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Hymenod. Hymenäos (Myth.) wird von Einigen als der Sohn des Apollo und der Muse Kallíope, von Andern als der des Bacchus und der Venus genannt. Der berühmtesten Sage zufolge, welche über ihn berichtet, war er ein armer, aber schöner Jüngling zu Athen und zugleich ein lieblicher, kunstgeübter Sänger. Da er die Tochter eines reichen und vornehmen Mannes liebte, indessen keine Hoffnung hatte, sie zur Ehe zu bekommen, so hüllte er sich in Mädchenkleider, um sich seiner Geliebten ungestört nahen zu können. Als nun diese mit ihren Gespielinnen am Meeresufer das Fest der Eleusinischen Mysterien beging, wurden plötzlich die sämmtlichen jungen Mädchen von Seeräubern überfallen und nach einer Insel des Archipelagus entführt. Voll Freude über die gemachte Beute überließen sich die Barbaren dem Trunke und wurden bald so berauscht, daß sie in tiefen Schlaf sanken. Jetzt beredete Hymen seien Gefährtinnen, den Räubern die Waffen wegzunehmen und auf ein gegebenes Zeichen sie alle zu erschlagen. Dies geschah, und nun eilte der Jüngling zurück nach Athen und versprach den dort trauernden Eltern, ihnen ihre Töchter wieder zu bringen, wenn man ihm diejenige zur Gattin gäbe, welche er liebe. Seine Bitte ward ihm gewährt, die Jungfrauen kehrten zurück, und die Vermählung ward unter allgemeiner freudiger Theilnahme vollzogen. Hymen’s Ehe war so glücklich, daß man bei allen Hochzeitsfesten seiner gedachte und ihn bald allgemein als Gott der Ehe bezeichnete. In diesem Sinne sagt z. B. Dido (Ged. 4. B. d. Aen. 3):
desgleichen der Chor (Iph. II, Zw.-H.):
Denselben Ausdruck braucht Sch. von einer Ehe der Gegenwart in der Epistel (Ged. D. berühmte Frau) eines Ehemanns an einen andern:
Bisweilen stehen Hymen auch statt des Ausdruckes Hochzeitsfest, wie (Iph. II, 3):
oder statt des Ausdruckes Ehe selbst, wie (Iph. I, Zw.-H.), wo es von Agamemnon heißt, der seinem Bruder Menelaus die von Paris geraubte Helena wieder erringen helfen will:
eben so wiederum in einer modernen Darstellung (Ged. An Demoiselle Slevoigt):
Die Dichter dachten ihn sich als einen schönen, mit Majoran bekränzten Jüngling, der in der einen Hand einen Schleier und in der andern eine Fackel trug. Diese letztere erscheint daher besonders als sein Attribut. Bei den Vermählungsfeiern der Alten war es nämlich Sitte, daß die Mutter des Bräutigams demselben eine Fackel anzündete; daher sagt Jokasta (Phön.) zu ihrem Sohne Polynices:
und Klytämnestra fragt (Iph. III, 4) ihren Gemahl, der sie vor der Hochzeit Iphigenien’s nach Argos zurücksenden will:
So sagt auch Hippolyt (Ph. I, 1) in Beziehung auf Aricia:
und später (Ph. V, 2) zu derselben:
Desgleichen ruft Kassandra’s Prophetenstimme (Ged. Kassandra) im doppelten Hinblick auf die bevorstehende Vermählungsfeier ihrer Schwester Polyxena und den Untergang Troja’s:
und selbst in einer modernen Darstellung läßt Sch. die Königin Elisabeth, indem sie den ihr gemachten Heirathsantrag ablehnt, (M. St. II, 2) zu dem Grafen Bellievre sagen:
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