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Messe

von dem mittl. lat. missa, das in deutschem Munde sich bald in Messe umwandelte. Ursprünglich verstand die katholische Kirche unter Messe nichts Anderes als die dem Gottesdienste folgende Abendmahlsfeier; später das bei derselben gesprochene Gebet oder auch die Consecration (Segnung) des Brotes und Weines, wodurch dieselben in den Leib und das Blut Christi verwandelt und so gewissermaßen ein stets sich erneuerndes Versöhnungsopfer dargebracht werden sollte. Dies Letztere bildet den eigentlichen Inhalt der Messe, während die spätere Ausbildung der bei derselben vorkommenden Gebräuche dahin strebte, dem Zuhörer, oder vielmehr Zuschauer eine sinnbildliche Vorstellung des gesammten Leidens Christi vor Augen zu führen, weshalb jeder einzelnen am Altare vorgehenden Handlung, so wie jeder Stellung des Priesters eine besondere Bedeutung beizulegen ist. – Die katholische Kirche legt auf die Messe ganz besonderen Werth und macht ihren Anhängern das Anhören derselben zur Pflicht; daher sagt (Ged. D. Gang n. d. Eisenhammer) die Gräfin:

„Die heil’ge Messe hört’ ich gern.“

und König Philipp erwähnt ihrer (D. C. III, 7) als einer selbstverständlichen täglichen Gewohnheit, indem er in Beziehung auf Marquis Posa sagt:

– – – – „Nach gehörter Messe
Bringt ihn in’s Cabinet zu mir.“

Religiöser Fanatismus bediente sich selbst der schändlichsten Mittel, um Abtrünnige zum Hören der Messe zu zwingen; daher (Wst. T. I, 5) die Worte Wallenstein’s:

„Und kann’s der Sohn vergessen, daß der Vater
Mit Hunden in die Messe ward gehetzt?“

Nach der größeren oder geringeren Feierlichkeit, mit der die Messe abgehalten wird, unterscheidet man verschiedene Grade derselben. Ist sie mit Chorgesang oder Musik verbunden, so nennt man sie hohe Messe oder Hochamt; daher (F. III, 5): „in drei Tagen ist hohe Messe in der Lorenzokirche, beide Doria halten dort ihre Andacht“; und (Br. v. M. 5, 429): „Der Messe Hochamt rief mich zum Gebet.“ – Eine für einen Verstobenen gelesene Messe wird Seelenmesse od. Seelenamt (Br. v. M. 5, 495) genannt. – Außer dem oder den (mehreren) bei der Messe ministrirenden (dienstthuende) Geistlichen ist auch der Sacristan oder Meßner dabei thätig. Besonders hat er (Wst. L. 8) mit der Glocke das Zeichen zu geben, bei welchen Bewegungen des Priesters die Zuhörer niederzuknieen oder das Kreuz zu schlagen haben; daher (Ged. D. Graf v. Habsburg):

„Ein Glöcklein hört er erklingen fern,
Ein Priester war’s mit dem Leib des Herrn,
Voran kam der Meßner geschritten.“

Der Letztere wird auch Messediener oder Ministrant genannt, wie (Ged. D. Gang n. d. Eisenhammer), wo es von Fridolin heißt:

„Und als er dies mit Fleiß gethan,
Tritt er als Ministrant
Dem Priester zum Altar voran,
Das Meßbuch in der Hand.“

Die Meßbücher oder Missalien enthalten die gesammten Gesänge und Feierlichkeiten, welche in der katholischen Kirche zur Anwendung kommen und haben für den Katholiken denselben Werth wie für den Protestanten die Bibel, so daß Wallenstein (Wst. T. IV, 3) in den Worten:

– – – – – – – „Meßbuch oder Bibel!
Mir ist’s all eins.“ – – – – –

in diesen beiden Büchern die Verschiedenheit der Confessionen symbolisch bezeichnet. – Endlich kommt auch die Zusammensetzung Messediener vor, und zwar (M. St. I, 4) in Maria’s Worten:

„Des Gatten racheforderndes Gespenst
Schickt keines Messedieners Glocke, kein
Hochwürdiges in Priesters Hand zur Gruft.“

 
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