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Laokoon

(Myth.), ein Priester des Apollo in Troja. Als die Griechen Troja zum Schein verlassen und der Priester des Neptun umgekommen war, traf die Reihe den Laokoon, dem Gott des Meeres zu opfern; daher wird er (Ged. 2. B. d. Aen. 7) der Priester des Neptun genannt. Er hatte sich heftig dagegen erklärt, daß man das von den Griechen zurückgelassene hölzerne Pferd als ein der Pallas geweihtes Heiligthum ansehen wollte; er hielt es für einen Betrug der Griechen und hatte sogar im Eifer seines Zorns den Speer (Ged. 2. B. d. Aen. 9) gegen dasselbe geschleudert. Als er nun mit seinen beiden Söhnen am Ufer des Meeres beschäftigt war, das bereits erwähnte Opfer zu vollziehen, kamen von der Insel Ténedos (Ged. 2. B. d. Aen. 34-39) zwei ungeheure Schlangen geschwommen, wälzten sich gegen den Opferaltar, umschlangen ihn und seine Söhne, die nach langem vergeblichen Kampfe erstickt wurden, krochen dann zu dem Tempel der Pallas, legten sich zu ihren Füßen nieder und versteckten sich unter ihrem Schilde. Hierauf spielt Sch. (Wst. T. III, 18) an, indem Max von sich und Thekla sagt:

„Wem brachen wir die Treue! Warum muß
Der Väter Doppelschuld und Frevelthat
Uns gräßlich wie ein Schlangenpaar umwinden?“

Diesem Ereigniß verdanken wir ein plastisches Kunstwerk des Alterthums, die berühmte, vielfach nachgebildete Gruppe des Laokoon, welche vermuthlich aus der blühenden Zeit der rhodischen Kunstschule (147 v. Chr.) herrührt. Sie wurde i. J. 1506 zu Rom aufgefunden und vom Papste Julius II. im Belvedere aufgestellt. Eine weitere Frucht dieses Kunstwerks ist Lessing’s berühmte Schrift: „Laokoon, oder über die Grenzen der Malerei und Poesie“; Berl. 1763; in dem 2ten Bande seiner sämmtlichen Schriften.

 
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