Friedrich
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mystisch

von dem gr. myein, sich schließen, verschließen, bes. die Augen und den Mund; s. v. w. geheim, geheimnißvoll, dunkel und verborgen; daher (Ged. Menschliches Wissen) „der Sphären mystische Tänze“, d. h. die geheimnißvollen Bewegungen der Weltkörper. – Mysterien sind Geheimnisse, die der Oeffentlichkeit nicht preisgegeben werden sollen, wie im Alterthum die eleusinischen Mysterien (s. Eleusis); dasselbe gilt auch von zarten Verhältnissen der Gegenwart, wie (Ged. D. berühmte Frau), von der es heißt, sie sei

„Dem schöneren Geschlecht entflohn,
Herabgestürzt von einem Thron,
Des Reizes heiligen Mysterien entwichen,“

d. h. ein Gegenstand der öffentlichen Aufmerksamkeit geworden. Eben so giebt es gewisse Empfindungen, die eben nur besonders geweiheten Stunden angehören und für welche die Sprache keinen vollkommen zutreffenden Ausdruck hat; daher (Ged. D. Genius):

„Und den heiligen Sinn hütet das mystische Wort,“

aus welchem die Stimme der Wahrheit gleichsam nur als eine Ahnung heraufsteigt. – Wer indessen mit Gegenständen von so zarter natur Mißbrauch treibt und sie zu seiner Hauptbeschäftigung macht, der ist ein Mystiker (Ged.), ein Verehrer des Geheimnißvollen, wie es besonders auf dem religiösen Gebiete so viele giebt, die das Geheimnißvolle in dem Verhältniß des Menschen zu Gott vor Allem mit der Kraft der Phantasie zu ergreifen streben, um es dem menschlichen Gemüthe näher zu bringen. Schriften, welche dieses Ziel verfolgen, sind (Gsts. 10, 172) „mystische Bücher“, die besonders den Hang zum Wunderglauben zu nähren suchen; daher (Gsts. 10, 172): „Zuletzt hatte ich ihn mit Mysticität so umstrickt und umwunden, daß nichts mehr bei ihm Credit hatte, sobald es natürlich war.“

 
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