Friedrich
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Italien

ist von Alters her für die Bewohner des Nordens ein Land der Sehnsucht gewesen, besonders wegen seines heiteren, milden Klima’s und seiner vielen Kunstschätze; daher sagt (M. St. I, 6) Mortimer zu Maria:

„Ich ließ
Der Puritaner dumpfe Predigtstuben;
Die Heimath hinter mir, in schnellem Lauf
Durchzog ich Frankreich, das gepriesene
Italien mit heißem Wunsche suchend.“

Außerdem aber wurde auch Rom (s. d.) als Sitz des Papstes vielfach von Solchen besucht, die, um sich von Gewissensqualen zu befreien, eine Wallfahrt unternehmen wollten; daher ertheilt Tell (W. T. V, 2) dem Johannes Parricida den Rath:

„Hört, war mir Gott ins Herz giebt. – Ihr müßt fort
Ins Land Italien, nach Sanct Peters Stadt;
Dort werft ihr euch dem Papst zu Füßen, beichtet
Ihm eure Schuld und löset eure Seele.“

So vieles Angenehme nun aber auch das Land bieten mag, so wird doch der Charakter seiner Bewohner nicht selten als heimtückisch und rachgierig bezeichnet; daher sagt der Baron v. F. (Gsts. 10, 254) in einem Schreiben an den Grafen v. G. von Biondello: „Ich gebe Ihnen alle Italiener Preis, aber dieser ist ehrlich“; desgl. (Picc IV, 5): „die Wälschen (s. d.) alle taugen nichts“.

 
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