Friedrich
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Ideal

(Menschenf. 8 – K. d. H.), neulat. ein Gedankenwesen, Gedankenbild; bes. ein Gegenstand, den wir uns in seiner Vollkommenheit vorstellen, und zwar in Ideen denken und durch die Einbildungskraft veranschaulichen, also ein Ur- oder Musterbild. Da Sch. besonders dem Idealen zugewendet war, so weiset er auch oft darauf, als auf etwas Erstrebenswerthes hin. So heißt es (Ged. Ausgang aus dem Leben):

„Aus dem Leben heraus sind der Wege zwei dir geöffnet,
Zum Ideale führt einer, der andre zum Tod.“

Das Ideal, das dem Manne vor Augen stehen soll, ist ihm eine Frucht inneren Kämpfens und Ringens, wie (Ged. Würde der Frauen):

„Aus der Unschuld Schooß gerissen,
Klimmt zum Ideal der Mann
Durch ein ewig streitend Wissen,
Wo sein Herz nicht ruhen kann.“

Das Ideal des Weibes dagegen ist ihm ein unmittelbar Gegebenes; deshalb sagt Marquis Posa (D. C. II, 15) von der Tugend der Prinzessin Eboli:

„Diese Tugend,
Ich fürchte sehr, ich kenne sie – wie wenig
Reicht sie empor zu jenem Ideale,
Das aus der Seele mütterlichem Boden,
In stolzer, schöner Grazie empfangen,
Freiwillig sproßt.“

Wie Sch’s ganze Lebensrichtung eine ideale war, so huldigte er ihr auch besonders als dramatischer Dichter; daher heißt es (Ged. An Goethe):

„Denn auf dem bretternen Gerüst der Scene
Wird eine Idealwelt aufgethan.“

Demnach ist idealisch (R. Vorr.) od. ideal (Br. v. M. Einl. 5, 377), auch ideell (ebendas.) im Gegensatze zu reell Alles, was sich über die gemeine Wirklichkeit erhebt; auf ästhetischem Gebiete aber das, was einer Idee gemäß gebildet ist, wie (D. C. II, 7): „Die Prinzessin in einem idealischen Geschmack, schön, aber einfach gekleidet.“ Vergl. auch die vier folgenden Artikel.

 
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