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Lauralieder (Gedichte)Ueber die Person, an welche die Lauralieder gerichtet sind, herrschen verschiedene Ansichten. Nach Hoffmeister’s Untersuchungen war es eine Wittwe Vischer zu Stuttgart, die übrigens weder hübsch noch geistreich, wohl aber gutmüthig war und dabei doch in ihrem Wesen etwas Anziehendes hatte. Auf den ersten Blick zeigt sich auch in diesen Jugendliedern, die das erste Erwachen der Liebe schildern, Sch.’s Neigung zur reflectirenden Poesie, die schnell von dem Besonderen zum Allgemeinen fortschreitet. In einer Selbstrecension sagt er: „Ueberspannt sind sie alle und verrathen eine allzuunbändige Imagination.“ – 1) Phantasie an Laura. Str. 2. Bunte Zirkel, s. v. w. mannigfach verschlungene Bahnen. Str. 5. Newtone (s. d.) s. v. w. Astronomen. Str. 6. Die Göttin ist die Liebe. Str. 8. In späteren Ausgaben steht statt Sennen das gebräuchlichere Sehnen. Str. 11. Die goldenen Kinder sind die Thränen. Str. 16. Einer heiligen Sage zufolge wird sich die Zeit mit der Ewigkeit vermählen, d. h. die Zeit in die Ewigkeit hinüberfließen, wobei der Brand, welcher das Universum zerstört, als Hochzeitsfackel leuchten wird. – Zum Gedicht Phantasie an Laura. 2) Laura am Clavier. Str. 1. Philadelphia, ein Tausendkünstler jener Zeit, erregte allgemeines Staunen. – Zum Gedicht Laura am Clavier. 3) Die Entzückung an Laura, eine Ode, welcher früher: „Die seligen Augenblicke an Laura“ überschrieben war und die Sch. um fünf Strophen verkürzt hat, daher der unverkennbare Eindruck des Abgerissenen. – Zum Gedicht Die Entzückung an Laura. 4) Das Geheimniß der Reminiscenz. Diesem Gedichte liegt die Platonische Anschauung zu Grunde, daß die menschliche Seele schon vor ihrer Verbindung mit dem Liebe ein freies, geistiges Dasein geführt habe, so daß unsere irdischen Vorstellungen und Gedanken nur als Erinnerungen (Reminiscenzen) früherer Zustände zu betrachten seien. Der Dichter erklärt sich also das Geheimniß seiner Liebe daraus, daß er in unvordenklichen Zeiten mit dem Gegenstande derselben zu einem göttlichen Wesen verbunden gewesen sei. Str. 8, nimmer hat hier (wie oft in der Poesie) die ursprüngliche Bedeutung: nicht mehr; nicht etwa die jetzt gangbare: niemals. – Zum Gedicht Das Geheimniß der Reminiscenz. 5) Melancholie an Laura. Melancholie, Ahnung eines frühzeitigen Todes, bildete einen Grundzug in dem ganzen Wesen Schiller’s. – Str. 6. Kreaturen des Tyrannen sind die jugendlich hüpfenden Pulse, deren rasche Bewegung auch rasch die Lebenskraft verzehrt. Str. 7, wie aus seinem (d. h. des Todes) Keime. Str. 9, der im Meere Felsen thürmt u. s. w. bezieht sich auf: mein Geist. Str. 11. Der Jüngling mit der Trauermiene ist der Genius des Todes. – Zum Gedicht Melancholie an Laura. 6) Die Blumen (s. d.). Dies Gedicht ist auch mit zu den Lauraliedern zu rechnen, da Str. 3, V. 1 in der ersten Bearbeitung statt Nanny, Laura stand. – Außer den hier zusammengestellten sind noch zwei Gedichte der zweiten Periode hierher zu rechnen: „Der Kampf“ und „Resignation“ (s. d.). Zum Gedicht Die Blumen. |
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