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Die Kraniche des Ibykus (Gedicht)Zum Gedicht Die Kraniche des Ibykus. Diese Ballade wurde im Jahre 1797 vollendet, nachdem Schiller und Goethe sich beide mit dem Stoff beschäftigt und beide den Plan gefaßt hatten, ihn als Ballade zu bearbeiten. Goethe hatte sie als Gegenstück zu dem Ring des Polykrates liefern wollen, da er aber damals nach dem Süden reiste, so gab er die Idee auf, machte jedoch nach Empfang der ersten Bearbeitung Sch. mehrere Aenderungsvorschläge, die derselbe auch größtentheils benutzt hat. – Der Stoff zu dem Gedichte ist uns aus dem griechischen Alterthum überliefert und erinnert an eine christliche Legende von den Raben des heiligen Menrad (vergl. Meinrad’s Zell), die in einem allbekannten Gedichte von Chr. Schmid bearbeitet ist. – Str. 1. Die isthmischen Spiele, welche auf der Landenge von Korinth (s. d.) gefeiert wurden, bestanden im Wettlauf, Ringen, Wagenrennen u. s. w., denen sich bisweilen auch Wettkämpfe in der Dichtkunst, dem Gesange und der Musik hinzugesellten. – Str. 2. Dem Poseidon (s. d.) war ein Fichtenhain geweiht, in dessen Nähe die Kampfspiele stattfanden. – Str. 4, V. 3: gedrang wird im Oberdeutschen für eng gebraucht. – Str. 5, V. 7 erinnert an die Denkweise der Alten, welche die Blutrache forderte. – Str. 7, V. 8 ist auf den Gastfreund zu beziehen. – Str. 10 führt den Leser auf die Schaubühne, den Boden, auf welchem Sch. sich vorzugsweise heimisch fühlte, was sich auch sogleich durch die schwungvollere Sprache verräth. – Str. 11 dürfte nach V. 4 ein Punkt zu setzen sein, wodurch eine bessere symmetrische Eintheilung der Strophe entsteht. Diese Strophe schildert das Theater der Alten, welches gewöhnlich am Abhange eines Berges mit der Aussicht auf das Meer angelegt war. Der Zuschauerraum bildete einen Halbkreis an der Berglehne, welche zugleich die amphitheatralisch emporsteigenden Sitze darbot und die Bühne mit ihren beiden hohen Seitenwänden umschloß. Zwischen diesen beiden Theilen lag die sogenannte Orchestra etwas vertieft mit einer Art Altar. Der ganze Raum war unbedeckt, und da man bei hellem Tage spielte, so lieferte die umliegende Landschaft zugleich die nötige Decoration. – Str. 12. Theseus (in der neueren Lesart: Cekrops) Stadt ist Athen. V. 8. Der Chor der griechischen Tragödie hatte die Aufgabe, der durch die dramatische Handlung in den Zuschauerraum hervorgerufenen Stimmung den entsprechenden Ausdruck zu geben. – Str. 13, V. 7, s. Kothurn. – Str. 15-17 erinnert lebhaft an einen Chor in den Eumeniden des griechischen Dichters Aeschylus, der Sch. bei seiner Darstellung zum Muster gedient hat. – Str. 19, V. 3 die furchtbare Macht ist die Nemesis (s. d.), die Göttin der vergeltenden Gerechtigkeit, welche auf geheimnißvolle Weise die Strafe des Verbrechers vorbereitet, von dem es (Ged. D. Künstler) gleichsam prophetisch heißt:
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