeschürzte, schöne Jägerinnen und als Begleiterinnen der Diana, wie (Ged. D. Eleusische Fest):

„Alle Nymphen, Oreaden,
Die der schnellen Artemis
Folgen auf des Berges Pfaden,
Schwingend ihren Jägerspieß.“

Außerdem braucht Sch. sie sinnbildlich, wie (Ged. Klage d. Ceres):

„In dem Hain erwachen Lieder,
Und die Oreade spricht:
Deine Blumen kehren wieder,
Deine Tochter kehret nicht.“

und (Ged. 4. B. d. Aen. 31) als Repräsentantinnen des Sturms:

„Und heulend stimmt der Oreaden Mund
Das Brautlied an auf hoher Felsenspitze.“

3) Die Najaden od. Quellnymphen sind junge, schöne Mädchen, die meist in Gesellschaft der Flußgötter, besonders als Dienerinnen der Venus erscheinen, wie (Ged. D. Triumph d. Liebe):

„Und sieh! der blauen Fluth entquillt
Die Himmelstochter sanft und mild,
Getragen von Najaden
Zu trunkenen Gestaden.“

4) Die Nereïden od. Meernymphen, die 50 Töchter des Nereus und der Oceanide Doris; es waren schwarzäugige Mädchen, die in einem prächtigen Palaste auf dem Grunde des Meeres wohnten, oft aber an ausgelassenem Scherz sich erfreuten, wenn sie mit Delphinen und Tritonen auf den Wellen des Meeres sich schaukelten. Die bekannteste unter ihnen ist Thetis, des Achilles Mutter, welcher (Iph. IV, Zw.-H.) das Lob des Chores erklingt:

„Heil dir, hohe Nereide!“

und von der es (Ged. Nenie) heißt:

„Aber sie steigt aus dem Meer mit allen Töchtern des Nereus.“

Mit ihrem und ihrer Schwester Bildnissen waren auch die Schiffe geschmückt, welche Achilles nach Troja führte, daher (Iph. I, Zw.-H.):

„Auf erhabenem Verdecke thronen,
Zeichen des unsterblichen Peliden
Goldne Nereiden.“

 
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