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Ludwig XIV.König von Frankreich (1643-1715), war bei dem Tode seines Vaters, Ludwig’s XIII. erst 5 Jahre alt. Während seiner Minderjährigkeit führte der Cardinal Mazarin, Richelieu’s Zögling und Nachfolger, die Leitung der Staatsgeschäfte, bis der König i. J. 1661 die Regierung selbst übernahm. er war ein glanz- und genußliebender Monarch, der zugleich durch Kriege gegen benachbarte Staaten seine Ruhmsucht zu befriedigen suchte. Für seinen eigenen Staat aber brachte er den von ihm aufgestellten Grundsatz: „L’état c’est moi“ zu voller Geltung. Außer seiner Person erkannte er keine andere Macht an, so daß während seiner 72-jährigen Regierung weder ein Reichstag, noch eine Versammlung der Notabeln gehalten wurde. So war er auch der Schöpfer einer neuen Behörde, der Pariser Polizei (vergl. K. d. H.), welche für die Ruhe und Ordnung, die bis dahin Sache der Ortsbehörden gewesen war, so wie für die Wohlfahrt des Staates im Allgemeinen zu sorgen hatte. Obwohl die Bildung des Königs in der Jugend vernachlässigt worden war, so besaß er doch Verstand und Scharfsinn genug, um Kunst und Wissenschaft auf jede Weise zu fördern, so daß seine Regierung als die goldene Zeit der französischen Literatur bezeichnet worden ist. Die französischen Geschichtsschreiber haben Ludwig XIV. auch wohl den Großen genannt, indessen vermochte Sch.’s Freiheitsgefühl einer solchen Größe keine Huldigung darzubringen; daher (Ged. An Goethe):
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