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Medusa

(Myth.), eine von den drei Gorgonen. Dieselben hießen Medusa, Stheno und Eurýale und wohnten am westlichen Ocean. Da sie Minerva den Rang der Schönheit streitig gemacht hatten, so verwandelte dieselbe ihr lockiges Haar in Schlangen und legte ihren Augen die furchtbare Kraft bei, Jeden, den sie ansahen, in Stein zu verwandeln. Perseus überwand die Medusa, schnitt ihr das Haupt ab und überlieferte es der Minerva, seiner Schutzgöttin, die es auf ihren Schild setzte. Vergl. Aegis. Anspielend auf diese Fabel fragt Gianettino (F. III, 9) den Lomellino: „Weißt du das Mährchen mit dem Medusakopf? Der Anblick macht Steine.“ – Ebenso sagt Jokasta (Phön.) zu Eteoklles:

„Nicht diesen finstern Blick! Nicht dieses Schnauben
Verhaltner Wuth! Es ist kein abgerissnes
Medusenhaupt, das du betrachten sollst,
Es ist dein Bruder.“

Desgleichen sagt Macduff (Mcb. II, 8), um die Größe seines Entsetzens über den an Duncan verübten Mord auszudrücken:

– – – „Geht hinein! Geht und erstarret
Vor einer neuen gräßlichen Gorgona“

und Barak (Tur. I, 3) zu Kalaf, der das Bild der Turandot betrachten will, um seiner Warnung Nachdruck zu geben:

„Euch wäre besser, der Medusa Haupt
Als diese tödtliche Gestalt zu sehn.“

Endlich braucht Sch. den Ausdruck bildlich für Feind, indem der Chor (Br. v. M. 5, 391) sagt:

„Zürnend ergrimmt mir das Herz im Busen,
Zu dem Kampf ist die Faust geballt,
Denn ich sehe das Haupt der Medusen,
Meines Feindes verhaßte Gestalt.“

 
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