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Meinrads Zell

oder die St. Meinrads-Kapelle, wo der Gründer des Klosters Einsiedeln (s. d.), der heilige Meinrad, als Eremit lebte, liegt nördlich von Schwytz. Von hier kommt Stauffacher (W. T. I, 4), südlich wandernd zu seinem Freunde Walther Fürst nach Uri oder Altorf (s. d.), von wo die Straße das Reußthal hinauf zum St. Gotthardt führt; daher des Letzteren Worte:

„Von allen Wandrern aus dem deutschen Land,
Die über Meinrads Zell nach Wälschland fahren,
Rühmt jeder euer gastlich Haus.“

Der Sage nach war Meinrad ein Graf von Sulgen, der sich als Einsiedler in die finstere, waldige Gegend zurückzog, wo jetzt das Kloster Einsiedeln steht. Hier erbaute er eine Kapelle, für welche ihm die Aebtissin des Frauenmünsters in Zürich im Jahre 832 ein wunderthätiges Marienbild schenkte. Als der Einsiedler später von zwei Räubern erschlagen wurde, ward die That durch Raben, welche er gefüttert hatte, entdeckt; die Mörder wurden eingezogen und zu Zürich hingerichtet. Ueber 40 Jahre blieb die Zelle unbewohnt, worauf sie wieder ausgebessert und mit Wohnungen umgeben wurde, aus denen das Kloster Einsiedeln (s. d.) entstand.

 
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