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Jeremiade (Gedicht)Zum Gedicht Jeremiade. d. h. ein Klagelied (so genannt nach den Klageliedern des Jeremias). Unter dieser Ueberschrift hat Sch. zehn Xenien zusammengestellt, welche nach Viehoff’s Angabe früher folgende Titel führten: 1) Jeremiaden aus dem Reichsanzeiger (d. h. in dessen Sinne geschrieben); 2) Böse Zeiten (wohl auf Nicolai’s Lobreden auf den gesunden Menschenverstand zu beziehen); 3) Scandal (Kant und seine Anhänger, welche die Tugend als ein Product des freien Willens betrachteten, behandelten dieselbe außerhalb der Aesthetik); 4) Das Publicum im Gedränge; 5) Das goldene Alter (In den Lustspielen von Gellert, Weiße etc. pflegten Leipziger Stubenmädchen eine harmlose Rolle zu spielen); 6) Komödie („Siegmund“ in Gellert’s „zärtlichen Schwestern“; „Maskarill“ in Lessing’s „Schatz“); 7) Alte deutsche Tragödie (die nach den starren Formen des französischen Klassicismus gearbeiteten, in dem „Menuettschritt“ schwerfälliger Alexandriner sich bewegenden Dramen von Cronegk und Elias Schlegel); 8) Roman (auf die rein verständig zurechtgedrechselten Producte eines Dusch, Haller, Feßler, Bouterweck zu beziehen; 9) Deutliche Pros (vergl. das Epigramm: „Der Meister“); 10) Chorus (Einstimmung in die Klagen der beiden Xeniendichter, die sich berufen fühlten, über die literarischen Producte ihrer kleinlichen Kritiker mit heiligem Eifer die Geißel zu schwingen). |
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