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Schöne Individualität (Gedicht)

Zum Epigramm Schöne Individualität in den Votivtafeln.

ein Epigramm aus dem Jahre 1796. Es behandelt das Verhältniß des ästhetisch gebildeten Individuums zu dem Ganzen, dem Staate. Dieser hat nicht die Aufgabe, die Individualität aufzuheben, er soll sie nur zum Wohle des Ganzen benutzen. In der Vernunft des Menschen offenbart sich seine Individualität, in seinem Herzen die angeborene Anhänglichkeit an das Ganze. Wiederum ist aber auch die Vernunft des Einzelnen nichts Anderes, als was sich in dem Ganzen als vernünftig darstellt, wie denn auch die Stimme des Herzens als eine rein individuelle Eigenthümlichkeit zu betrachten ist. Nur wo diese beiden Bedürfnisse: Bewahrung der Individualität und Uebereinstimmung mit dem Ganzen ohne Conflict neben einander bestehen, da kann die Individualität als eine schöne, der Mensch als ein ästhetisch gebildeter betrachtet werden, der denn natürlich auch in den moralischen Bau der menschlichen Gesellschaft, d. h. in den Staat hineinpassen wird. – Vergl. Sch.’s Abhandlung: „Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen.“ Bd. 12, S. 1.

 
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