Friedrich
Schiller

www.wissen-im-Netz.info

Lexikon - N

Homepage
   Literatur
      Friedrich Schiller
         Lexikon
            N

Nektar

(Myth.), bei Homer (Il. 19, 38; Od. 5, 93) der Göttertrank. Die Götter bedienten sich desselben und erhielten sich dadurch ewige Jugend und Unsterblichkeit; daher (Iph. IV, Zw.-H.):

„Wo die Becher des Necktars erklangen,
Auf des Pelion wolkigtem Kranz.“

und (Ged. D. Triumph d. Liebe):

„Unter goldnem Nektarschaum
Ein wollüst’ger Morgentraum,
Ewig Lustgelage
Fliehn der Götter Tage.“

Sch. braucht N. oft bildlich: 1) in Momenten dichterischen Entzückens, wie (Ged. Dithyrambe), wo er die Götter bittet:

„O füllet mit Nektar, o reicht mir die Schale!“

und (Ged. D. Geheimniß d. Reminiscenz), wo er von seiner geträumten früheren Vereinigung mit Laura sagt:

„Uns entgegen gossen Nektarquellen
Ewig strömend ihre Wollustwellen.“

2) vergleichungsweise von köstlichem Wein, wie (F. I, 4), wo Fiesco sagt: „Der Boden meiner Zimmer lecke cyprischen Nektar.“ 3) besonders von dem Honigsaft und dem süßen Duft der Blumen, wie (Ged. Klage d. Ceres):

„Euer Kelch soll überfließen
Von des Nektars reinstem Thau.“

ferner (Ged. Sängers Abschied):

„Die Staude würzt die Luft mit Nektardüften.“

und (H. d. K.), wo es von dem Orangenbaum heißt, den die Landleute pflanzen:

„Mögen deine Nektargaben
Noch den spätsten Enkel laben.“

4) vom Liebesgenuß, wie (Ged. An einen Moralisten): Als du

„Nektarduft von Mädchenlippen sogst.“

 
Google
© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.