Friedrich
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Iris

(Myth.), die Tochter des Meergottes Thausmas und der Oceanide Elektra, war zunächst die Göttin des Regens, die aus Seen und Flüssen Wasser emporzog, um die Erde damit zu befeuchten. Bei ihrem Emporsteigen ließ die geflügelte Göttin einen Bogen hinter sich, als dessen Sinnbild sie nun betrachtet wurde; daher (Ged. D. Götter Griechenlands):

„Unter Iris schönem Bogen blühte
Reizender die perlenvolle Flur.“

und (Ged. D. Gunst des Augenblicks):

„Wie auf ihrer bunten Brücke
Iris durch den Himmel schwebt.“

Die schnelle Entstehung des Regenbogens ward dann Veranlassung, die jungfräuliche Göttin gleich dem gewandten Hermes als Gesandtin der Götter, in der nachhomerischen Zeit als die Botin der Juno allein zu betrachten. In dieser Eigenschaft erscheint sie (Ged. 4. B. d. Aen. 127 u. 128) bei dem Tode der Dido, um derselben das Haar abzuschneiden, womit sie auf Befehl der Gottheit dem Tartarus geweiht wird. Bisweilen ist Iris dem Dichter der Regenbogen selbst, dessen anmuthige Wölbung ihm ein willkommener Gegenstand der Vergleichung wird, wie (Ged. D. Spaziergang, V. 127):

„Leicht wie der Iris Sprung durch die Luft, wie der Pfeil von der Senne,
Hüpfet der Brücke Joch über den brausenden Strom.“

Häufiger noch ist sie ihm das Symbol des Lichts und der Farbe, wie (Ged. Klage der Ceres, Str. 11), wo es von den Blumen heißt:

„Tauchen will ich euch in Strahlen,
Mit der Iris schönstem Licht
Will ich eure Blätter malen,
Gleich Aurorens Angesicht.“

In ähnlicher Weise ist sie der klagenden Göttin auch ein Bild der Hoffnung, indem sie (ebendas. Str. 6) auf das Wiedersehen ihrer geliebten Tochter wartet,

„Bis des dunklen Stromes Welle
Von Aurorens Farben glüht,
Iris mitten durch die Hölle
Ihren schönen Bogen zieht.“

Auch in dem Gedichte der ästhetischen Betrachtung, die selbst bei den Bildern des Schreckens mit einer gewissen erhabenen Ruhe verweilen kann, ist sie dem Dichter ein treffliches Bild, wie (Ged. D. Ideal u. d. Leben):

„Lieblich, wie der Iris Farbenfeuer
Auf der Donnerwolke duft’gem Thau,
Schimmert durch der Wehmuth düstern Schleier
Hier der Ruhe heitres Blau.“

Schließlich werden ihm die sieben Farben des Regenbogens in ihrer harmonischen Verschmelzung, die ihm auch (Ged. D. verschleierte Bild zu Sais) als eine untheilbare Einheit erscheint, ein Bild für das vereinte Streben der schönen Künste, wie (H. d. K.):

„Und wie der Iris schönes Farbenbild
Sich glänzend aufbaut aus der Sonne Strahlen,
So wollen wir mit schön vereintem Streben,
Der hohen Schönheit sieben heilge Zahlen,
Dir, Herrliche, den Lebensteppich weben!“

 
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