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Der deutsche Hexameter

(Metr. Uebers. Vorer. – Ged. D. Distichon) oder sechsfüßige Daktylus:

’– | ’– | ’– | ’–| ’– | ’––

ein aus sechs Metern (Maßen) oder Füßen bestehender Vers. Er läßt in jedem der vier ersten Versfüße einen Spondeus (’– –) statt des Daktylus zu; bisweilen findet man auch wohl Trochäen (’–) dafür, die im Deutschen allerdings schwer zu vermeiden sind. Die Cäsur (Einschnitt) fällt meist in den dritten Fuß, und zwar entweder gleich nach der Hebung, wo man sie männliche, oder gleich nach der ersten Kürze, wo man sie weibliche Cäsur nennt. Der Hexameter heißt auch wohl der heroische Vers, weil man ihn von Alters her besonders für solche Gedichte wählte, in denen die Thaten von Helden erzählt wurden. Homer’s und Virgil’s epische Gedichte sind in Hexametern geschrieben und auch in dieser Beziehung den späteren Dichtern Vorbilder geworden. In Deutschland ist er durch Klopstock’s Messias und durch die Vossische Homerübersetzung wieder in Aufnahme gekommen und als der Träger bedeutender dichterischer Leistungen anzusehen. „Hermann und Dorothea“ ist ohne ihn nicht denkbar. In Sch.’s Gedichten der ersten Periode findet er sich nicht, unter denen der zweiten zuerst in „Im Oktober 1788“ mit einem kürzeren Verse von ebenfalls daktylischem Rhythmus gemischt (’–’–’–). Mit dem Pentameter (s. d.) gemischt, verwendet ihn Sch. in dem beschreibenden und reflectirenden „Spaziergange“, ferner in seinen zahlreichen Epigrammen und philosophischen Gedichten, wie „Das Glück“, „Der Genius“ u. a. m. Allein hat er ihn nicht gebraucht.

 
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