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Ketzer

werden von der katholischen Kirche, die sich für die allein rechtgläubige hält, alle Andersmeinenden genannt; daher sagt der Großinquisitor (D. C. V, 10) zu dem Könige in Beziehung auf Marquis Posa:

„Sie kannten ihn! Ein Blick entlarvte Ihnen
Den Ketzer.“

Da bigotte Katholiken solche Menschen als von Gott Verworfene betrachten, so sagt die Marquisin von Mondecar (ebendas. I, 3) von einem Auto da Fé ganz gelassen:

„Es sind ja Ketzer, die man brennen sieht.“

und die Prinzessin Eboli (D. C. II, 8):

„Da fing Don Philipp’s heldenmüth’ger Sohn,
Gleich einem Ketzer vor dem heil’gen Amte,
Zu zittern an.“

Die Abweichung von dem geltenden Lehrbegriffe oder dem üblichen Gottesdienste wird Ketzerei genannt, wie (D. C. I, 6), wo der König sagt:

– – – – – „Die Pest
Der Ketzerei steckt meine Völker an.“

Der letztere Ausdruck wird von Sch. auch bildlich gebraucht, wie (J. v. O. III, 3), wo Burgund, welchen der König tadelt, daß er die Treue, der Frauen schönste Tugend, schmähe, von sich selbst sagt:

„Die Ketzerei straft sich am schwersten selbst.“

 
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